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Cricket

Cricket ist eine Mannschaftssportart, die ursprünglich aus England kommt. „Momentan ist sie noch die zweigrößte Sportart der Welt, was Spieler und Zuschauer anbelangt. Nur der Fußball ist stärker ausgeprägt. Cricket ist auch in Indien sehr populär. Angesichts der Bevölkerungszahlen dort wird es aber nicht lange dauern, bis Cricket bei den populärsten Sportarten an der Nummer 1 rangiert, “ blickt Brian Mantle in die Zukunft. Der Engländer, in dessen Adern auch ein paar Tropfen schottischem Blut fließen, lebt und arbeitet in Essen. Er ist dort Geschäftsführer des Deutschen Cricket Bundes. Erst in den 1980er Jahren waren wieder genügend Vereine entstanden, um einen neuen Anlauf wagen zu können. Der DCB ist Mitglied des European Cricket Council (ECC).

Vor dem Dritten Reich war Cricket sehr beliebt bei uns in Deutschland, wie Mantle berichtet. Wieso nach dem Krieg keine Wiederbelebung stattfand, kann auch Mantle nicht sagen. „Die britischen Besatzungstruppen haben Cricket praktisch wieder nach Deutschland gebracht“, blickt er zurück.

Eine Cricketmannschaft besteht aus elf Spielern. Von der Schlagmannschaft, die während des Spielgeschehens Punkte erzielen kann, sind immer nur zwei gleichzeitig auf dem Spielfeld. Sie werden „Batsman“ = Schlagleute genannt. Die Spieler der Feldmannschaft sind alle auf dem Platz.

Während bei anderen Sportarten beide Mannschaften praktisch in jeder Spielphase punkten können, ist im Cricket jeweils eine Zeit lang eine Mannschaft diejenige, die Punkte erzielt, während die andere versucht, dies zu verhindern. Anschließend wird gewechselt. Eine solche Phase heißt Innings. Ein vollständiges Cricketspiel besteht je nach Spielformat aus einem oder zwei Innings pro Mannschaft.

Die Punkte einer Mannschaft im Cricket werden in Runs angegeben. Runs können, von seltenen Ausnahmen abgesehen, immer nur von der im laufenden Innings schlagenden Mannschaft erzielt werden. Von dieser Mannschaft sind – wie oben schon gesagt - immer zwei Werfer gleichzeitig auf dem Spielfeld. Sie besetzen jeweils ein Ende der Pitch.

Ein Run wird normalerweise erzielt, indem der Striker den Ball des Werfers wegschlägt, und beide Schlagmänner daraufhin zum jeweils anderen Pitchende laufen und damit ihre Plätze tauschen. Beide Schlagmänner müssen hinter die Popping Crease (Schlaglinie oder kurz „Linie“) gelangen, die sich 1,22 m vor dem jeweiligen Wicket befindet. „Hinter“ bedeutet, daß sie mit ihrem Körper oder dem in der Hand gehaltenen Schläger den Boden jenseits der weißen Linienmarkierung berühren müssen.

Diesen Vorgang können sie beliebig oft wiederholen, was jedes Mal einen weiteren Run einbringt. Doch in der Zwischenzeit wird die Feldmannschaft den Ball so schnell wie möglich zu einem der Pitchenden zurückbringen, um das dortige Wicket zu zerstören.

Nur zur Erklärung: Striker wird derjenige der beiden Schlagleute genannt, der gerade am Schlag ist.

Daneben gibt es noch weitere Möglichkeiten, Punkte zu erzielen, etwa wenn der Ball aus dem Spielfeld geschlagen wird oder der Gegner einen Fehler begeht.

Eine Cricketmannschaft besteht aus elf Spielern. Von der Mannschaft, die Runs erzielt, der Schlagmannschaft, sind immer nur zwei gleichzeitig auf dem Spielfeld, die Batsmen. Die Spieler der Feldmannschaft sind alle auf dem Platz. Der Bowler ist der Werfer im Cricket und Mitglied der jeweiligen Feldmannschaft. Die Wurftechnik des Bowlers ist durch die Regeln vorgeschrieben. Der Wurfarm darf nicht mehr gestreckt werden, sobald er die Höhe der Schulter erreicht hat. Ansonsten wird der Wurf ungültig.

Ein vollständiges Cricketspiel besteht je nach Spielformat aus einem oder zwei Innings pro Mannschaft.

Cricket wird auf einem großen, ovalen Platz gespielt. In der Mitte des Spielfeldes befindet sich ein besonders präparierter, 20,12 Meter langer und 3,05 Meter breiter Streifen – die so genannte Pitch. An den beiden Enden dieser Pitch sind jeweils drei Stäbe aufgestellt, auf denen lose je zwei kleinere Querstäbe liegen. Diese beiden Sets von Stäben werden Wickets genannt.

Die Pitch ist der Teil des Spielfeldes zwischen den beiden Wickets, liegt also ungefähr in der Mitte des Cricketfeldes. Er ist der wichtigste Bereich des Platzes. Im professionellen Cricket wird immer auf natürlichem Rasen gespielt. Der übrige und größte Teil des Spielfeldes ist immer aus Naturrasen.

Die Pitch ist 22 Yards (20,12 m) und 10 Fuß (3 m) breit. Die Oberfläche ist sehr eben und normalerweise mit sehr kurz gehaltenem Gras bewachsen, das sich während eines Spiels allerdings sehr schnell abnutzt.

An den beiden Schmalseiten der Pitch stehen die beiden Wickets jeweils in der Mitte einer Bowling Crease genannten Linie, die 8 Fuß und 8 Zoll lang (2,64 m) ist. Vier Fuß (1,22 m) vor dem Wicket, d.h. in Richtung des jeweils anderen Wickets, liegt parallel dazu eine mindestens 12 Fuß (3,63 m) lange Linie, die Popping Crease. Im rechten Winkel zu den erstgenannten Linien liegt zu beiden Seiten eine Return Crease, die an der Popping Crease beginnt und mindestens 4 Fuß (1,22 m) hinter die Bowling Crease reicht.

Das Wicket ist eine Besonderheit des Crickets. Daher soll diese Holzkonstruktion hier näher vorgestellt werden.

Das Wicket besteht aus drei Stäben und zwei Querstäben. Ein solches Wicket gibt es an jedem Ende der Pitch. Der Schlagmann verteidigt es mit seinem Schläger vor dem vom Werfer geworfenen Ball.

Der aus einem Stück gearbeitete Stab besitzt eine ca. 8 cm lange Spitze, die ohne weitere Befestigungen in den Boden (Rasenplatz) gesteckt wird. Höherwertige Stäbe werden aus englischer Esche hergestellt.

Jeder Stab hat über dem Boden eine Höhe von 71 cm (28 Zoll). Die drei Stäbe stehen im gleichmäßigem Abstand auf der sogenannten Bowling Crease (Linie), so daß das Wicket insgesamt ca. 23 cm (9 Zoll) breit ist. Die beiden Querstäbe, die in kleinen Vertiefungen locker auf den Stäben liegen, dürfen diese nicht mehr als 1,3 cm (1/2 Zoll) überragen und sind jeweils ca. 11 cm lang.

Die Spieler sind immer komplett in weiß gekleidet. Lange Hosen und ein entsprechendes Hemd gehören zur Ausrüstung. Schutzausrüstung für die Beine und den Kopf kommen hinzu. Die Schläger müssen aus Holz sein, in der Regel englische Weide.

Doch wie kommt es, daß Cricket in England so beliebt ist, während es bei uns in Deutschland kaum Anhänger findet? „Es ist ein Teil der Kultur,“ berichtet Mantle. „Dafür wird bei uns beispielsweise kein Handball gespielt. Bei uns gibt es eine Redensart: Fußball ist ein Gentlemen-Sport, der von Hooligans gespielt wird. Rugby ist ein Hooligan-Sport, der von Gentlemen gespielt wird. Cricket ist ein Gentlemen-Sport, der von Gentlemen gespielt wird.“

Nach seinen Worten gibt es einen „Spirit of Cricket“. Die Spieler akzeptieren die Entscheidungen der Schiedsrichter, selbst wenn sie hanebüchen ausfallen sollten. Bei den Zuschauern kann es durchaus vorkommen, daß man das eine oder andere Glas Bier oder Champagner trinkt. Laut oder gar ausfallend wird deswegen aber noch niemand.

Doch was ist so interessant an der Sportart? „Es ist ein Kampf Mann gegen Mann. Es ist nicht so schnell wie beispielsweise Fußball. Langweilig ist es trotzdem nicht. Es passiert immer etwas,“ berichtet Mantle. Er selbst ist durch seine Familie zum Cricket-Sport gekommen. Sein Vater war selbst aktiver Cricket-Spieler. Disziplin, Geduld, Fitness, Reaktionsschnelligkeit und die Koordination von Auge und Hand sind für ihn wichtige Eigenschaften, die ein Spieler mitbringen muß.

Nach seinen Worten braucht man schon ein eigenes Spielfeld, um Cricket spielen zu können. „Mal eben so“ in einem Park oder auf der Straße kann man dem Sport nicht nachgehen, wenn man es regelgerecht betreiben möchte. Gespielt wird in Deutschland auf Kunstrasen, während in England wohl mehr der natürliche Rasen üblich ist.

Farhad Syed stammt aus Lahore, Pakistan. Seit Mitte der `90er Jahre lebt er bei uns in Duisburg. Wenn er nicht gerade als Taxifahrer unterwegs ist, spielt er Cricket in seiner Freizeit. Den Duisburger Cricket Club gibt es seit 2011. Er ist der Nordrhein Westfalen Cricket Union angeschlossen. „Wir spielen noch in der NRW-Liga“, berichtet Syed. „12 Mannschaften nehmen an dieser Liga teil. Sie sind in 2 Gruppen a 6 Mannschaften aufgeteilt. Die jeweils 4 besten Mannschaften spielen dann in den Play-offs den Landesmeister aus. Wir sind bis in das Achtelfinale gekommen.“ So ganz nebenbei erzählt Syed, daß 2012 das Kölner Cricket Team sowohl Landes- wie auch deutscher Bundesmeister geworden ist. Auf privater Ebene werden noch Turniere organisiert.

20 Spieler plus den pakistanischen Trainer gehören der Mannschaft. Sie kommen aus Duisburg und Umgebung. Es sind Deutsche, Inder, Pakistani und Leute aus Sri Lanka. Neue Spieler werden in der Regel nur durch Direktansprache, beispielsweise unter Freunden, gewonnen. „Cricket ist hier in Deutschland ziemlich unbekannt. Da kommen auch nur wenige Besucher zu den Spielen.“ In Pakistan sieht die Lage nach seinen Worten völlig anders aus. Dort kann man Cricket das ganze Jahr über spielen. Pakistan war ja bekanntlich bis 1947 als muslimischer Teil britische Kolonie. Nationalsport ist Hockey; Cricket ist aber auch sehr beliebt. „Man kann es mit dem Fußball hier in Deutschland vergleichen. Es gibt viele kleinere Sportplätze. Bedingt durch die gegenwärtige politische Situation finden nicht sehr viele Spiele statt. Wird gespielt, kommen sehr viele Zuschauer. Die Leute sind dann auch mit sehr viel Begeisterung dabei.“

In Deutschland kann man nach seinen Worten nur sehr unregelmäßig trainieren. Was aber nicht unbedingt an den Spielern liegt. Oft fehlen schlichtweg die passenden Sportplätze. In Dortmund gibt es einen Sportartikelladen, wo man die passende Ausrüstung kaufen kann. Oft wird aber auch über das Internet direkt aus England besorgt.

Cricket ist eine Sportart, die auf den britischen Inseln sehr populär und beliebt ist. Sie gilt daher bei uns als very british. Am Samstag, dem 25. August 2012 bestand nachmittags so ab 13 Uhr die Möglichkeit, eine abgespeckte Variante des Sports kennenzulernen. Ort des Geschehens: die Engländerwiese im Düsseldorfer Nordpark. Vom Eingang aus gesehen liegt diese doch sehr große Rasenfläche links vom Aquazoo.

Die englischsprachige anglikanische Kirchengemeinde, „Christ Church“, das britisch Generalkonsulat und der British Business Club führen diese doch sehr familiäre Veranstaltung gemeinsam durch. Man unterhält sich und trinkt eine Tasse Tee dabei.

Und so ganz nebenbei wird auch noch Cricket gespielt. Auch hier geht es ziemlich locker zu. Die Spieler sind alle reine Liebhabersportler, die alle einem Zivilberuf nachgehen, die dementsprechend teilweise auch sichtbar fehlende Spielpraxis aufweisen.

Mit den Spielregeln wird es nicht so ganz genau genommen. Die Spieler sind nicht alle komplett weiß bekleidet. Das eine oder andere farbige Kleidungsstück ist doch dabei. Die Spielfeldbegrenzung ist nicht etwa vorgegeben; sie wird nach Augenmaß mittels farbiger Punkte selbst angefertigt.

Der familiäre Charakter kommt nicht von ungefähr. Da kein Hinweisschild auf die Veranstaltung aufmerksam macht, erfährt der zufällige Besucher des Nordparks und Aquazoos auch nichts von der Veranstaltung. Die Leute, die den Weg dahin finden, kennen sich untereinander. Viele binationale Familien sind dabei. Wer am Ende den kleinen Pokal gewinnt, ist da fast schon egal.

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