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Wie Duisburg Klubs die Kinder körperlich und im Kopf fit machen

4. Themen des Stadtsportbundes „Kooperation Schule und Verein“ bei Krohne Messtechnik

 

DUISBURG (4.5.2018). Etwa 50 Sportklubs in Duisburg arbeiten bereits mit Schulen in ihrem Stadtteil zusammen. Diese Zahl nannte der Stellvertretende Geschäftsführer des Stadtsportbundes (SSB) Christoph Gehrt-Butry während des 4. SSB-Themenabends „Kooperation Schule und Sportvereine – Chancen oder Risiko“ am Donnerstagabend. In der neuen Unternehmenszentrale der Krohne GmbH informierten sich knapp 100 Vereinsvertreter über die Vorteile und Herausforderungen, wenn es um Vereinsangebote während Ganztagsstunden geht.

Sie formulierten während der intensiven Diskussion auch ihre Erwartungen an die etwa 170 Schulen im Stadtgebiet. Ein Austausch in den Bezirken, organisiert in Kooperation mit dem SSB und dem Amt für schulische Bildung, soll in Zukunft den Brückenschlag zwischen Vereinsvorsitzenden und den Lehrerinnen und Lehrern erleichtern. 

Bereits in seiner Einführung hatte Rainer Bischoff, der Vorsitzende des Stadtsportbundes, deutlich gemacht: Die Zeiten, in denen Mama am Mittag zu Hause mit Essen auf die Kinder warte, seien vorbei. „Die Ganztagsschule wird aus gutem Grund nachgefragt und ist unbedingt notwendig“, so Bischoff. In ihrer Einführung bestätigte Susanne Ackermann, Gruppenleiterin der Referats Kinder- und Jugendsportentwicklung: „Über 90 Prozent der Grundschulen und über 40 Prozent der weiterführenden Schulen machen Angebote im Ganztag.“

Was das für die Vereine bedeutet, machte Erik Gruhn, Leiter der Judo-Abteilung im PSV Duisburg, deutlich: „Die Mädchen und Jungen kommen nicht mehr so regelmäßig zum Training.“ Er vermutet, dass den Kindern dazu unter anderem durch die Schule bis in den Nachmittag die Zeit fehle. Die Judokas des PSV engagieren sich gleichwohl stark mit Trainingsstunden im Ganztag.

Der Verein organisiere diese Judo-Lektion für Kinder über einen Übungsleiter, der ein freiwilliges soziales Jahr absolviere. Der Trainer stehe dann auch für die Vereinsarbeit zur Verfügung. Was nicht gelänge: „Wir gewinnen dadurch nicht unmittelbar neue Mitglieder. Manchmal finden aber Kinder nach Jahren zum Judo, weil sie den Sport während der AGs in der Schule kennengelernt haben.“

Ralph Kalveram, Leiter des Amts für schulischen Bildung, beschrieb die Situation an den Schulen: „Die Bildungsarbeit kann nicht allein den Lehrern überlassen werden. Die Herausforderungen sind dafür oftmals zu groß.“ Sportvereine können sich mit ihren Angeboten wirksam einbringen. Er räumte aber ein: „Der Dialog muss auf Augenhöhe stattfinden.“ Auf diesem Weg seien noch Schritte zu gegen.  Eine Vereinsvertreter aus Bissingheim hatte vorher erklärt: „Es muss ein Geben und Nehmen sein.“ Er erfahre die Kooperation oft so, dass der Vereine gebe, ohne wirklich etwas zurückzubekommen.

Auf die Möglichkeiten, über die Sportzeiten an der Schule Schnuppermitgliedschaften im Verein einzurichten, wies Susanne Ackermann hin. Für dieses Angebot gebe es Fördermittel des Landes. Christoph Gehrt-Butry machte deutlich, dass der Stadtsportbund, der selbst mehr als 40 Angebote im offenen Ganztag macht, für die Vereine als Ansprechpartner zur Verfügung stehe. Anfragen könne man über die Web-Adresse ssb@ssb-duisburg.de stellen.

Für wen die Kooperation zwischen Schule und Sport in jedem Fall mehr Chance als Risiko ist, dass machten alle Experten deutlich: für die Kinder, die sich während des Trainings nach den Regelstunden körperlich und geistig fit machen können.  

 

 

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