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Faustball

Faustball ist eine Sportart, die es schon sehr lange gibt. Unter regionalen Gesichtspunkten sollen ihre Wurzeln im südlichen Europa liegen. In Deutschland ist Fastball im Jahre 1870 angekommen. Faustball hat viele Ähnlichkeiten mit dem Volleyball und unterscheidet sich doch sehr davon.

Faustball ist ein Rückschlagspiel, bei dem sich zwei Mannschaften auf zwei Halbfeldern gegenüberstehen. Sie sind durch eine Mittellinie und ein Band getrennt. Dieses Band ist zwischen zwei Pfosten in zwei Meter Höhe gespannt.

Jede Mannschaft besteht aus fünf Spielern. Drei Ersatzspieler kommen hinzu.

Der Ball darf vor jeder Berührung durch einen Spieler einmal auf dem Boden aufspringen, jedoch nur innerhalb des Spielfeldes. Pro Spielzug darf er von drei unterschiedlichen Spielern berührt werden Der Ball muß aber spätestens durch den dritten Spieler über das Band zum Gegner gespielt werden.

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Der Ball wird bei der Abwehr und beim Zuspiel mit der Innenseite des ausgestreckten Unterarms gespielt, beim Angriff mit der Faust geschlagen. Berührt er die offene Handfläche oder andere Körperteile als den Arm, wird es als Fehler gewertet. Der Ball wird immer nur mit einer Hand gespielt. Spielzüge wie das Pritschen oder Baggern, die aus dem Volleyball bekannt sind, kommen hier also nicht zum Einsatz.

Gespielt wird nach Punkten und Sätzen. Wenn eine Mannschaft einen Fehler macht, bekommt die andere einen Punkt, selbst wenn sie keinen Aufschlag hatte. Die Mannschaft, die den letzten Fehler begangen hat, macht den nächsten Aufschlag. Ein Satz endet, sobald eines der Teams elf Punkte erzielt hat und mit mindestens zwei Punkten in Führung liegt (also mindestens 11:9). Beim Stande von 10:10 wird der Satz automatisch verlängert, bis eines der Teams mit zwei Punkten in Führung geht oder zuerst den 15. Punkt erzielt. Die Anzahl der Gewinnsätze variiert je nach Spielklasse. In der 1. Bundesliga der Herren wird nach dem Prinzip Best of Nine gespielt, also auf fünf Gewinnsätze.

Bestimmte Spielszenen werden als Fehler gewertet.  Sie sollen hier kurz aufgeführt werden. Der Ball oder ein Spieler berührt das Band oder die Pfosten. Der Ball berührt außerhalb des Spielfelds den Boden. Der Ball berührt zweimal hintereinander den Boden, ohne daß eine regelgerechte Berührung durch einen Spieler dazwischen war. Der Ball wird seitlich an den Pfosten vorbei oder unterhalb des Bandes ins gegnerische Feld gespielt. Er darf nur oberhalb des Bandes und zwischen den gedanklich nach oben verlängerten Pfosten ins gegnerische Halbfeld gespielt werden. Mehr als drei Spieler einer Mannschaft berühren den Ball während eines Spielzuges. Ein Spieler berührt zum zweiten Mal innerhalb eines Spielzuges den Ball. Wenn mehrere Ballberührungen stattfinden, müssen es jeweils unterschiedliche Spieler sein. Der aufschlagende Spieler berührt oder übertritt beim Aufschlag die 3-m-Linie (Aufschlaglinie).

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Faustball ist kein saisonbedingter Sport. Im Sommer startet die Feldsaison. In dieser Zeit spielt man es im Freien auf dem Sportplatz. Die Größe des Feldes liegt bei 50 x 20 m. In der Regel wird auf Rasen gespielt Im Winter,  wenn die Hallensaison startet, wird in der Halle gespielt. Hier wird dann das eingezeichnete Handballfeld als Spielfläche benutzt; Die Feldgröße liegt dann bei  40 x 20 m. Hier wird auf normalem Hallenboden gespielt. In der Halle ist jede Wandberührung durch den Ball ein Fehler. Die Decke darf berührt werden, außer beim Überspielen des Bandes ins gegnerische Feld (Fehler).

Die Faustball-Spieler tragen in der Regel langarmige Hemden, Sporthosen und Schuhe. Im Sommer sind es Stollenschuhe, wie sie beispielsweise aus dem Fußball bekannt sind, im Winter dann Hallenschuhe.

„Faustball ist ein lebensbegleitender Sport,“ berichtet Dirk Schachtsiek, Faustball-Abteilungsleiter beim TSV Hagen 1860. „Man kann Faustball noch im hohen Alter spielen. Das Verletzungsrisiko ist selbst für Senioren gering, da es sich um einen körperlosen Sport handelt.“

Athletik, Ballgefühl, Kondition, Reaktionsschnelligkeit, Spielwitz, Hand-Auge-Koordination und ein Auge für die Situation sind nach seinen Worten Eigenschaften, die ein guter Faustball-Spieler mitbringt.

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Der Hagener Verein kann auf diverse nationale und internationale Meisterschaften zurückblicken: Deutsche Meisterschaften (10 x Feld, 7 x Halle), Deutsche Senioren-Meisterschaften (5 x Feld, 5 x Halle), Europapokal-Sieger (7 x Feld, 12 x Halle in Serie) und Weltpokal-Sieger (3 x Feld, 1 x Senioren) gehören dazu. Auch momentan spielen die Hagener, die auf  dem Vereinsgelände des TuS Halden-Herbeck trainieren, in der 1. Bundesliga.

Und dennoch: Faustball ist eine Randsportart. Rund 28.000 aktive Spieler sind in rund 900 Vereinen deutschlandweit registriert. Faustball gehört damit zum Amateur- und Breitensport.

„Faustball ist eine komplexe Sportart, bei der man sie auslernt,“ berichtet Schachtsiek, der auch schon aktiv Volleyball und Basketball gespielt hat. „Es ist natürlich hilfreich, wenn man auch gut Volleyball spielen kann. Mir persönlich gefällt die Kameradschaft unter den Spielern.“

 

 

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