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Die Fachschaft Tischtennis gedenkt Werner Korten senior, der am 6. November 90-jährig gestorben ist

Der Vorstand der Fachschaft Tischtennis

Abschied einer Lichtgestalt des Tischtennis-Sports

Duisburg. Werner Korten senior kannte man, und das weit über die Grenzen des Duisburger Tischtennis-Sports hinaus. Über Jahrzehnte prägte der Ruhrorter die hiesige Tischtennis-Szene wie kaum ein anderer - auch, wenn es in den vergangenen Jahren ruhig um ihn geworden ist.

Am vergangenen Freitag, 6. November, ist der Altmeister und das Gesicht der DJK Rheinland Ruhrort/Meiderich im Alter von 90 Jahren gestorben.

Nicht immer war es leicht mit ihm, sagen die einen. Für die anderen war er der Inbegriff von Idealismus und Hingabe für den Tischtennis-Sport. Dieser Kontrast, das war Werner Korten senior. Man konnte sich an ihm abarbeiten, reiben. Das war letztlich gut für das gesamte Duisburger Tischtennis. Die gegnerischen Mannschaften waren besonders motiviert, wenn es gegen die Korten-Jungs ging. Andere Vereine waren wiederum neidisch auf die vielen Talente, die Korten herausbrachte.

Ein Tischtennisfunktionär aus dem Duisburger Süden nannte ihn einmal „einen schwer verdaulichen Klos“. Bei anderen eckte er mit seinem unbändigen Ehrgeiz und seiner „Verrücktheit“ immer wieder an. Korten hat voller Hingabe für den Tischtennis-Sport gelebt, nicht wenig eigenes Geld investiert in seinen Klub, den DJK Rheinland Ruhrort/Meiderich – bedingungslos. Dabei Höhen und Tiefen erlebt. Leidenschaft pur also. Das vermisst man heutzutage vielerorts.

Auch wegen seiner altmodischen Art verstanden ihn viele jüngere Menschen später nicht. Der frühere Sportredakteur, der vor allem für die WAZ und NRZ schrieb, bevorzugte es, seine Texte stets mit seiner alten Schreibmaschine zu verfassen und wollte dies auch nie ändern. Dazu passt, dass die Tischtennis-Szene Werner Korten senior entweder im schicken Anzug oder im Tischtennis-Dress sah. Dazwischen gab es nichts. Dieser Dualismus war sinnbildlich für Korten. Seine Art und Weise, seine präzise Sprache und sein großväterlicher Umgang mit seinen Zöglingen: Ein Mann vom alten Schlag. Das sagte er auch immer wieder über sich.

Nach vielen glorreichen Jahren und zahlreichen Siegen seines Klubs kämpften die Sportfreunde aus Ruhrort/Meiderich Mitte der 2000er-Jahre fortan ums nackte Überleben. Es fehlte an Spielern, Perspektiven und Geld. Korten stellte Karteileichen auf, um überhaupt eine Mannschaft melden zu können, er musste mit seinen Jugendlichen letztlich mit der Bahn zu Auswärtspartien anreisen, da ein mobiler Untersatz oder Unterstützung aus der Elternschaft fehlten. Zwischenzeitlich hatte man nur noch eine Jugendmannschaft gemeldet, im September 2018 kam dann das endgültige Aus für die einzig verbliebene Herrenmannschaft (sie wurde zurückgezogen) und somit für den Traditionsverein, der 1950 gegründet worden war.

Allen, auch seinen Kritiker, hingegen, gemein ist, der Respekt vor seinem bewegten Leben und seinen großen Verdiensten sowie Leistungen rund ums Tischtennis. Mit großem Bedauern nimmt nun die Fachschaft Tischtennis im Stadtsportbund Duisburg (SSB) sowie die Duisburger Tischtennisgemeinschaft seinen Tod auf. Das Mitgefühl gilt vor allem seinem Sohn, Tischtennisspieler Werner Korten junior.

„Werner Korten ist es über Jahre gelungen, eine schlagkräftige DJK-Mannschaft aufzustellen. Der ungarische Spitzenspieler Robert Lörinczi sorgte sogar für internationales Flair“, würdigt ihn die Lokalpresse.

Mit 15 Jahren, das war 1945, kam Korten, der sich insbesondere um die Jugendförderung und Integration ausländischer Jugendlicher verdient gemacht hat, erstmals in Berührung mit dem Zelluloidball-Spiel. So, als ob sich zwei gesucht und schließlich gefunden hätten. Korten spielte mehr als 70 Jahre aktiv und hoch erfolgreich Tischtennis.

Seine Bilanz als Spitzenspieler kann sich sehen lassen: Zehnmal wurde er Deutscher Hochschulmeister, er wurde Europameister der katholischen Sportverbände, zweimal war er Deutscher Meister der Sportjournalisten, er nahm an der Weltmeisterschaft für Journalisten teil und spielte zudem in der DJK-Nationalmannschaft. Im hohen Alter räumte er immer wieder in seiner Altersklasse auf Stadt-, Kreis- und Bezirksmeisterschaften ab. Der SSB ehrte ihn folglich mit einer Goldenen Ehrennadel, der Bundesverband auch.

„Als es mir einmal gesundheitlich schlecht erging, ging ich dennoch an die Platte, um auf andere Gedanken zu kommen“, sagte Korten vor rund zehn Jahren. Diese „Therapie“ hat anscheinend geholfen. Jetzt ist das Kapitel Tischtennis in Ruhrort aber leider wohl endgültig abgeschlossen.

Der Vorstand der Fachschaft Tischtennis Duisburg

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