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Rope Skipping

Seilspringen ist eine Sportart, bei der ein Seil verwendet wird. Der Seilspringern springt möglichst schnell bzw. kunstvoll durch dieses Seil. Früher war Seilspringen als Kinderspiel bekannt. Es hat sich heute zu einer Wettkampfsportart entwickelt. Dazu ist in Deutschland vor allem die englische Bezeichnung Rope Skipping geläufig. „Wir möchten es, daß Seilspringen so heißt,“ betont Britta Meya. Sie leitet die Rope Skipping Abteilung beim Vohwinkler Sport- und Turnverein. „Rope Skipping geht weit über das hinaus, was man als Seilspringen kennt. Es ist nicht nur Hüpfen; es sind auch akrobatische Elemente dabei. Es ist das etwas andere Seilspringen.“

Die Disziplinen im Seilspringen lassen sich grob in die folgenden drei Kategorien einteilen. tl_files/ssb-duisburg/sportkulturen/Oelringen/Seilspringen.jpg

Beim Einzelspringen hat jeder einzelne Springer ein einzelnes Seil. Dieses Seil kann unterschiedlich lang sein. Außer dem normalen beidbeinigen Springen  und dem Laufschritt sind Mehrfachdurchschläge und eine große Zahl verschiedener Tricksprünge möglich.

Beim Wheel bilden mehrere Springer eine Kette, indem sie je einen Griff ihres Gliederseils an den linken und rechten Nachbarn weitergeben. Im Springen lassen sich Tricks wie Drehungen oder Platzwechsel realisieren.

Beim Double Dutch schlagen zwei gegenüberstehende Schwinger zwei Seile in Gegenrichtung. In der Mitte können ein oder mehrere Springer verschiedene Tricks und Stunts ausführen und auch Schwingertricks sind möglich.

Im Seilspringen gibt es hauptsächlich drei Seiltypen, die jeweils für bestimmte Disziplinen vorgesehen sind.

Der Seiltyp Speed Rope (Einzelseil) besteht im Gegensatz zu den traditionellen Hanfseilen aus Kunststoffvollmaterial. An beiden Enden ist das Kunststoffseil durch einen Hohlgriff geführt. Dadurch kann sich das Seil leichter drehen und das Seil kann schneller und mit weniger Kraftaufwand rotieren. Dieses Seil wird hauptsächlich für einfache Übungen, beispielsweise zur Erwärmung, und teilweise für die Schnelldisziplinen verwendet.

Für die Disziplin Speed benutzen die meisten erfahrenen Springer ein Drahtseil, mit dem sie noch schneller springen können, da das Seil leichter ist, seine Form behält und die Griffe so konstruiert sind, dass sie das Seil leichter rotieren lassen.

Es gibt noch schnellere Varianten dieses Seils, die beispielsweise Griffe mit Kugellagern besitzen.

Das Long Handle (Langgriffseil) hat längere Griffe, die das Springen den meisten Sprüngen, vor allem von Arm- und Beinkombinationen erleichtern, weshalb es von den meisten Springern beim Freestyle genutzt wird. Long handles verwenden fortgeschrittene Springer nach dem Speed Rope.tl_files/ssb-duisburg/sportkulturen/Oelringen/Seilspringen3.jpeg

Beim Beaded Rope sind Kunststoffröllchen auf einer Nylonschnur, ähnlich Perlen einer Perlenkette, aufgefädelt. Dadurch hat das Seil, im Vergleich zum einfach Kunststoffseilen, eine stabilere Flugbahn und ist daher besonders gut für akrobatische Sprünge und das Wheelspringen geeignet. Die Gliederketten sind schwerer als die normalen Seile und deshalb langsamer. Auch wird es oft für Showauftritte wegen der speziellen Optik verwendet.

Der Begriff Long Rope bezeichnet gewobene Seile, wie Bergsteigerseile, von etwa 1 cm Durchmesser. Meist werden sie paarweise mit einer Länge von drei bis fünf Metern für das Double Dutch verwendet.

Rope Skipping wird bevorzugt in einer Sporthalle mit gefedertem Boden betrieben. „Wiese und Teppichboden sind schlecht, weil das Seil beim Drehen stockt. Auch Betonboden ist eigentlich nicht geeignet; er ist zu hart.“

Beim Rope Skipping wird in der Regel normale Sportbekleidung getragen. „Feste Schule sind das A und O,“ berichtet Meya. „Bei Showauftritten sind Schuhe mit Vorderfußdämmung angebracht.“

„Gute Seite gibt es am besten im Fachhandel im Internet,“ berichtet Meya, die auch Vorsitzende der Technischen Kommission für das Rope Skipping im Rheinischen Turnerbund ist. „Die Seile aus dem normalen Handel reißen einfach viel zu leicht. Hinsichtlich des Preises unterscheiden sich die Seile nicht unbedingt.“

Das ideale Einstiegsalter für das Rope Skipping liegt nach den Worten Meyas so bei 9 – 10 Jahren. Rope Skipping ist mehr was für Kinder und Jugendliche, wie sie inzwischen mehrfach beobachten konnte. „Es fehlen qualifizierte Lehrer für Erwachsene.“ Der Grund dafür ist einfach: „Es gibt (noch) keine Ausbildung für Rope-Skipping-Trainer.“

Gesunde Füße und Beine, Beweglichkeit, Kondition, Ausdauer und ein schlanker Körperbau sind Eigenschaften, die ein guter Rope Skipping – Sportler mitbringt. tl_files/ssb-duisburg/sportkulturen/Oelringen/Seilspringen2.jpg

7 Vereine, in denen Rope Skipping betrieben wird, gibt es inzwischen im Bereich des Rheinischen Turner-Bundes. Sie sind beispielsweise in Wuppertal, Bad Godesberg, Krefeld, Düsseldorf und Neuss angesiedelt.

Meya ist im Jahre 1999 zum Rope Skipping gekommen. Sie hatte im Fernsehen einen kurzen Beitrag über diese Sportart gesehen. „Es war Liebe auf den 1. Blick,“ blickte sie zurück. Sie besorgte sich ein Seil, etwas Literatur, schnappte sich ihre eigenen Kinder und begann, mit ihnen Rope Skipping. „Wir können heute natürlich wesentlich mehr als die drei Figuren von damals.“

Rund 80 Mädchen und 1 Junge gehören heute zur Rope Skipping-Abteilung des Wuppertaler Vereins. Daß sie inzwischen nicht nur an Landesmeisterschaften und Deutschen Meisterschaften, sondern auch an Europa- und Weltmeisterschaften erfolgreich teilgenommen haben, sei hier am Rande erwähnt. „Rope Skipping ist ein kreativer Sport. Man kann einzeln für sich Sprünge einüben, aber auch als Mannschaft. Man kann eine Show einüben. Es gibt eine Musikbegleitung. Rope Skipping macht den Kindern Spaß. Rope Skipping ist ein kommunikativer Sport.“

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