Diese Webseite verwendet Cookies, um die Webseite optimal gestalten und fortlaufend verbessern zu können. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren.

Schuhbetrüger beim Rhein-Ruhr-Marathon

Bilder und Geschichten aus 30 Auflagen des Rhein-Ruhr-Marathons suchen wir nach wie vor. Für unser Programmheft, für eine kleine Ausstellung am 9. Juni 2013, wenn wir das Jubiläum feiern und natürlich fürs Internet. Jörg Bunert hat uns sowohl ein Bild als auch die passende Geschichte zukommen lassen. Die Zeitreise führt zurück ins Jahr 1989 und zu zwei ganz ausgeschlafenen Sportsfreunden.

Wer die Dame auf dem Foto ist, weiß Jörg Bunert (zweiter von rechts) nicht mehr. „Eine Helferin während der Universiade vermutlich“, so sagt er. Doch die Dame spielt für unsere Geschichte – sorry! - auch keine Rolle. Vielmehr sind die beiden Herren links und rechts die Hauptdarsteller. Ihre Namen kennt Bunert ebenfalls nicht. Doch er wüsste sie gern. Denn die zwei haben ihn vor knapp 24 Jahren ein bisschen betuppt.

Und das ging so: Der Rhein-Ruhr-Marathon war Teil des Wettkampfprogramms der Universiade, der Weltspiele der Studenten. Duisburg war als Ausrichter kurzfristig eingesprungen und die Stadt war elektrisiert von den großen Namen wie dem kubanischen Hochspringer Sotomayor. Aber es kamen auch Sportler, die weniger bekannt waren. Und aus aller Welt kamen sie. Genau das machten sich die beiden Jungs rechts und links im Bild zu nutze. Sie baten um Laufschuhe, weil sie beim Marathon starten wollten, und auch um ein Paar Spikes, denn sie hätten ebenfalls für die 100 und 200 Meter gemeldet. Aus Marokko und Ghana seien sie und natürlich mittellos. Und ohne Sportausrüstung sowieso.

Jörg Bunert erfüllte die Bitte, ohne lange zu fragen. Wer hätte nicht geholfen? Die Presse machte auch gleich ein Foto von der Übergabe der Geschenke. Alle waren glücklich. Bis auf Jörg Bunert, „denn diese beiden ‚Sportler‘ waren nie mehr gesehen. Da hatten sich zwei ganz clevere Jungs (wahrscheinlich aus Duisburg) einfach als Läufer ausgegeben und sich so neue Sportsachen erschlichen“, erinnert er sich an die Episode.  

Was nicht vergessen werden darf: Bunert nahm selbstverständlich am Rhein-Ruhr-Marathon teil und gewann in 2:27 Stunden die Duisburg-Wertung, während ein gewisser Tibor Baier (mit eigenem Schuhwerk) in 2:14:33 Gold bei der Universiade gewann und einen wohl ewig gültigen Streckenrekord aufstellte. Bunerts 2:27 können sich ebenfalls sehen lassen. Die letzten neun Rennen in Duisburg hätte er mit dieser Zeit um Längen gewonnen. 

Zum Thema „Schuhe und Betrug“ noch ein Nachtrag: Eine Inderin lief 1989 den Rhein-Ruhr-Marathon barfuß. Nicht weil sie sich keine Schuhe leisten konnte, sondern weil sie das so wollte. Und ein Duisburger Nachwuchsläufer wartete mit einer Spitzenzeit auf. Der junge Mann hatte die Strecke mal eben abgekürzt. Jörg Bunert stellte ihn zur Rede, so flog der Schwindel auf. Man muss sich ja nicht zweimal hintereinander übers Ohr hauen lassen. Den Namen des 17-jährigen Betrügers weiß Bunert ebenfalls nicht mehr. Und will ihn auch gar nicht wissen.

 

Für weitere Nachrichten aus der Historie sind wir dankbar. Bitte senden Sie Bild und kleinen Begleittext an info@rhein-ruhr-marathon.de

Zurück