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Rugby

Rugby hat ein paar Ähnlichkeiten zum Fußball. Es ist ein Mannschafts-Ballspiel. Das Spielfeld misst 68,40 Meter in der Breite und 100 Meter in der Länge. Es ist durch eine Mittellinie und eine 10-Meter-Linie auf beiden Seiten, sowie Lagerlinien und Seitenlinien unterteilt. Zu den 100 Metern Feldlänge ist das Spielfeld um jeweils maximal 23 Meter tiefe Malfelder verlängert. In diesen Feldern steht jeweils ein gegnerisches H-förmiges Mal. Das Spiel dauert 80 Minuten in zwei Halbzeiten zu je 40 Minuten.

Es gibt 15 Spieler pro Mannschaft. Das Ziel des Spieles besteht nicht darin, Tore zu schießen, sondern Punkte zu erzielen. Die Mannschaft mit den meisten Punkten gewinnt das Spiel. Fünf Punkte gibt es, wenn es einem Spieler gelingt, den Ball in dem Malfeld (ein Raum vor dem Tor) des Gegners abzulegen. Das nennt man einen Versuch. Der Spieler muß mit dem Ball den Raum bis zum Malfeld überwinden! Überquert nur der Ball die Fläche bis zum Malfeld, zählt der Versuch nicht. Nach einem erfolgreichen Versuch gibt es die Möglichkeit der Erhöhung. Der Ball wird dazu durch die torähnlichen H-förmigen Malstangen getreten. Beim Erfolg gibt es weitere zwei Punkte. Wird ein Regelverstoß begangen, durch zum Beispiel Beinstellen oder Abseits, darf die gefoulte Mannschaft von diesem Punkt aus den Ball über die Querstange treten, ist dies erfolgreich, werden drei Punkte erzielt.

Der im Ballbesitz befindliche Spieler darf von den Spielern der gegnerischen Mannschaft angegriffen, durch Umklammern und Tiefhalten behindert und nach Möglichkeit umgeworfen werden. Wenn er am Boden liegt, muß er den Ball sofort abgeben. Sollte er dies nicht tun, bekommt die gegnerische Mannschaft automatisch den Ball.

Der Ballführer versucht nun, durch Tricks wie dem Umlaufen der Gegner, plötzliche Richtungsänderungen, Täuschen und Abspielen vorwärtszukommen. Dann gibt es auch noch “das Gedränge” als eine Besonderheit. Wird der Ball fälschlicherweise nach vorn geworfen, muß ein Gedränge ausgeführt werden. Die Spieler mit den Nummern 1 bis 8 beider Mannschaften stehen sich gebückt aber mit geradem Rücken und ineinander “verzahnt” gegenüber. Sie versuchen, den Gegner wegzuschieben und so den Ball für das eigene Team zu ergattern. Auch dieses Kräftemessen folgt strengen Regeln. Die Hände dürfen nicht benutzt werden. Das Schlagen und Beinstellen ist genauso verboten.

Bei Regelverstößen gibt es die unterschiedlichsten Strafen. Sie reichen bis hin zum Platzverweis. Auch beim Rugby gibt es verschiedene Positionen, an denen ein Spieler eingesetzt werden kann - Stürmer, Verteidiger, Torwart seien hier als Beispiele genannt. Beim Rugby gibt es entsprechende Begriffe dafür. Die Spieler heißen hier Stürmer, Verbinder, Gedrängehalb- und Dreiviertel-Spieler sowie Schlussmann.


Beim Rugby wird der eiförmige Lederball mit der Hand und dem Fuß gespielt. Das Abspielen darf nur nach hinten erfolgen. Der Ball darf also nur an Spieler, die sich hinter dem Abspielenden befinden, geworfen oder übergeben werden.

Das Treten des Balles ist in alle Richtungen erlaubt. Durch tackeln, halten oder drängen darf der balltragende Spieler zu Boden gebracht werden, geschieht dies muss er sich sofort vom Ball trennen.

Die Spieler tragen ein Trikot, kurze Hosen, Kniestrümpfe und Stollenschuhe. Ein Zahnschutz ist ebenfalls Pflicht.

Auch in Duisburg gibt es eine Rugby-Mannschaft. Nämlich beim TV Walsum Aldenrade 07. "Wir spielen hier 15er-Rugby," berichtet David Whitley, der englische Trainer der Mannschat. Trainiert wird immer dienstagabends, auf dem eigenen Vereinsgelände in Aldenrade. Dort gibt es einen Platz, der ein wenig an einen Fußballplatz erinnert. Geht das – Rugby auf einem Fußballplatz spielen? „Größenmäßig könnte ich Rugby auch auf einem Fußballplatz spielen“, berichtet Whitley. „Die Markierung auf dem Platz ist allerdings anders. Außerdem brauche ich Rugby-Tore und einen Rugby-Ball.“ Daß in Deutschland bevorzugt auf Rasenplätzen gespielt wird, liegt an der geringeren Verletzungsgefahr. Anderer Untergrund ist theoretisch aber auch möglich.

Ziemlich klein sieht dort die Tribüne aus. „Wenn wir Rugby spielen, kommen gerade einmal 20 Zuschauer – inklusive der Gäste, die die gegnerische Mannschaft mitbringt. Familie, die eigene Freundin – das sind in der Regel die Zuschauer, die zu einem Rugby-Spiel gehen, “ bedauert Whitley die Situation.

Wie schon oben gesagt: Die Walsumer Mannschaft ist eine reine Amateurmannschaft. Sie spielt in der Verbandsliga NRW. Das ist die 5. Mannschaft von oben und die unterste Liga von Nordrhein-Westfalen. Da ist man zwar nicht von A bis Z, sondern nur von Aachen bis Bielefeld unterwegs – die Kosten übernimmt aber niemand, weder für die Fahrten noch für die Ausrüstung noch für den Platz. tl_files/ssb-duisburg/sportkulturen/Zorbas/Rugby-Gedraenge1.JPG

„Ich beneide den American Football“, gesteht Whitley schon früh im Gespräch. „Dort gibt es Strukturen, auch im Verband. In Heidelberg, Pforzheim und Frankfurt / Main gibt es halbprofessionelle Mannschaften. Football wird vermarktet, Rugby nie. Oder haben Sie schon mal ein Rugby-Spiel im Fernsehen gesehen?“

Whitley stammt aus der mittelenglischen Stadt Birmingham. „Nach Fußball ist Rugby die zweitpopulärste Sportart in England“, berichtet er. „Rugby ist praktisch Volkssport. Es gibt eine ausgeprägte Nachwuchsarbeit. Beim Rugby ist es anders als beim Fußball – man hat Respekt vor dem Schiedsrichter, den anderen Spielern und den Regeln. Anders als im Fußball geht man pfleglich miteinander um. Und die Zuschauerzahl ist bei den Spielen wesentlich größer; sie geht oft in die Tausende.“

Whitley ist durch den Schulsport zum Rugby gekommen. Auch als er 1975 als Soldat nach Duisburg gekommen ist, hat ihn die Begeisterung für den Rugby nicht losgelassen. Es gab immer jemanden, mit dem er Rugby spielen konnte. Heute arbeitet er als Transportfahrer. Und so nebenbei als Transportfahrer für eine private Firma.

Welche Unterschiede sieht er zwischen deutschem und englischem Rugby? Whitley benannt das Profiniveau der Mannschaften. „Die Mannschaften haben oft einen Geldmagnaten im Hintergrund.“ So ist es auch nicht weiter verwunderlich, daß England mit zu den führenden Nationen gehört, wenn es um Rugby geht.

Rugby kann man aber nicht nur an Land spielen. Es geht auch als Unterwasserrugby.

 

Gespielt wird mit einem mit Salzwasser gefüllten Ball (der etwa die Größe eines Handballs und oft das Aussehen eines klassischen Fußballs hat), der durch seine im Vergleich zu Süßwasser höhere Dichte mit einer Sinkgeschwindigkeit von 1 bis 1,25 m/s sinkt. Es wird immer unter Wasser gespielt, der Ball darf nicht über die Wasseroberfläche gelangen.

In einer Wassertiefe zwischen 3,5 m und 5,0 m befinden sich die Tore am Boden des Beckens. Sie sind schwere Metallkörbe mit einem Durchmesser von 39–40 cm.

Ein Spiel dauert 2 x 15 Minuten. Jede Mannschaft besteht aus 6 Spielern und 6 Auswechselspielern sowie 3 Ersatzspielern. Da durch das schnelle Spiel der Kreislauf stark belastet wird, unter Wasser aber nicht geatmet wird, wechseln die Spieler “fliegend“. Dabei gilt die Regel, dass der Auswechselspieler erst dann ins Wasser darf, wenn der andere es komplett verlassen hat.

Die Ausrüstung eines Unterwasserrugby-Spielers besteht aus: einer Tauchmaske, Schwimmflossen, Schnorchel, Wasserball-Kappe weiß oder blau - wichtig: mit Ohrenschützern, Badekleidung weiß oder blau/schwarz und dunklen Armbändern für die blaue Mannschaft und seit 2008 helle Armbänder für die weiße Mannschaft. Teuer ist diese Ausrüstung hinsichtlich der Anschaffung nicht. „Für rund 200 € kann man schon eine gute Ausrüstung bekommen, “ sagt Ehard.  tl_files/ssb-duisburg/sportkulturen/Zorbas/Unterwasserrugby.jpg

Hier seien die wichtigsten Spielregeln genannt: Körperliche Attacken dürfen nur gegen den ballführenden Spieler gerichtet sein oder vom ballführenden Spieler ausgehen. Es darf keiner an seiner Ausrüstung angegriffen werden. Der Ball darf nicht aus dem Wasser gehoben werden. Das Festhalten am Tor ist nicht erlaubt. Grundsätzlich gilt: Rohe Gewalt ist unzulässig; Beißen, Kratzen, Schlagen, Würgen, Treten, übermäßiges Verdrehen von Gliedmaßen und absichtliches Untertauchen gelten als Foul.

Ein Spielleiter und zwei Unterwasser-Schiedsrichter sorgen durch Hupsignale dafür, dass das Spiel fair bleibt.

  • Ein langer Ton: Spielbeginn/-fortsetzung
  • Zwei lange Töne: Tor
  • Mehrere kurze Töne: Spielunterbrechung (Strafe, Schiedsrichterball oder Ende der Halbzeit)

Unterwasserrugby erfordert eine hohe Ausdauer und gutes Apnoetraining. Aber auch taktisches Gefühl ist notwendig, da richtige Positionierung für ein gutes Paßspiel entscheidend ist. Dabei wird der Ball, ähnlich wie beim Kugelstoßen, weggedrückt. Je nach Krafteinsatz und Geschwindigkeit kann der Ball so über mehrere Meter Distanz zielgenau gepasst werden. „Na ja, in der Praxis sind es in der Regel nur zwei bis drei Meter, die ein trainierter Spieler den Ball spielen kann, “ berichtet Mark Ehard, Leiter der Abteilung Unterwasserrugby beim DUC – Duisburger Unterwasser – Club. Insgesamt zeichnet sich das Spiel durch unterschiedliche Anforderungen an die Spieler aus: Nicht nur Kraft ist gefragt, gerade unter Wasser sind Schnelligkeit und Wendigkeit maßgebend. Um sich im annähernd „freien Raum“ der drei Dimensionen zurechtzufinden, ist darüber hinaus eine gute Übersicht unerlässlich, denn ein Angriff kann beim Unterwasserrugby auch von oben oder unten erfolgen. „Eine Sache sollte man nicht vergessen: Man darf nicht wasserscheu sein und keine Angst vor dem Tauchen haben. Man sollte schwimmen können. Sporttauglichkeit muß gegeben sein, “ so Ehard. „Was die Atmung anbelangt, ist es eine Übungssache. Je länger man dabei ist, desto besser klappt das auch.“

Im Sommer hat die Unterwasserrugbymannschaft ihr Quartier im Memelbad in Neudorf. „Normalerweise treffen wir uns aber im Kombibad in Homberg“, berichtet Ehard.

„Über die Tiefe des Beckens ist ja oben schon was gesagt. Es soll 9 – 20 Meter lang und 9 – 12 Meter breit sein,“ berichtet er. „Nicht jedes Hallenbad erfüllt diese Norm. In Deutschland ist man aber kulant. Da können wir auch in den normalen Hallenbädern trainieren und spielen. Theoretisch würde es sogar in einem Freibad gehen.“

In Duisburg gibt es drei Vereine, in denen Unterwasserrugby gespielt wird. „Das ist selten, daß es so viele Mannschaften in einer Stadt gibt,“ betont Ehard. Neben dem DUC gibt es noch die Freien Schwimmer und den DSSC. Der DUC spielt momentan in der Landesliga. Das ist die niedrigste Liga in Nordrhein-Westfalen. Daß der DUC in den `80er Jahren auch schon mal Deutscher Meister gewesen ist, soll hier nicht verschwiegen werden. „Momentan hat der Verein so um die 150 Mitglieder. „Momentan verspüren wir wieder Zulauf. Es interessieren sich wieder mehr Leute für das Unterwasserrugby,“ betont Ehard. Wer nähere Informationen zu der Sportart und der Mannschaft haben möchte, kann im Internet unter www.duc-duisburg.de nachschauen. Neben einem Werbefilmchen sind dort alle wichtigen Informationen einsehbar.

Als interessierter Zuschauer kann man zwar mit einer Maske ins Wasser gehen und dem Spielgeschehen folgen. In der Regel kommen aber trotzdem oft nur Familienangehörige und Freunde zu den Spielen. Es ist beim Unterwasserrugby eben wie bei vielen anderen Randsportarten auch. Man bleibt unter sich, spielt unter Ausschluß der Öffentlichkeit und finanziert sich sein Hobby selbst.

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