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Armbrustschießen

Armbrustschießen kennen die meisten von uns wahrscheinlich aus dem Schulunterricht. Aber nicht unbedingt aus dem Sportunterricht, nein: Man denkt dabei eher an Wilhelm Tell aus dem Deutschunterricht. Doch seit dem legendären Apfelschuss hat sich die Armbrust von ihrem Einsatz bei der Jagd und der Stadtverteidigung im Mittelalter zu einem wahren Hightech-Sportgerät entwickelt.

Armbrüste gibt es schon ganz lange. So können Historiker schon eine Urform aus dem Griechenland des 5. Jahrhunderts vor Christus nachweisen.

Bei der Armbrust ist der Querbogen auf einem Luftgewehrschaft angebracht. Gezielt wird ähnlich wie beim Gewehrschießen durch ein Diopter und ein Ringkorn. Eine kleine Wasserwaage hilft, die Armbrust immer in der gleichen Lage zu halten. Ist der Bogen (zumeist aus Karbon gefertigt) gespannt, legt man einen Pfeil auf eine Schiene. Mit dem Abdrücken löst sich die Bogenspannung und läßt den Pfeil zum angestrebten Ziel fliegen. Der Pfeil wird auch Bolzen genannt. Hinter der Zielscheibe befindet sich ein Bleistück, in dem der Pfeil stecken bleibt und dann vom Schützen für den nächsten Schuss wieder herausgedreht wird.

Die beiden Bilder zeigen moderne Armbrüste. 

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Die Feldarmbrust ist eine Armbrust mit mechanischem Abzug, einem Gesamtgewicht einschließlich Zubehörs bis zu 10 kg, einer maximalen Länge der Visierlänge von 720 mm, Bogenbreite bei aufgezogener Sehne (kein Metall) bis zu 90 cm und einer Spannkraft bis zu 43 kg. Die Pfeile bestehen aus beliebigem Material. Sie sind in der Regel ein Aluminiumrohr mit einer Länge zwischen 304 mm und 457 mm
  

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Bei der Feldarmbrust schießt farbige 10er Ringscheiben wie beim Bogenschießen mit 60 cm Durchmesser (10er Ring = 60 mm, Ringbreite 1 bis 9 = 60 mm). Beim Wettbewerb wird in der Reihenfolge 65 m – 50 m – 35 m geschossen und zwar stehend freihändig.

Es gibt an zwei aufeinanderfolgenden Tagen je 90 Wettkampfschüsse, je Distanz 30 Wettkampfschüsse, Schießzeit für drei Schuss nach Kommando jeweils 3 Minuten, Probeschüsse bis zu sechs vor dem 65-m Durchgang, bis zu drei vor dem 50-m-Durchgang.

Bei der Schießdistanz 10 m werden alle Armbrüste mit einer maximalen Visierlänge von 720 mm, einem Gesamtgewicht bis zu 6,75 kg und einer Sehnenlänge von maximal 608 mm benutzt. Der Bogen besteht aus Stahl oder Kohle- beziehungsweise Glasfaser, die Sehne aus gebündelten Stahldrähten oder Textilfasern. Es wird eine Stahlbahn mit Schlitten benutzt.

Die Pfeile bestehen aus beliebigem Material mit einem Zylinder aus Stahl mit ungebrochenen Kanten und einem Zylinderdurchmesser von 4,5 mm sowie einer Zylinderlänge von 11 mm.tl_files/ssb-duisburg/sportkulturen/Oelringen/Armbrustpfeil.JPG
 

Es wird  stehend freihändig geschossen. Beim Wettkampfbetrieb gibt es  40 Schuß in 90 Minuten einschließlich einer unbegrenzten Anzahl von Probeschüssen. Bei Wettkämpfen bis zur Bezirksmeisterschaft auch 20 Schuß in 50 Minuten einschließlich einer unbegrenzten Anzahl von Probeschüssen.

Bei der Schießdistanz 30 m werden alle Armbrüste mit einer maximalen Visierlänge von 720 mm und ohne Gewichtsbeschränkung benutzt. Der Bogen besteht hier aus Stahl oder Kohle- beziehungsweise Glasfaser, die Sehne aus gebündelten Stahldrähten oder Textilfasern; außerdem gibt es eine Stahlbahn mit Schlitten. Der Bolzen besteht aus beliebigem Material mit einem Zylinder aus Stahl mit ungebrochenen Kanten und einem Zylinderdurchmesser von 6 mm sowie einer Zylinderlänge von 15 mm. Die Scheiben haben einen Ringdurchmesser von  10 = 6 mm, Ringbreite = 6 mm, Spiegeldurchmesser = 114 mm.

Es wird aus einer Entfernung von 30 m stehend freihändig und kniend freihändig geschossen. Und zwar 60 Schuß, davon je 30 stehend und kniend in jeweils 90 Minuten einschließlich maximal 10 Probeschüsse je Anschlagsart, bei Wettkämpfen bis zur Bezirksmeisterschaft auch 30 Schuß und zwar je Anschlagsart in insgesamt 105 Minuten einschließlich einer unbegrenzten Anzahl von Probeschüssen.

Das Armbrustschießen – nationale Bedingung – ist ein traditionelles Schießen mit einer Vogel- oder Hocharmbrust auf den Vogelbaum, an dem in 29 m Höhe ein Stern mit eine Größe von 85 x 85 mm befestigt ist. Jeder Schütze hat nach zwei Probeschüssen 15 Wettkampfschüsse. Dieses Sternschießen kann mit einem Scheibenschießen im Stehendanschlag kombiniert werden, bei dem 20 Wettkampfschüsse und bis zu zehn Probeschüsse in maximal 60 Minuten abzugeben sind. Die Scheibe hat 6 Ringe (Ringbreite der 6 = 20 mm, der 5 = 10 mm, der 1 bis 4 = 15 mm). Für die Kombinationswertung Stern- und Scheibenschießen zählt ein Blatt 6 Punkte, so daß insgesamt 210 Punkte (90 aus Sternschießen, 120 aus Scheibenschießen) zu erreichen sind.

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Ein besonderer Wettkampf ist das sogenannte Adlerschießen. Dabei wird mit der Vogelarmbrust auf einen hölzernen Adler (ca. 2,15 m hoch und 1,80 m breit) geschossen, der am Vogelbaum befestigt ist. Sieger ist der Schütze mit dem
höchsten Gesamtgewicht abgeschossenen Holzes.

Im Rahmen des Münchener Oktoberfestes finden die Deutschen Meisterschaften im traditionellen Armbrustschießen nach nationalen Bedingungen statt. Es wird horizontal auf die Scheibe und vertikal auf den Stern geschossen. Es gibt eine Kombinations- und eine Mannschaftswertung.

Die Sportordnung des Deutschen Schützenbundes regelt die Durchführung der Deutschen Meisterschaften im traditionellen Bereich. Sie gibt ebenfalls allgemeine technische und sportliche Richtlinien für das Adler- und Königsschießen für Vereine und Verbände, die traditionelles Schießen in ihr Veranstaltungsprogramm aufnehmen wollen.

Dieses Bild zeigt einen Pfeil, wie er beim Armbrustschießen verwendet wird.

„Bei der 10-Meter-Distanz wird in der Halle auf den Luftgewehrständen geschossen, bei der 30-Meter-Distanz draußen auf den Kleingewehrständen,“ berichtet Ulrich Pelzer, (ehemaliger) Deutscher Meister im Armbrustschießen (10-m-Distanz) und (heutiger) Landesreferent für Armbrust beim Rheinischen Schützenbund. Da die Armbrust – unter juristischen Gesichtspunkten – heute als Waffe gilt, darf nur auf genehmigten Schießständen geschossen werden.

Eine gute Armbrust kann im Fachhandel schon mehrere Tausend Euro kosten. „Danach amortisiert sich das Gerät allerdings, weil keine weiteren Kosten anfallen.“ Ein Handschuh für die linke Hand, Jacke, Hose und Schießschuhe kommen als weitere Ausrüstungsgegenstände hinzu, bei Brillenträgern eventuell noch eine Schießbrille. „Jacke und Hose bestehen aus etwas festerem Material als normale Sportbekleidung. Die Schießschuhe sind knöchelhoch, gut zu schnüren und haben eine flache Sohle.

Nach Einschätzung von Pelzer sind die hohen Anschaffungskosten auf der Grund dafür, warum Armbrustschießen heutzutage eine eher kleine Randsportart ist. Er selbst gehört dem SSV Tüschenbroich an; dort sind insgesamt 6  Armbrustschützen organisiert. Maximal 150 Armbrustschützen sind in verschiedenen Vereinen im ganzen Rheinland organisiert.

Konzentrationsfähigkeit, Ruhe und Geduld, aber auch eine gewisse Athletik machen einen guten Armbrustschützen aus. „Für das Armbrustschießen ist ein hohes Trainingsaufkommen erforderlich. Es dauert mehrere Jahre, bis man den Sport gut beherrscht.“

Wer nähere Informationen zum Armbrustschießen sucht, sei an dieser Stelle an den Internetauftritt des Rheinischen Schützenbundes (www.rheinischer-schuetzenbund.de) verwiesen.

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