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Baseball

Baseball ist die traditionsreichste US-amerikanische Sportart. Der erste dokumentiert gegründete Verein in den USA waren die New York Knickerbockers 1845. Die Sportart ist inzwischen auch bei uns in Deutschland vertreten.

Baseball ist eine Mannschaftssportart, die aus den USA kommt. Eine Mannschaft besteht aus neun Spielern – das ist die Mindeststärke einer Mannschaft. Beliebig viele Auswechselspieler kommen hinzu.

Das Spielfeld hat die Form eines Viertelkreises, dessen äußere gerade Kante zwischen 90 und 120 Meter lang ist. Es besteht aus zwei Teilen. Das Ausgangsmal und die drei Male umschließen das innere Spielfeld. Dahinter befindet sich das äußere Spielfeld. Inneres und äußeres Spielfeld zusammen bilden das Fair Territory, in das die Bälle vom Schlagmann geschlagen werden sollten.

Die meisten Aktionen finden im sogenannten Infield statt. Dies ist ein Quadrat in der Spitze des Viertelkreises von 27,43 m Kantenlänge, dessen Ecken durch die drei Bases und die Home Plate markiert sind. Der Rest des Fair Territories heißt Outfield.

Sieger ist diejenige Mannschaft, die nach einer bestimmten Anzahl von Spielabschnitten mehr Punkte als der Gegner erreicht hat. Einen Punkt erzielt man, wenn man alle Male in der korrekten Reihenfolge nacheinander umrundet und zum Ausgangsmal zurückkehrt, bevor drei der eigenen Mitspieler aus sind.

Das Prinzip des Baseballs läßt sich recht einfach beschreiben. Mehrfach abwechselnd hat ein Team das Schlagrecht (Offense) und kann Punkte erzielen, während das andere Team in der Verteidigung (Defense) das Feld verteidigt und Versucht, den Ball schnell unter Kontrolle zu bringen. Die Spieler der Offense versuchen, den von der Defense geworfenen Ball zu schlagen und anschließend gegen den Uhrzeigersinn den nächsten sicheren Standpunkt (Base) zu erreichen. Wenn die Spieler der Defense den Ball schneller unter Kontrolle bringen, können sie dies verhindern und der Spieler der Offense scheidet aus. Wenn ein Spieler der Offense den Ball nicht trifft oder sich nicht auf einer Base befindet, kann er durch Berührung mit dem Ball aus dem Spiel genommen werden (out).

Ein Spielabschnitt heißt Inning und besteht aus zwei Halbinnings. Ein Spiel besteht in der Regel aus 9 Innings. Dabei ist im ersten Halbinning immer die Auswärtsmannschaft Offense. Im zweiten Halbinning ist dann die Heimmannschaft am Schlag.

Ein Zeitlimit ist beim Baseball nicht vorgesehen. Ein Unentschieden ist nicht vorgesehen. Gibt es nach dem 9. Inning einen Gleichstand, wird solange gespielt, bis es einen Sieger gibt.

Das Spiel beginnt mit einem Wurf des Werfers in Richtung des Schlagmals. Dort steht sein Gegenspieler, der Schlagmann. Der Schlagmann schlägt den Ball nach Möglichkeit ins Feld. Gelingt ihm das, wird er zum Läufer. Er versucht, die erste Base zu erreichen, bevor ein Gegenspieler der Feldmannschaft den Ball dorthin geworfen hat. Hat der Spieler die Base erreicht, ist er dort erst einmal in Sicherheit. Er kann auf den Schlag des nächsten Spielers seiner Mannschaft warten und dann wie oben beschrieben die nächsten Male erreichen. Wenn ein Läufer das innere Spielfeld einmal umrundet hat, erhält seine Mannschaft einen Punkt. Die Mannschaft im Feld kann keine Punkte erzielen. Ihr Ziel ist es, drei Aus-Situationen herbeizuführen, um dann selbst das Angriffsrecht zu erhalten.

Es gibt eine Möglichkeit, wie die Feldmannschaft einen Schlagmann / Läufer daran hindern kann, das Spielfeld zu umrunden und so einen Punkt zu machen: Der Spieler muß ausgemacht werden. Ausmachen heißt, daß ein Spieler der Schlagmannschaft seinen Weg vom Schlagmal um das innere Feld herum nicht vollenden bzw. gar nicht beginnen kann. Der Spieler wird durch einen Spielzug der Feldmannschaft daran gehindert. Das hat für die Feldmannschaft zwei Vorteile. Dieser Spieler kann für seine Mannschaft keinen Punkt erzielen und zum anderen führt das dritte Ausmachen eines Spielabschnitts zum ersehnten Wechsel.

Doch wie kann man einen Spieler ausmachen? Es gibt drei Möglichkeiten dazu.

Die erste Möglichkeit für das Aus ergibt sich bereits am Schlagmal, nämlich dann, wenn der Werfer der Feldmannschaft dem Schlagmann einen Ball zuwirft. Der Werfer muß bestimmte Regeln beachten, wie er den Ball werfen muß, damit der Schlagmann auch die Chance hat, den geworfenen Ball zu treffen. Der Werfer muß den Ball so werfen, daß dieser über das Ausgangsmal fliegt, dabei aber nicht oberhalb des Mittelpunkts zwischen der Achselhöhle und dem Gürtel sowie unterhalb des Knies des Schlagmanns ankommt. Dieser Bereich nennt sich Strike - Zone. Wenn der Werfer die Strike Zone viermal verfehlt, darf der Schlagmann – ohne den Ball ins Feld geschlagen zu haben – zur ersten Base vorrücken. Wenn die Würfe korrekt durch die Strikezone fliegen, der Schlagmann aber drei Bälle verfehlt, ist der Schlagmann aus.

Ein Schlagmann ist auch aus, wenn der geschlagene Ball von einem Spieler der Feldmannschaft aus der Luft gefangen wird.

Jede Base darf nur von einem Angreifer besetzt werden. Wird der Ball durch einen Schlag ins Spiel gebracht und der Schlagmann läuft die erste Base an, so hat der Läufer, der bis dahin dort verweilt hat, das Mal freimachen und sich auf den Weg zum zweiten Mal zu machen. Die verteidigende Mannschaft muß den Ball dann nur noch eher zur Base bringen als der Läufer dort ankommt.

Auch wenn der Läufer nicht gezwungen ist, das Mal freizumachen, so kann er trotzdem immer versuchen, das nächste Mal anzulaufen. Wird er auf dem Weg zwischen den Malen von einem Feldspieler mit dem Ball berührt, so ist er aus.

Man kann einmal durch das Schlagen des Balles und daraus entstehende Spielzüge ein oder mehrere Mal vorrücken.

Eine weitere Möglichkeit des Vorrückens ist das Ausnutzen der Fehler der anderen Mannschaft. Ein Beispiel: Der Werfer wirft den Ball zum Beispiel so, daß der Fänger hinter dem Schlagmal ihn nicht fangen kann, nutzt ein Läufer diese Situation aus und versucht, die nächste Mal zu erreichen.

Die Stelle des Feldes, die den Ausgangspunkt für jeden Spielzug bildet und gleichzeitig die Endstelle stellt, ist das Heimmal. Es ist in der Praxis eine fünfseitige Gummiplatte. Links und Rechts von der Home Plate befindet sich je eine Zone, in der der Schlagmann steht, wenn er mit Schlagen des Balles an der Reihe ist.

Der Anfangspunkt des pfeilförmigen rechten Winkels des Spielfeldes ist eine der vier Ecken des 90-Fuß-Quadrats, das das innere Spielfeld ausmacht. Die anderen drei Ecken werden durch Kissen, die sich leicht über dem Bodenniveau des Spielfeldes befinden, markiert. Diese Male haben eine Seitenlänge von 15  Inches (38 cm). Sie werden entgegen dem Uhrzeigersinn als erstes, zweites und drittes Mal bezeichnet.

Das Ausgangsmal sowie das erste und dritte Mal befinden sich komplett innerhalb des 90-Fuß-Quadrats. Sie sind dort so platziert, daß der Schiedsrichter den Ball sofort „fair“ geben kann, wenn er eines der Kissen am ersten und dritten Mal berührt. Das Ausgangsmal besitzt diese spezielle Form, damit es dem Hauptschiedsrichter leichter gemacht werden kann, zu entscheiden, ob der Ball über die Platte geworfen wurde oder nicht, also ob er in der Strike Zone war oder nicht.

Der Ball hat einen Durchmesser von etwa 7,4 cm. Der Umfang muß mindestens 22,8 cm (9 inches) und darf höchstens 23,5 cm (9 1/4 inches) betragen. Das Gewicht soll nicht weniger als 141,7 g (5 ounces) und nicht mehr als 148,8 g (5 1/4 ounces) sein. Der Baseball ist von zwei Stücken weißem Leder umhüllt, die mit roten Fäden zusammengenäht sind.

Ein Baseballschläger muss im Querschnitt kreisrund sein, darf maximal 42 Zoll (knapp 107 cm) lang sein und an der stärksten Stelle einen Durchmesser von höchstens 2,75 Zoll (knapp 7 cm) aufweisen. Sein Gewicht liegt gewöhnlich zwischen 26 und 35 Unzen (rund 800 bis 1000 Gramm), welches aber nicht vorgeschrieben ist.

Jeder Spieler der Feldmannschaft trägt zum Aufnehmen oder zum Fangen einen Lederhandschuh, der das leichte und schmerzfreie Fangen des Balles ermöglicht. Der Schlagmann trägt gewöhnlich ein Paar dünne Lederhandschuhe und um Blasen an den Fingern zu vermeiden und einen besseren Griff zu haben.

Schlagmänner und Läufer tragen Kunststoffhelme (oder auch Glasfaserhelme), um vor Kopftreffern mit dem Ball geschützt zu sein. Auf der dem Werfer zugewandten Seite bedecken diese auch das Ohr.

Der Fänger trägt zusätzliche Schutzausrüstung, da er hinter dem Schlagmann in der Hocke sitzt und vor nicht getroffenen oder abgefälschten Bällen geschützt sein muß. Seine Ausrüstung besteht aus einem stark gepolsterten, fingerlosen Fanghandschuh, einer Gesichtsmaske, einem Helm, einem Brustschutz, einem Genitalschutz und Knie- und Schienbeinschützern. Helm und Gesichtsmaske können leicht abgeworfen werden.

„Fußball ist ein Arbeitersport für die Massen. Amerikaner lieben Kontaktsport mit Action und Show, “ berichtet Ron Morrain. Der sympathische und freundliche Amerikaner mit deutschen Wurzeln gehört dem Deutsch-Amerikanischen Freundeskreis Niederrhein an. Er lebt und arbeitet als Betriebspsychologe bei uns in Duisburg.

Schaut man sich das Spiel an, merkt man als Betrachter schnell, daß es kein Kontaktsport und nicht für die Massen ist. „Wichtig ist die Atmosphäre. Man muß es schon live sehen, “ betont Morrain. „Baseball ist ein Sport für die ganze Familie.“

Ganze Familien gehen in Amerika zusammen ins Baseball-Stadion. Man ißt Hotdogs (natürlich mit echt amerikanischen Rindfleisch, wie Morrain betont), trinkt etwas dazu. „Vor jedem Spiel wird die Nationalhymne gesungen“, erzählt Morrain. „Das hat etwas mit dem amerikanischen Nationalismus zu tun.“

Hooligans? Bengalische Feuer? Unflätige Ausdrücke? Nach den Worten Morrains gibt es das nicht. „Man weiß, wie man sich benimmt. Diese Benimm-Regeln sind in Stein gehauen. Benimmt man zu sehr daneben, kann es durchaus sein, daß der Sicherheitsdienst kommt und den Übeltäter hinauswirft.“

Amerikanische Baseball-Mannschaften sind Franchise-Unternehmen, die als Geschäftsunternehmen organisiert sind und das Franchise-Geschäft mit der Major League Baseball, die die nordamerikanischen Baseball-Profiligen organisiert, machen. „Das Franchise-System ist aber nicht starr, so daß die Mannschaften ihren eigenen Charakter haben und die Stadien durchaus unterschiedlich aussehen können“, berichtet Morrain.

Baseball ist in den USA ein Milliarden-Geschäft. Im Fernsehen wird es durchaus gewinnträchtig vermarktet. Werbepausen können so viel Geld kosten.

Baseball und Hotdog – kann man die USA darauf reduzieren? „Ich vermisse Baseball sehr. Wenn ich meine Familie in den Staaten besuche, gehe ich mir regelmäßig ein Baseball-Spiel anschauen.“

Ganz anders sieht die Situation bei den Duisburg Dockers aus. Dort spielen 80 Aktive in den Bereichen Schüler, Jugend, Junioren und Herren, wie Winfried Tomczak, 1. Vorsitzender und Pressesprecher des Duisburger Vereins in einer Person, berichtet. Die Herrenmannschaft spielt nach seinen Worten in der untersten deutschen Liga. „Es hat immer ein Auf und Ab gegeben. Momentan spielen wir in der Bezirksliga I. Das ist momentan die sechste Liga, wenn man von der Bundesliga herunterrechnet.“

Die Gründe dafür sind vielfältig. Es fängt schon mit den Trainingsmöglichkeiten an. Momentan haben die Dockers ihre Heimstätte noch im Schwelgernstadion in Marxloh. „Wir trainieren zur selben Zeit wie die Footballer. Bei den Footballern stehen zwar mehr Leute auf dem Platz; dafür benutzen wir aber – wegen unseres Schlagtrainings – zwei Drittel des Platzes.“

Baseball ist nach seinen Worten eine „Schönwettersportart“. Die Saison geht von April bis September. Und gespielt wird auch nicht bei Regenwetter.

Eine erfreuliche Nachricht kann Tomczak hier aber vermelden. Auf der Platzanlage des TuS Neumühl baut der Verein in Eigenregie einen eigenen Baseball-Platz. „Das wird dann der allererste offizielle Baseball-Platz in Duisburg sein“, strahlt Tomczak. „Wir kriegen so eine Identität als Baseballer.“

Dieser Baseball-Platz wird komplett aus eigener Tasche finanziert. „Wir haben den Platz natürlich in Absprache mit dem Bezirksamt Hamborn gebaut. Klar, geht ja auch nicht anders, allein schon wegen der Baugenehmigungen. Dort wird unser Baseball-Platz auch als Bereicherung angesehen, was beispielsweise die Kinder- und Jugendarbeit angeht.“ Die Dockers bekommen aber keinen Cent für ihre Arbeit. Und das schon seit Jahren.

Ähnlich sieht es auch im Ligabetrieb aus. Wer Baseball spielt, tut dies aus reinem Idealismus. Weder Trainer noch Spieler bekommen irgendeine finanzielle Unterstützung. Wer mitmacht, muß also Ausrüstung und Fahrtkosten selbst stellen. „Na ja, einen Trikotsatz können wir schon stellen, “ schränkt Tomczak dann auch wieder ein.

Und wer spielt derzeit in der Mannschaft? Amerikaner sind nach den Worten von Tomczak derzeit nicht dabei. „Wir haben Türken, Russen, was der Stadtteil Marxloh so hergibt.“ Eine Aussage von Morrain kann Tomczak bestätigen: „Beim Baseball wird auf Manieren geachtet.“ Auf ordentliche Bekleidung wird genauso geachtet wie anständiges Benehmen. So wird beispielsweise nicht mit dem Schiedsrichter diskutiert, auch wenn der eine umstrittene Entscheidung tritt. Die Vereine sind miteinander befreundet, man hilft sich gegenseitig.

Auch wenn die lokale Presse (WAZ, NRZ, Rheinische Post) schon hin und wieder über die Mannschaft berichtet, finden die Spiele in der Regel doch unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. „In der Regel kommen Eltern, Freunde und die Familie“, berichtet Tomczak, der gerne zugibt, daß er durch seine Tochter, die selbst Baseball spielte, zu dem Sport gekommen sei. „Es gibt selbst `Catering´, also selbst gemachten Kuchen, Kaffee, Würstchen.“

Wer neugierig geworden ist und sich ein Spiel mal live ansehen möchte, kann die Termine, aber auch viele weitere Daten unter www.duisburg-dockers.de ansehen.

Die Dockers gibt es – als Mannschaft – seit 1992. Über die weitere Entwicklung, etwa Erfolge der Mannschaft oder die sportliche Karriere einzelner Duisburger Spieler, liegen dann keine weiteren Erkenntnisse mehr vor. Selbst der Internetauftritt der Dockers gibt an dieser Stelle nichts her.

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