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Wushu

Wushu ist ein Oberbegriff von allen chinesischen Kampfkünsten und eine moderne international anerkannte sportliche Richtung des Kung-Fu, die übersetzt Kampfkunst heißt. Wushu besteht aus Sprungtechniken, Akrobatik und vielen Bewegungen mit und ohne Waffen.

Wushu ist in seiner heutigen Form Anfang der 50er Jahre entstanden. Damals sprach die Regierung der Volksrepublik China einer Zusammenstellung von einigen Formen der traditionellen chinesischen Kampfkünste und neu von einem Komitee erschaffenen Formen ihre Anerkennung als Sportart aus. Aus den rund 400 Hauptstilen des traditionellen Wushu wurden dabei die offiziellen Standarddisziplinen des modernen Wushu entwickelt. Sie sollen eine Auslese aus den am meisten verbreiterten und charakteristischen Wushu-Stilen darstellen.

Die Hauptinhalte des Wushu sind

1. Techniken die ausschließlich dem Kampf und der Selbstverteidigung dienen (Sanshou/Sanda, wörtlich: freie Hand/freier Kampf),

2. Kampftechniken mit oder ohne Waffen, die in Bewegungsabfolgen geübt und dargestellt werden (Taolu yundong), und

3. Methoden, die der Abhärtung des Körpers dienen (Gongfa).

Die Bewegungsabläufe sind dabei ähnlich wie beim Karate oder Taekwondo. Bei dem direkten Freikampf, dem Sanda / Sanshou (freier Kampf/freie Hand), dürfen Arme, Beine und der Oberkörper zum Schlagen, Treten und Werfen eingesetzt werden.

Der Formenbereich wird – zumindest im standardisierten Wushu – nur noch grob in bestimmte Richtungen untergliedert. „Südfaust“, „Langfaust“, „Shaolin“, „Tai Chi Chuan“ sowie einige Waffenformen seien hier als Beispiel genannt.

Was den Wettkampfbereich anbelangt, gibt es dort den Formelkampf, die Selbstverteidigung und die Partnerübungen. Der Auftritt dauert dabei jeweils 90 Sekunden. Bei dem Formelkampf und der Selbstverteidigung geht es dabei nicht um den direkten Kampf Mann gegen Mann, sondern eher darum, bestimmte Bewegungsabläufe möglichst exakt vorzuführen. Beim Wettkampf gibt es akrobatische Elemente und "eine tänzerisch anmutende Choreographie", die die verschiedenen Stile aufpeppen sollen.

Die Wettkampfbewertung erfolgt dabei nach einem Punktesystem, wie es beispielsweise auch aus dem Eistanz bekannt ist.

Es gibt ein zehnköpfiges Schiedsrichtergremium, das mit unterschiedlicher Aufgabenverteilung mit bis zu 5 Punkten die Bewegungsqualität, mit bis zu 3 Punkten Aspekte wie Vorführungsniveau, Kraft, Rhythmus, geistiger Ausdruck und Choreographie und mit bis zu 2 Punkten die Ausführung der „Bewegungen mit speziellem Schwierigkeitsgrad bewertet.

Im modernen Wushu wurde 1998 ein Graduierungssystem eingeführt, das in 9 Stufen eingeteilt ist.

Wer sich die Fotos auf dem Internetauftritt des Moerser Vereins ansieht, wird schnell einige Unterschiede zwischen den Leuten feststellen. Die Wushu-Sportler tragen zwar dieselben Hosen und Hemden (beide aus Baumwollen) wie bei anderen ostasiatischen Kampfsportarten. Es kommen aber Schuhe hinzu. Schüler tragen schwarze Hose und weiße Jacke, während dem Meister die komplett schwarze Kleidung vorbehalten ist.

Wushu wird positive Einflüsse auf das Nervensystem, den Kreislauf und innere Organe durch Einsatz der Muskulatur unter dem Wechsel von gerichteter Anspannung, Entspannung und Atemtechnik nachgesagt. "Wushu fördert die Gelenkigkeit und die Dehnfähigkeit der Muskulatur. Die Beinmuskulatur wird durch die kontinuierliche Beuge- und Streckbewegungen der Knie gekräftigt. Außerdem kann Wushu Streß abbauen," berichtet Czerni.

Beim Wettkampf ist der Boden mit Matten ausgelegt, um Verletzungen zu verhindern. Die Fläche beträgt 8 x 14 Meter, das Material ist Schaumstoff. „Wir wenden immerhin Tritte, Schläge, Sprünge sowie Arm- und Beintechniken an. Da kann schon mal unbeabsichtigt etwas schief laufen, “ betont Roland Czerni, Präsident der Deutschen Wushu Federation. In China wird Wushu oft auch draußen unter freiem Himmel betrieben, während sich der Wettkampfbereich bei uns in Deutschland doch eher auf die Hallen konzentriert.

„Man kann Wushu ohne Vorgaben, etwa hinsichtlich des Alters, betreiben“, betont er. Obwohl der umfangreiche Bewegungsablauf den ganzen Körper beansprucht, kann man Wushu nach seinen Worten bis ins hohe Alter betreiben. „Eine gewisse Beweglichkeit ist da aber schon von Vorteil.“

Wichtig ist auch die ethische Grundeinstellung. Das Begrüßen und Abgrüßen, das Einhalten der Disziplin und das Achten auf die Bekleidung seien hier als Beispiele genannt.

Die Deutsche Wushu Federation ist der nationale Dachverband des Wushu – Sports. Auf seinen Internetseiten (www.wushudwf.de) können Daten sowohl zum Sport wie auch zu Ansprechpartnern vor Ort abgerufen werden.

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