Diese Webseite verwendet Cookies, um die Webseite optimal gestalten und fortlaufend verbessern zu können. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren.

Sportakrobatik

Unter Sportakrobatik versteht man Bodenakrobatik als Wettkampfsport. Dies kann sowohl in der Gruppe wie mit einem Partner durchgeführt werden.

Sportakrobaten turnen auf einer zwölf mal zwölf Meter großen, gefederten Bodenfläche. Der Boden ist dabei in der Regel auch mit einer Matte ausgelegt. Das Wettkampfprogramm besteht aus einer Balance-, einer Dynamik- und einer kombinierten Übung als Mehrkampf. Diese unterscheiden sich im Charakter grundlegend.

Sprünge, Würfe, Salti und Überschläge sind die Elemente, die bei der Sportakrobatik gezeigt werden, also diejenigen Elemente, die auch beim normalen Bodenturnen zu sehen sind. Bänder oder Keulen kommen hier allerdings nicht zum Einsatz.

Im Balance-Bereich kommen dann Figuren wie Türme oder Pyramiden hinzu.

In der Kombinierten gibt es jeweils 3 Balance- und 3 Dynamic-Elemente. tl_files/ssb-duisburg/sportkulturen/Oelringen/Sportakrobatik.jpeg

„Im Wettkampf-Bereich müssen bestimmte Figuren dem Alter entsprechend vorkommen,“ berichtet Tatjana Belovenceva vom LZSA in Düsseldorf. „Bei den Wettkämpfen werden Technik, Artistik und Schwierigkeit bewertet. Für Fehler werden – wie beispielsweise beim Eistanz auch – Punkte abgezogen. Je nach Professionalität und Alter ist das Programm, das gezeigt werden muß, unterschiedlich.“

Alle Übungen müssen für maximal zweieinhalb Minuten nach Instrumentalmusik choreographiert werden. In jeder Übung müssen 6 Elemente enthalten sein.

Sportakrobatik ist eine Mannschaftssportart. Die Gruppen bestehen in der Regel aus zwei, drei oder vier Sportakrobaten. „Sportakrobatik kann eigentlich jeder machen,“ betont Belovenceva. „Je früher man anfängt, desto besser ist es allerdings.“ Ein Gymnastikanzug sowie Trampolinschuhe reichen hier als Ausrüstung.

Und was zeichnet den guten Sportakrobaten aus? „Man muß den Willen mitbringen, den Sport auszuüben und durchzuhalten,“ beschreibt Belovenceva die wichtigste Voraussetzung. „Gelenkigkeit, Ausdauer, Kondition, Kraft, Eleganz und der Gleichgewichtssinn kommen hinzu. Höhenangst ist kein Hindernis. Sie kann überwunden werden. Man kann ja der Partner am Boden sein. Hinzu kommt: Man wird entsprechend des Körperbaus eingesetzt. Es können also auch eher kräftig gebaute Leute mitmachen.“

„Sportakrobatik macht Kindern Spaß. Sie können etwas, was andere Kinder nicht können,“ betont Belovenceva. „Außerdem gefällt mir oft die Musik, nach der getanzt wird.“

Der Düsseldorfer Verein steht nach eigenen Angaben seit dem 21. Februar 2002 auf eigenen Füßen. Begonnen hatte alles aber schon viel früher.

Anfang 1999 war Akrobatik-Trainer Andrey Yakovlev beim KLZ Düsseldorf. Nach einigen erfolgreichen Trainingsmonaten hatte er eine Gruppe von zehn Kindern gebildet, die sich der Sportakrobatik verschrieben hatten. „Eine eigene Vereinsgründung war damals aber nur schwer durchführbar, wie wir damals feststellen,“ berichtet Belovenceva.

Der erste Sportverein, der auf die Düsseldorfer aufmerksam wurde, war „Heros Dortmund 1899 e. V". Erst als Mitglieder dieses Sportvereins durften sie an Wettkämpfen teilnehmen.

Am 10 September 2000 war es dann soweit: Die Düsseldorfer Kinder im Dortmunder Trikot zeigten bei ihrem ersten Wettkampf „Erste Klasse NRW" sehr gute Leistungen. Sie machten bereist damals den NRW-Landestrainer Herrn Laurin auf sich aufmerksam.

„So starteten unsere Sportler zwei Jahre lang für Heros Dortmund, obwohl wir schon die Entscheidung getroffen haben, einen eigenen Sportverein in Düsseldorf zu gründen. Im Februar 2002 hatten es Trainer und Eltern schwarz auf weiß, das Leistungszentrum Sportakrobatik war gegründet.“

Bereits im gleichen Jahr stand der Vereinsname LSZA bei Wettkämpfen in ganz Deutschland auf der Teilnehmerliste. „Unsere Mannschaft stand zu dieser Zeit auf Platz neun in NRW-Rangliste. Nach hartem Training konnte unsere Mannschaft ein Jahr später die Spitzenposition in NRW erobern,“ kann Belovenceva nicht ohne Stolz betonen.

Seit der Vereinsgründung haben so einige Einzelstarter und Mannschaften des LZSA viele NRW-Meisterschaften gewonnen, einige wurden Deutscher Meister und sogar Teilnehmer bei Welt- und Europameisterschaften hat das LZSA hervorgebracht. So ist es auf der Vereinsseite unter dem Stichwort „Geschichte“ nachzulesen.

Einige Beispiele gefällig? Aber gerne.

Bei der Deutschen Meisterschaft 2005 in der Meisterklasse wurden Michael Rubinov / Johannes Pobedasch in der Disziplin Herrenpaar „Deutscher Mehrkampfmeister“, obwohl beide nach Vereinsangaben viel jünger und unerfahrener waren als die Konkurrenten. Mit diesem Sieg qualifizierten sie sich für die Europameisterschaft in Griechenland und wurden die Nationalmannschaft aufgenommen. Bei dieser Europameisterschaft wurden Rubinov / Pobedasch siebte.

2006 nominierte der Deutsche Sportakrobatik Bund (DSAB) das Herrenpaar für die Weltmeisterschaft in Portugal, wo sie in der Endabrechnung den fünften Platz belegten.

Bei Deutschen Jugend-Meisterschaften 2006 gewannen Igor Chelkovenkov, Johannes Pobedasch, Volodymyr Sychynskyy drei Vizemeistertitel.

In der Nachwuchsklasse (bis 18 Jahre) hat das LZSA viele talentierte und engagierte Kinder und Jugendliche. Sie gewinnen regelmäßig die NRW-Mannschaftsmeisterschaft. „Unsere Einzelstarter qualifizieren sich als Nordwestdeutsche Meister immer wieder für die nationalen Meisterschaften, wo zahlreiche Medaillen geholt wurden. So nahmen z.B. Johannes Belovencev/Andreas Felker Bronze, das gemischte Paar Igor Lukyanov / Isabell Ulrich und das Herren Paar Maximilian und Lennart Kühl Gold von der DM 2009 mit nach Düsseldorf,“ ergänzt Belovenceva.

Doch es ist in den Folgejahren nicht nur bei der Teilnahme an nationalen wie internationalen Meisterschaften geblieben. Die Projekt-Gruppe „Theatertanz LZSA“ ist inzwischen hinzugekommen. Diese Gruppe präsentierte das LZSA auf unterschiedlichen Veranstaltungen, wie beispielsweise Verleihung des Grünes Bandes bei der Commerzbank oder Sportlerehrung in Wesel.

Der LZSA ist einer von diversen Sportakrobatik-Vereinen, die im Sportakrobatik-Verband Nordrhein-Westfalen. Eine regionale Schwerpunktbildung ist dabei nicht erkennbar. Es gibt rund 1.000 Sportakrobaten in 11 Vereinen, wie Belovenceva berichtet. In Düsseldorf sind es 100 Mädchen und Jungen, die dem LZSA angehören. Nach ihren Worten ist Sportakrobatik in Osteuropa bekannt und sehr beliebt. Von daher ist es nicht weiter verwunderlich, daß zumindest in dem Düsseldorfer Verein sehr viele Rußlanddeutsche vertreten sind. „Nordrhein-westfalenweit betreiben mehr Mädchen als Jungen Sportakrobatik. Wir in Düsseldorf sind allerdings in der glücklichen Situation, daß wir einen höheren Anteil an Jungen in der Mannschaft haben.“

Nähere Informationen zur Sportakrobatik, vor allem aber bewegte Bilder, gibt es im Internet unter www.sav-nrw.de bzw. www.lzsa.de.

 

Zurück