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Bügelsport

 

Das bißchen Haushalt macht sich von ganz alleine. So behauptete es zumindest Johanna von Koczian in einem bekannten Schlager in den `70er Jahren. Wäsche waschen? Kochen? Putzen? Alles kein Problem. „Mit dem Bügeln von Wäsche haben wir allerdings nichts zu tun. Wir betreiben einen ernstzunehmenden Sport,“ betont Helmut Beursken. Er ist 1. Vorsitzender des Bügelclubs Dorenburg, der seine Heimat im niederrheinischen Grefrath hat.

Der Bügelsport ist eine traditionsreiche Sportart, die bevorzugt am Niederrhein und in den Niederlanden gespielt wird. Er wird im Jahre 1331 erstmals in historischen Quellen erwähnt. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist er weitestgehend ausgestorben, zumindest bei uns in Deutschland, wie Beursken berichtet. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, daß es heute nur noch zwei Vereine deutschlandweit gibt, in denen dem Bügelsport nachgegangen ist. Neben dem Grefrather Verein gibt es noch den „Bügelclub Willich 1979“. tl_files/ssb-duisburg/sportkulturen/Zorbas/Buegelbild.JPG

Bügeln wird auf einer 10 x 5 m großen Lehmbahn gespielt, auf der Filterkies angebracht ist. Die Bügelbahn ist an drei Seiten mit einer ca. 70 cm hohen Holzwand umkleidet, um Verletzungen der Zuschauer zu vermeiden. Etwa 2,50 m von der hinteren Holzwand entfernt, ist ein eiserner Ring im Boden angebracht. Dieser wird Bügel genannt (daher auch der Name des Spieles), hat einen Durchmesser von ca. 28 cm und steht in einem Holzklotz mit ca. 50 cm Durchmesser. Ziel des Spieles ist es, seine eigene Kugel von der Rinnenseite aus durch diesen Bügel zu spielen.

Als Spielmaterial werden vier Kugeln aus Kunststoff benutzt. Jede dieser Kugeln ist etwa 4 kg schwer und hat einen Durchmesser von ca. 18 cm. Die Kugeln werden mit Hilfe eines Schlägers oder einer Schüppe bewegt. Dieser Schläge / Schüppe ähnelt ein wenig den Paddeln, wie wir sie beispielsweise vom Kanusport kennen. Der Griffbereich sieht eher wie ein Rechteck aus, während der Schlagbereich an einer Seite eine gerade, glatte Oberfläche aufweist. tl_files/ssb-duisburg/sportkulturen/Zorbas/Buegelsport-Training.JPG

Das Bügel-Spiel beginnt mit dem Abschlag an der Rinne. Der Spieler versucht dabei, die Kugel durch den Bügel zu spielen. Die Kugel darf dabei aber immer nur in gerader Linie gespielt werden, also nicht beispielsweise über „Bande“ oder trickreich im Halbkreis. Wer die Kugel regelkonform durch den Bügel spielt, erhält zwei Punkte; Punktabzüge sind beispielsweise dann möglich, wenn die Kugel von hinten durch den Bügel gespielt wird. Gewonnen hat derjenige der eine zuvor ausgemachte Punktezahl erreicht hat, in der Regel sind dies 30 Punkte.

Das Bügelspiel wird im Einzel mit zwei und im Doppel mit vier Personen gespielt. Man muß nach den Worten von Beursken keine besonderen Voraussetzungen mitbringen, um Bügeln spielen zu können. „Bügeln ist ein Mannschaftssport. Die Taktik ist hier wichtig,“ beschreibt Beursken, was ihm an dieser klassischen Randsportart gefällt. Daß dabei die Geselligkeit nicht zu kurz kommt, soll natürlich auch nicht verschwiegen werden.

Den Verein gibt es seit rund 30 Jahren, Beursken selbst ist – mit Unterbrechungen – seit 1967 aktiv und hat inzwischen auch schon seinen Sohn Ralf mit dem Bügelsport-Virus angesteckt, wie Beursken berichtet.

Der Bügelclub Dorenburg e.V. wurde 1985 gegründet. „Wir sind die Mannschaft, die den Bügelsport am Niederrhein wiederbelebt haben,“ betont Beursken. Anfangs traf man sich immer freitagabends zum Bügeln auf der Bügelbahn im Niederrheinischen Freilichtmuseum Dorenburg.

Gab es schon im Jahre 1983 die 1. Niederrheinischen Bügelmeisterschaften, kamen im Jahre 1986 die Internationalen offenen Deutschen Bügelmeisterschaften hinzu.

Am 20.09.1998 wurde nach dreijähriger harter Bauzeit die neue Bügelbahn auf dem Strufenhof eingeweiht. „Sie ist in Eigenleistung entstanden,“ wie Beursken nicht ohne Stolz berichtet. Seit 1998 spielt man auch in der Niederländischen Meisterschaft mit. Seit 2004 sind vom Verein 2 Mannschaften gemeldet. Dort spielt man derzeit in der 2. Spielklasse mit.

Wer nähere Informationen über Verein und Sportart sucht, kann natürlich auf der Internetseite www.bc-dorenburg.de nachschlagen, aber auch direkt Kontakt zu Beursken (Telefon: 0177 – 6896736) aufnehmen.

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