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Völkerball

Völkerball ist eine Sportart, die es schon ganz lange gibt. Genaue Angaben über Entstehungszeit und Herkunft lassen sich daher nicht unbedingt machen. In Deutschland wurde Völkerball jedenfalls im Jahre 1987 beim Deutschen Turnfest in Berlin durch den Deutschen Turner-Bund als offizielles Turn- und Wettkampfspiel anerkannt.

Völkerball ist ein Ballspiel mit variabler Anzahl von Spielern in zwei Mannschaften und nicht exakt bestimmter Spielfeldgröße. Üblich ist eine Spielsituation mit fünf bis sechs Mitspielern auf einem Volleyballfeld ohne Netz. Zwei Teams spielen gegeneinander mit dem Ziel, die Spieler der gegnerischen Mannschaft mit dem Ball zu treffen, so daß sie der Reihe nach ausgeschaltet werden. Gefragt sind Gewandtheit, Treff- und Fangsicherheit, Ausdauer und Geschwindigkeit.

„Zumindest für den Freizeitbereich ist das richtig“, berichtet Gaby Evers. Sie ist die Gründerin der Völkerball-Abteilung des SV Spellen aus dem niederrheinischen Voerde. „Wurfkraft und Ballgefühl sind weitere Eigenschaften, die beim Völkerball wichtig sind.“

Völkerball ist ein Spiel für Mädchen und Frauen; Männer sind nur im Freizeitbereich, nicht aber bei offiziellen Veranstaltungen erlaubt.

Das Spielfeld ist 18 x 9 m groß. Das Spielfeld wird durch eine Mittellinie in zwei Mannschaftsfelder unterteilt. Da Völkerball in der Regel in Hallen gespielt wird, können die dort vorgegebenen Volleyball-Felder für ein Völkerball-Spiel genommen werden. „Im Freizeitbereich kann Völkerball natürlich auch auf einer Wiese oder dem Schulhof gespielt werden“, berichtet Evers.

Der Ball, mit dem gespielt wird, ist ein Hohlball mit einer weichen Hülle. Er besteht in der Regel aus Velourleder. Der Ball hat ein Gewicht von 320 Gramm und einen Umfang von 62 cm.

Die Grund- und Seitenlinien gehören beim Völkerball zum Spielfeld. Ist eine Spielerin beim Übertreten der Linien in Ballbesitz, führt das zum Ballverlust.

Zu einer Mannschaft gehören 12 Spielerinnen, nämlich 1 Grundlinienspielerin, 7 Feld- und 4 Auswechselspielerinnen. Die Grundlinienspielerin steht auf der Grundlinie hinter der gegnerischen Mannschaft. Eine besondere Sportbekleidung ist nicht erforderlich.

Das Spiel beginnt mit dem zweimaligen Werfen über das gegnerische Spielfeld. Dann versuchen beide Teams, möglichst viele gegnerische Spielerinnen abzuwerfen. Eine Spielerin ist dann abgeworfen, wenn sie vom Ball am Körper getroffen wird und der Ball dann den Boden berührt. Der Kopf gehört nicht zu den Körperteilen, die getroffen werden dürfen. Das Abwerfen ist aus dem Mannschaftsfeld heraus und von der Grundlinie aus erlaubt. Eine abgeworfene Spielerin muß das Mannschaftsfeld über die eigene Seitenlinie verlassen. Sie begibt sich an die Grundlinie und kann dann sich von dort aus weiter am Spiel beteiligen. Die abgeworfenen Spielerinnen kommen aber nicht wieder auf das Mannschaftsfeld zurück.

Die Mannschaft, die eine Spielerin durch einen Abwurf verloren hat, bekommt den Ball.

Im offiziellen Bereich wird in 2 Gewinnsätzen gespielt. Die Mannschaft, die alle gegnerischen Spielerinnen abgeworfen hat, hat den jeweiligen Satz gewonnen. Jeder gewonnene Satz wird mit einem Punkt gewertet. Bei offiziellen Spielen gibt es auch einen Schiedsrichter.

Der SV Spellen ist einer von mehreren Völkerball-Vereinen im Rheinland. Im Turnverband Rechter Niederrhein sind allein 7 solcher Vereine zusammengeschlossen. Die Konkurrenz kommt beispielsweise aus Rees, Dinslaken, Hiesfeld und Oberhausen.

„Ich selbst komme aus dem Turnbereich. Wir Spellener wollten 1994 beim Deutschen Turnfest in Hamburg teilnehmen und sind dort als Hobbymannschaft im Völkerball angetreten, “ blickt Evers in die Anfänge der Voerder Mannschaft zurück. „Irgendwann wollten wir dann professioneller werden und haben uns um die Anerkennung durch den Rheinischen Turnerbund bemüht.“ Inzwischen gibt es mehrere Kinder- und Frauenmannschaften, in denen Völkerball gespielt wird.

Offizielle Meisterschaften im Völkerball gibt es noch nicht. Dafür gibt es noch nicht genügend Landesverbände und nicht genügend organisierte Völkerball-Spielerinnen. „Völkerball ist ein schnell und leicht erlernbarer Mannschaftssport“, betont Evers. „Jeder kann mitmachen. Es ist ein richtiger Breitensport. Mit persönlich gefällt auch die Geselligkeit daran.“

 

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