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Kyykkä

Kyykkä heißt ein jahrhundertealtes Spiel, das aus Karelien stammt. Beim Kyykkä wird ein großer kegelförmiger Schläger aus Holz auf Kegel geworfen. Das Ziel dabei: mit möglichst wenigen Würfen so viele Kegel aus den Spielfeld befördern. Kyykkä kann mit Einzelspielern bzw. Doppel- bzw. Vierermannschaften gespielt werden.

Der finnische Autor und Fotograph I. K. Inha berichtet im Jahre 1894 in seinem Tagebuch über seine Reise nach Weißkarelien. Nach seinen Worten ist Kyykkä zu dieser Zeit fast ausgestorben und wird nur noch in entlegenen Dörfern gespielt.tl_files/ssb-duisburg/sportkulturen/Oelringen/Kyykkae.jpg

Nach der Oktoberrevolution und der finnischen Unabhängigkeitserklärung 1917 war Karelien Schauplatz blutiger Kämpfe des Finnischen Bürgerkriegs. Viele Leute, die in dieser Zeit nach Finnland gingen, spielten Kyykkä während ihrer Karelischen Sommerspiele.

Mit Zustimmung von Präsident Urho Kekkonen gab es 1951 eine Bewegung, Kyykkä neue Impulse zu geben. Es wurden neue Regeln und ein neues Punktsystem geschaffen, die auf den traditionellen karelischen Kyykkä-Regeln basierten.

Die Karelische Kegel-Vereinigung wurde 1986 registriert. 1993 wurde der Name dann in Finnische Kegel-Vereinigung geändert. Dieser Verband gehört dem Finnischen Sportverband an.

Von 1951 bis 1961 fanden die Finnischen Meisterschaften für die Herren in Seurasaari statt. Diese Meisterschaften waren die erste Form des organisierten Kyykkä-Sports. Seit 1961 finden die Meisterschaften zusammen mit den Karelischen Sommer-Festivals in ganz Finnland statt. Die Einzelwettbewerbe der Herren finden seit 1954 statt, sind aber erst seit 1964 offizieller Bestandteil des Wettbewerbs. Die ersten Einzelwettbewerbe für Frauen kamen 1973, die Mannschaftswettbewerbe der Frauen 1980 hinzu. Ende der 1980er Jahre kam eine neue Spielform hinzu, nämlich der Kyykkä-Fünfkampf.

In der Zeit von Mai bis Oktober finden jedes Jahr in ganz Finnland auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene Turniere und Meisterschaften statt. Senioren treten dabei genauso an wie Junioren; es gibt Wettbewerbe für Männer und Frauen, Einzelspieler und Mannschaften. In den Wintermonaten gibt es Hallenwettkämpfe.

Die Nordischen Meisterschaften finden regelmäßig jedes Jahr entweder in Schweden oder Finnland statt. Dazu gehört auch ein Kyykkä-Länderspiel zwischen Schweden und Finnland. Kyykkä wird nämlich nicht nur in Finnland gespielt. Das Spiel ist auch in Schweden, Rußland und Estland vertreten. Die dritten Weltmeisterschaften fanden 2006 in Karlsruhe / Deutschland statt. 2009 folgten die Weltmeisterschaften in Molodechno / Weißrußland. Dort gab es auch das russische Gorodki zu sehen.

„Das Kegelspiel im Freien wird auf einem möglichst ebenen, beschotterten Spielfeld gespielt. Die Ausmaße des Spielfelds einschließlich der Randgebiete sind etwa 7 x 22 m. Das Spielfeld besteht aus zwei Quadraten und einem Zwischengebiet. Das Wurfquadrat der eigenen Mannschaft ist das Spielquadrat des Gegners. Die Größe des Quadrats ist 5 x 5 m und der Abstand zwischen den Quadraten ist 10 m. Die Spielquadrate für Jugendliche unter 10 Jahren sind 3 x 3 m und der Abstand zwischen den Quadraten ist 6 m.

Die gerundeten Kegeln sind aus Holz, 100 mm hoch und haben einen Durchmesser von 65-80 mm. Am Anfang des Spiels wird eine Reihe von Kegelpaaren an die vordere Linie beider Quadraten aufgestellt. Im Mannschaftsspiel werden 20 Paare beginnend 10 cm von der Seitenlinie, und im Einzelspiel 10 Paare beginnend 125 cm von der Seitenlinie, aufgestellt. Auf einem kleinen Spielfeld ist der Abstand 25 cm von der Seitenlinie.

Die gerundeten Schläger sind aus Holz und mit Handgriff versehen. Die maximale Länge der Schläger ist 850 mm und der maximale Durchmesser 80 mm. Das Schlägergewicht ist nicht begrenzt.

Jungen und Mädchen unter 8 Jahren machen den Eröffnungswurf und weitere Würfe im Spielquadrat aus einer Entfernung vom 4 m (Spielfeld 3 x 3 m, Zwischengebiet 6 m). Jungen und Mädchen unter 10 Jahren machen den Eröffnungswurf vom 6 m und weitere Würfe vom 4 m. Jungen und Mädchen unter 12 Jahren machen den Eröffnungswurf vom 8 m (Spielfeld 5 x 5 m, Zwischengebiet 10 m) und weitere Würfe vom 6 m. Jungen und Mädchen unter 15 Jahren machen den Eröffnungswurf vom 10 m und weitere Würfe vom 8 m.

Damen machen den Eröffnungswurf im Spielquadrat aus einer Entfernung vom 10 m und weitere Würfe vom 8 m. Veteraninnen über 70 Jahren machen den Eröffnungswurf und weitere Würfe vom 8 m.

Herren machen den Eröffnungswurf im Spielquadrat aus einer Entfernung vom 15 m und weitere Würfe vom 10 m. Veteranen über 70 Jahren machen den Eröffnungswurf und weitere Würfe vom 10 m. Im Mannschafts- und Paarspiel können 70-Jährige das Spiel von den Seiten erst dann eröffnen, wenn die anderen Mitglieder der Mannschaft nicht das Spiel eröffnen könnten.

Das Kegelspiel kann zwischen Mannschaften von vier Mitgliedern, als Paar- und als Einzelspiel gespielt werden. Im Mannschafts- und Paarspiel haben alle Spieler zwei Schläger zu ihrer Verfügung. Im Einzelspiel werden vier Schläger pro Spielrunde verwendet.

Wenn der Spieler an der Reihe ist, betritt er den Spielquadrat und versucht mit dem Schläger die Kegeln aus dem Spielquadrat zu werfen. Für ausgeworfene Kegeln und unbenutzte Schläger bekommen die Spieler Pluspunkte; im Quadrat oder im Zwischengebiet gebliebene Kegeln geben Minuspunkte.

Im Spielquadrat gebliebene Kegeln (Weiber) geben zwei Minuspunkte; and den Linien gebliebene Kegeln (Priester) geben einen Minuspunkt, und für unbenutzte Schläger bekommen die Spieler einen Pluspunkt.

Die Spielrunde beendet wenn eine der Mannschaften oder eins der Paare alle Kegeln aus dem Spielquadrat geworfen hat. Der Gegner darf dieselbe Anzahl von Schlägern pro Spielrunde werfen. Danach werden Spielrunden getauscht und die andere Runde wird wie die erste gespielt. Die Mannschaft mit den meisten Punkten ist der Sieger. Der Sieger bekommt zwei Punkte für den Sieg, für unentschiedenes Spiel bekommen beide Mannschaften/Paare einen Punkt und keine Punkte werden für einen Verlust verteilt.

Im Einzelspiel werden 20 Schläger pro Spielrunde verwendet. Der erste Spieler wirft vier Schläger; danach ist der Gegner an der Reihe und wieder nach vier Schlägern ist der erste Spieler dran. Das Ergebnis des Spielers ist das gleiche wie die Anzahl von unbenutzten Schlägern (1 Punkt pro Schläger). Wenn das Spielfeld leer von Kegeln ist, werden Spielrunden getauscht und die folgende Runde wird als die erste gespielt. Das Endergebnis des Spielers ist das zusammengerechnete Ergebnis der beiden Runden,“ beschreibt der Finnische Kyykkä-Verband die Sportart auf seiner Internet-Seite.

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