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Taekwondo

Der Taekwondo ist eine Sportart, die in den `50er Jahren in Korea entstanden ist. Die beiden Großmeister Choi Hong-hi und Klon Jae-hwa brachten Taekwondo dann ab 1965 nach Deutschland - eine Arbeit, die später von vielen anderen koreanischen Großmeistern unterstützt und fortgesetzt wurde, die zum Teil heute noch in Deutschland ansässig sind. In der Fachliteratur wird der langjährige Bundestrainer Park Soo-Nam aus Stuttgart, unter dessen Regie Deutschland ununterbrochen in Folge (1976, 1978, 1980, 1982, 1984) Europameister wurde und zahlreiche Medaillen auf Weltebene hervorgebracht hat, sowie sein Vorgänger Shin Boo-Young, der deutscher Nationaltrainer von 1972 bis 1975 war, ausdrücklich hervorgehoben. In dieser Zeit konnten deutsche Taekwondo-Kämpfer diverse Titel auf internationaler Ebene erringen.

Die ersten deutschen Meisterschaften fanden bereits 1967 in München statt. Die ersten WM-Teilnehmer Deutschlands gewannen 1973 in Korea Silber durch Armando Chavero und Bronze durch Georg Karrenberg (beide Leichtgewicht).

Taekwondo gliedert sich in einzelne Disziplinen. Je nach Verein werden die Schwerpunkte im Training unterschiedlich gesetzt. Die Unterschiede zum Karate werden in der Fachliteratur also so gering beschrieben, daß es wohl sehr schwierig ist, beide auseinanderzuhalten.

Beim Formenlauf werden festgelegte Techniken in vorgegebener Reihenfolge durchgeführt. Bei Turnieren erfolgt die Wertung ähnlich wie beim Turnen. Im Idealfall kann der Sportler maximal 10 Punkte erhalten; Abzüge gibt es für Fehler.

Im Wettkampf gibt es den Leicht-, Semi- oder Vollkontaktkampf gegen einen Gegner. Außerdem gibt es noch die Grundschule = das Üben einzelner Bewegungen/Techniken durch mehrfaches Wiederholen, ohne Gegner sowie die Gymnastik sowie die Theorie. Bei den jeweiligen Disziplinen kämpfen die Taekwondo-Kämpfer 2 x 2 Minuten (im Finale 3 x 2 Minuten) gegeneinander. Gewonnen hat, wer die meisten Treffer landen konnte.

An dieser Stelle seien die verschiedenen Disziplinen vorgestellt, die es im Taekwondo gibt.

Die Selbstverteidigung meint den Kampf einen / mehrere unbewaffnete oder bewaffnete Gegner. Hier werden Konter- und Hebeltechniken im Stehen und Liegen gezeigt.

Der Einschrittkampf ist ein Schaukampf mit festgelegter Technikenreihenfolge gegen einen Gegner. Neben dem Einschrittkampf gibt es auch noch den Zwei- und Dreischrittkampf, die aber eher untergeordnete Bedeutung haben. Der Abwehrende blockt eine Angriffstechnik des Angreifers und kontert mit Gegenangriff – so läßt sich kurz und knapp der Einschrittkampf erklären. Beim Zwei- und Dreischrittkampf werden dementsprechend zwei bzw. drei Angriffstechniken ausgekontert.tl_files/ssb-duisburg/sportkulturen/Zorbas/Taekwondo-Bruchtest.jpg

Der Bruchtest meint das Zerstören von Holzbrettern, Ziegeln oder sonstigen Materialien mittels Taekwondo-Techniken. Damit beweist der Taekwondo-Sportler, daß er die jeweiligen Techniken erlernt hat.

Der Freikampf ist ein freier, (weitgehend) berührungsloser Kampf gegen einen Gegner in verschiedenen Kombinationen.

Höflichkeit, Integrität, Durchhaltevermögen, Geduld, Selbstdisziplin, die Unbezwingbarkeit gelten als die Charaktereigenschaften, die im Taekwondo wichtig sind.

Um diese Ziele zu erreichen, stellte Choi Hong-hi, der „Erfinder“ des Taekwondo, einen Eid auf, dem sich alle Taekwondo-Schüler verpflichtet fühlen sollen:

  • Ich verpflichte mich, die Grundsätze des Taekwondo einzuhalten
  • Ich verpflichte mich, meinen Trainer und alle Höhergestellten zu achten
  • Ich verpflichte mich, Taekwondo nie zu missbrauchen
  • Ich verpflichte mich, mich für Freiheit und Gerechtigkeit einzusetzen
  • Ich verpflichte mich, bei der Schaffung einer friedlicheren Welt mitzuarbeiten.

Der Kampfanzug (Dobok) ist ein Anzug aus leichtem, weißgebleichtem Stoff, der aus einer Art Jacke, Hose und Gürtel besteht. Er ist strapazierfähig, lässt alle Bewegungen zu und widersteht leichtem bis mittlerem Reißen. Zur Grundbekleidung kommen gegebenenfalls noch Schutzausrüstungen für den Wettkampf hinzu. Jegliche Form von Schmuck (Ringe, Hals-/Fußkettchen, Armbänder, Uhren und große Ohrringe) muss wegen der Verletzungsgefahr vor dem Training abgelegt werden.

Die Füße bleiben unbekleidet. Ausnahmen gibt es für Sportler mit Fußverletzungen oder ähnlichem. Spezielle Taekwondo-Schuhe gibt es zwar, doch sollten diese nur zu speziellen Anlässen (Vorführungen oder Training im Freien) getragen werden.

Das Oberteil soll das Gesäß bedecken, seine Ärmel reichen mindestens über den halben Unterarm, höchstens bis zu den Handgelenken. Schwarzer Rand und schwarzes Revers sind nur für Danträger zulässig.tl_files/ssb-duisburg/sportkulturen/Zorbas/Taekwondo.jpg

Die Hose ist so gearbeitet, dass ein seitlicher Spagat möglich ist. Sie reicht mindestens bis zur halben Wade.

An Jacke und/oder Hose können auch Verbandsabzeichen und Aufdrucke angebracht werden, was durch die Bekleidungsordnungen der jeweiligen Verbände und Schulen geregelt wird.

Für Probetrainings ist auch ein (strapazierfähiger) Trainingsanzug zulässig. Bei Eintritt in einen Verband muss der Schüler allerdings einen Dobok erwerben. Das Tragen des Doboks soll die Schüler zu einer Einheit werden lassen, deshalb sind Abweichungen von der Kleidungsordnung unerwünscht.

Im Taekwondo hat der weiße Dobok sowie der weiße Gürtel auch symbolischen Charakter. Die Farbe Weiß ist rein und kann noch leicht alle anderen Farben annehmen. Sie ist wie ein noch unbeschriebenes Blatt, völlig leer. Ein Schüler im weißen Dobok ist vergleichbar mit einem noch leeren Glas, in das langsam neues Wissen der Meister eingegossen wird. Der Schüler sollte dieses Wissen und Können „aufsaugen“, verarbeiten, um es dann erfolgreich in die Tat umzusetzen. Unabhängig von dieser Bedeutung entstand der weiße Trainingsanzug wohl ganz pragmatisch aus der Tatsache, dass Farbstoffe früher sehr teuer waren.

Der Farbe der Gürtel liegt eine Symbolik zugrunde: Der weiße Gürtel wird von Anfängern getragen, die noch am Anfang stehen und dem Taekwondo offen und wissbegierig gegenüberstehen. Über gelb, grün, blau und rot steigert sich dann die Reihenfolge. Einige Schulen verwenden den braunen Gürtel an Stelle des roten Gürtels. "Schwarz und auch der „Schwarze Gürtel“ ist die Farbe der Meister und nur diesen vorbehalten. Schwarz, Symbol für das Weltall, vereinigt alle anderen Farben in sich und ist somit die stärkste aller Farben. Schwarz soll auch die Autorität, das Wissen und die Erfahrung der Meister symbolisieren," beschreibt die Theorie die Bedeutung der Farbe.

„Taekwondo ist zu 70 Prozent Beinarbeit und zu 30 Prozent Armarbeit“, schätzt Horst Iwan, 1. Vorsitzender und Trainer beim TKD Dragonfighters Duisburg-Walsum. Taekwondo ist dabei ein Kampf Mann gegen Mann. Es gibt dabei nicht nur die Bekleidung, wie sie oben schon beschrieben wurde. Körperschutz wird hier groß geschrieben. Schutz für die Schienbein, Tiefschutz für die Männer / Brustschutz für die Frauen, Kopfschutz, Mundschutz und Handschutz kommen dazu. Bei den Kindern ist es zusätzlich noch ein Spannschutz.

Taekwondo kann zwar auch im Freien betrieben werden, eine Halle mit einem federnden Boden (zumeist aus Holz) ist aber im Wettkampfbereich die Regel. Normale Schaumstoffmatten (Format: 8 x 8 Meter) sind auf dem Boden ausgelegt.

Ein Boxsack, Bruchtestgeräte, Waffen aus Holz und Plastik für die Selbstverteidigung sowie Schlagpolster für die Tritte und  Schläge kommen im Training zum Einsatz.

Meisterschaften und Turniere zeichnen den Sport aus. „Die Dragonfighters gibt es seit 2006“, berichtet Iwan, ein gelernter Maurer, der heute als Autokranführer arbeitet. „Wir hatten auch schon 2 Vize-Europameister im Verein. Sie sind aber inzwischen aus den unterschiedlichsten Gründen aus dem Sport heraus.“

Die Sporthalle der Don-Bosco-Schule in Vierlinden dient dem Verein als Übungsort. 16 Mitglieder gehören dem Verein derzeit an. Taekwondo ist eine Randsportart, wie Iwan selbst zugibt. Der Sportler sind daher als Amateure, die ihren Sport hobbymäßig betreiben. Was natürlich auch die Frage nach den Kosten aufwirft. 20 € für den Dobok, also die Bekleidung, und 100 € für den Körperschutz muß man schon mindestens einkalkulieren. Eventuelle Reisekosten und ähnliches kommen hinzu.

Fitneß, Sporttauglichkeit, Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, Höflichkeit, Respekt, Gelenkigkeit und Reaktionsschnelligkeit sind Eigenschaften, die nach Worten von Iwan ein Taekwondo-Sportler mitbringen sollte. „Taekwondo ist ein schneller, dynamischer und explodierender Sport“, schwärmt Iwan. „Ich mag die Lebenseinstellung, den Ausgleich und die Disziplin.“

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