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Bogenschießen

Das Bogenschießen ist eine Sportart, die sich bis in die Anfänge der Menschheit zurückverfolgen läßt. „Bei uns in Deutschland ist das Armbrustschießen sehr populär. Die Bögen, die wir benutzen, sind im angelsächsischen Raum wesentlich beliebter,“ berichtet Axel Baumann von der Behinderten-Sportgemeinschaft der Rollstuhlfahrer Duisburg-Buchholz.

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Der Langbogen besteht in den meisten Fällen aus edlen und natürlich astreinen Hölzern, wie z. B. Esche. Dieser Bogentyp hat die Besonderheit gegenüber den anderen Bögen, daß er nur einfach gebogen ist. Er ist die Urform des Bogens.

In den meisten Fällen besteht er aus einem Stück, und das können auch schon mal 2 Meter sein. Visiereinrichtungen sind nicht vorgesehen, d. h. er wird instinktiv geschossen. Wenn der Bogen längere Zeit nicht geschossen wird, sollte man ihn entspannen, damit er nicht unnötig ausleiert.

Der Recurvebogen ist die Weiterentwicklung des Langbogens. Er stellt heute den größten Anteil der benutzten Bogentypen. Seine Besonderheit liegt darin, dass die Wurfarmenden nach vorne gebogen sind.

In dieser Biegung (Recurve) wird beim Spannen des Bogens die meiste Energie gespeichert. Dadurch kann der Bogen mehr Energie auf den Pfeil übertragen als ein Langbogen mit gleicher Zugkraft.

Der Recurvebogen besteht aus zwei Wurfarmen und einem Mittelteil, die recht einfach auseinander zu nehmen sind. Dadurch entfallen Transportprobleme. „Im Verein ist der Recurvebogen der Bogentyp, der bei uns im Verein am meisten benutzt wird,“ berichtet Baumann.

Der Sekundärliteratur zufolge ist der Recurvebogen insbesondere in Korea, China und anderen fernöstlichen Ländern sehr beliebt.

Der Compoundbogen (compound = zusammengesetzt, kombiniert) ist die technisch aufwendigste Form der Bogentypen.

Seine Besonderheit liegt darin, daß die Sehne über exzentrische Umlenkrollen geführt wird. Dadurch erreicht man, daß ab einem bestimmen Punkt beim Spannen der Sehne die Wirkung der Exzenter einsetzt. Im gespannten Zustand hat der Schütze bis zu 80 % Zugentlastung (Let-Off).

Das hat zur Folge, daß Compoundbögen hohe Zuggewichte haben und trotzdem noch problemlos bewältigt werden können. Der oben abgebildete Bogen ist z.B. mit einer Zugkraft von 70 lbs. (englische Pfund) und einem Let-Off von 80 % erhältlich. Im gespannten Zustand hat der Schütze nur 14 lbs. zu halten. Trotzdem wird beim Schuss die Energie von 70 lbs. auf den Pfeil abgegeben. Das sind dann Pfeilgeschwindigkeiten von 300 Fuß/sec. (330 km/h). Dadurch bekommt der Pfeil natürlich eine sehr gestreckte Flugbahn. Das falsche Einschätzen der Schußentfernung ist nicht mehr so gravierend.tl_files/ssb-duisburg/sportkulturen/Oelringen/Bogenschiessen Recurve.jpeg

Die Folge: Der Bogen wird in den Ländern, in denen es erlaubt ist gerne zur Jagd genommen. Und damit man dabei nicht im Unterholz hängen bleibt, ist der Bogentyp in den meisten Fällen sehr kurz gehalten.

Der Compoundbogen bleibt im Gegensatz zu den anderen Bögen immer gespannt. Ohne eine entsprechende Einspannvorrichtung ist das Spannen und Entspannen auch gar nicht möglich.

Pfeil ist nicht gleich Pfeil. Man unterscheidet 3 wichtige Pfeilsorten:

Holzpfeile aus Kiefern oder Zedernholz finden hauptsächlich beim Schießen mit Langbögen Anwendung.

Aluminiumpfeile sind am verbreitesten. Sie sind leicht. Sie verbieten sich beim Fehlschuß allerdings sehr leicht.

Carbonfaserverstärkte Aluminiumpfeile gelten als das Beste, was man derzeit bekommen kann. Sie vereinen die Vorteile des Aluminiumpfeils und des Carbonpfeils.

Der Spinewert ist der "Durchbiegungswert" eines Pfeils. Bei Aluminium-Pfeilen gilt: Je höher dieser Wert ist, desto steifer ist der Pfeil.

Bei Carbon-Pfeilen ist es genau umgedreht: Je niedriger dieser Wert ist, desto steifer ist der Pfeil.

Der Spinewert ist aus einem ganz „handfesten“ Grund wichtig. Beim Lösen der Bogensehne wird durch die Finger eine kleine Seitwärtsbewegung mitgegeben. Gleichzeitig wird der Pfeil durch die Sehne gestaucht. Zusätzlich sitzt der Pfeil nicht exakt in der Mitte des Bogens (auch da gibt es Ausnahmen). Diese Umstände werden auf den Pfeil übertragen - er fängt an zu schwingen. Wenn diese Schwingung auf die Zugstärke und die Auszugslänge abgestimmt ist, kann der Pfeil das Bogenfenster sauber verlassen.

Diese Schwingung ist nach 9 Metern schon deutlich gedämpft und nach ca. 18 Metern hat sich der Pfeil stabilisiert. Wählt man einen falschen Spinewert, sitzt der Pfeil anschließend schräg in der Zielscheibe.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, sich zum Schiessen aufzustellen. Hier soll aber nur die gebräuchlichste angesprochen werden.

Die Füße sollten etwas weiter auseinander stehen, als die Schulter breit ist. Der Fuß, der der Zielscheibe am nächsten ist, steht ein wenig zurück, und bildet einen Winkel von ca. 45 Grad zur Schußlinie. „Wohlgemerkt: nur die Füße stehen so!betont Baumann.

Die Schultern und die Hüfte stehen in einer Linie zur Zielscheibe, das Körpergewicht ist gleichmäßig auf beide verteilt. Die Knie sind nicht durchgedrückt, sondern die Beine stehen locker und unverkrampft

Daneben gibt es noch weiteres Zubehör, das hier genannt werden soll. tl_files/ssb-duisburg/sportkulturen/Oelringen/Bogenschiessen Compound.jpeg

Es gibt den Armschutz. „Die Bogensehne schlägt immer! Und zwar immer gegen den Unterarm. Es sei denn, Sie stehen mit gekrümmtem Arm da,“ berichtet Baumann.

Normalerweise reicht ein Unterarmschutz (links und unten). Da Anfänger aber gerne vergessen, den Ellenbogen aus der Schusslinie zu drehen, empfehlen wir an dieser Stelle einen langen Armschutz (oben), der nur unwesentlich mehr kostet.

Der Fingertab, der Fingerhandschuh oder das Release haben den gleichen Sinn: die Sehne sicher zu halten. Es gibt jedoch mächtige Unterschiede.

Der Fingertab sitzt genau da, wie es der Name vermuten lässt, auf den Fingern - genau gesagt auf der Innenseite von Zeige-, Mittel- und Ringfinger. Der Pfeil liegt normalerweise zwischen Zeige- und Mittelfinger.

Der Fingerhandschuh hat die gleiche Anwendung wie der Fingertab, die Finger stecken jedoch in Fingerhüllen aus Leder; der Handschuh wird normalerweise am Handgelenk befestigt.

Das Release ist eine Art Pistolengriff. Die Sehne wird eingehängt, und kommt auf Kopfdruck wieder frei. Es gibt ihn als Griff (rechts oben), den man in der Faust hält, oder als Schlaufe (rechts unten), die man um das Hand-gelenk trägt.

Der Brustschutz schützt nicht nur die Brust vor Verletzungen, sondern sorgt auch dafür, dass nicht so eng anliegende Kleidung (im Winter gehe ich nicht im T-Shirt raus) wenigstens etwas gebändigt wird. Die Sehne soll schließlich nicht in den Klamotten hängen bleiben...

Zielscheiben haben die Tendenz, Pfeile sehr fest zu halten - das liegt in der Natur der Sache.

Um die Pfeile herauszuziehen, ohne sie zu beschädigen, und ohne sich dabei einen Fingerkrampf einzufangen sollte man zumindest bei Bögen über 30 lbs. eine Pfeilziehhilfe verwenden. Es gibt sie in unterschiedlichen Ausführungen, und evtl. reicht sogar ein Stück Gummi, das Sie aus einem alten Schlauch geschnitten haben (Hauptsache, Sie können den Pfeil richtig greifen). Am Besten geht es aber mit der abgebildeten Pfeilziehhilfe. Sie wird um den Pfeil gelegt, und schon haben Sie ihn sicher im Griff.

Beim Bogenschießen wird auf Zielscheiben geschossen. Es handelt sich dabei um Zielauflagen mit Ringwertung. Die Zielscheiben sind von innen nach außen in verschiedene Farben mit unterschiedlichem Punktwert aufgeteilt: Gelb (das nur „Gold“ genannt wird) in der Mitte bringt 10 bzw. 9 Punkte, Rot 8 / 7 Punkte, Blau 6 / 5 Punkte, Schwarz 4 / 3 Punkte und Weiß 2 / 1 Punkte. Die unterschiedlichen Punktwerte rühren daher, daß jede Farbe in 2 „Ringe“ unterteilt ist.

Trifft der Pfeil einen der farbigen Kreise, können also verschiedene Punktwerte zwischen 1 und 10 erreicht werden. Die Zielscheiben bestehen in der Regel aus Kunststoff.

Beim Bogenschießen gibt es verschiedene Wettbewerbe. Dabei wird aus unterschiedlichen Distanzen auf die Zielscheiben geschossen, wobei die Zahl der benutzten Pfeile schwankt. Sieger ist derjenige Bogeschütze, der die meisten Punkte erzielt hat. Bei Ringgleichheit gewinnt der Schütze mit den meisten Innenzehnern.

„Bogenschießen ist ein Konzentrationssport,“ betont Baumann. Trainingsfleiß, Konzentrationsfähigkeit, Geduld, Wille und ein räumliches Verständnis sind für ihn Eigenschaften, die ein guter Bogenschütze mitbringt.

„Wenn man mit dem Virus infiziert ist, macht Bogenschießen irre Spaß,“ berichtet Baumann. „Jeder schießt für sich. Er ist dafür verantwortlich, daß alles paßt. Die Gemeinschaft macht Spaß. Und man ist draußen an der frischen Luft.“

Unter www.bsg-duisburg-buchholz-ev.de sind weitere Informationen über den Duisburger Verein erhältlich.

 

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