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Aikido

Aikido ist eine betont defensive japanische Kampfsportart, die Morihei Ueshiba Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte. Aikido kam in den 1960er Jahren nach Deutschland, aber nicht etwa durch Arbeitsmigranten. Katsuaki Asai kam beispielsweise 1965 gezielt nach Deutschland, um hier das Aikido bekannt zu machen. Den Deutschen Aikido Bund gibt es inzwischen seit über 30 Jahren. Er ist der einzige vom Deutschen Olympischen Sportbund anerkannte Fachverband.

Das Aikido gilt als friedfertige Kampfkunst. Ziel ist es, einen Angriff so abzuwehren, daß der Angreifer möglichst nicht verletzt wird, sondern vorübergehend angriffsunfähig gemacht wird. „Ausgehend von der Entstehungsgeschichte gibt es beim Aikido keinen Wettkampf und keine Turniere“, berichtet Volker  Marczona. „Das Messen von Leistung wird abgelehnt.“ Der Polizist aus dem Duisburger Stadtteil Homberg gehört dem KSV Moers an, betätigt sich dort ehrenamtlich als Trainer und ist so nebenbei auch stellvertretender Vorsitzender des Dachverbandes für Budotechniken Nordrhein-Westfalen in Duisburg.

Es würde sicherlich an dieser Stelle zu weit führen, den geistigen Hintergrund des Aikido komplett vorzustellen. „Ein wichtiger Satz beim Aikido lautet: Miteinander nicht gegeneinander,“ stellt Marczona die Philosophie der Kampfsportart kurz und knapp vor. Als Besonderheit des Aikido gilt auch, daß es keine offensivern Angriffstechniken, sondern nur Verteidigungs- und Sicherungstechniken gibt.

Hebel-, Wurf- und Festhaltetechniken sollen dafür sorgen, daß ein Angriff ins Leere läuft. „Tritte und Boxschläge gibt es bei uns faktisch nicht,“ betont Marczona.

Wie schon oben erwähnt, gehört Marczona dem KSV Moers an. Hat der gesamte Verein rund 350 Mitglieder, gehören der Aikido-Abteilung rund 100 Personen an. Die Hälfte davon sind Kinder. „Die Kinder werden geschickt, weil die Eltern merken, daß Aikido pädagogisch wertvoll ist. Bei den Erwachsenen liegt das Einstiegsalter so etwa bei 30 Jahren. Es sind Leute, die merken, daß sie sich mehr bewegen sollten.“

Ein Judo-Anzug und ein japanischer Hosenrock gehören zur Grundausstattung; Schuhe sind nicht erforderlich, da der Sport barfuß betrieben wird. Der Judo-Anzug kann schon für 25 € im Sportartikeleinzelhandel erworben werden. Die Hosenröcke sind für 60 – 100 € im Internet über den Budo-Versand erhältlich. Stöcke, Schwerter und Messer – jeweils aus Holz – werden als Hilfsmittel gebraucht.

Die Raumfläche, auf der Aikido betrieben wird, kann variieren. „Wir in Moers haben eine Wettkampffläche von rund 140 Quadratmeter. Die Vereine, die 50 Quadratmeter haben, behaupten, daß ihre Fläche ideal ist, und wer 200 Quadratmeter zur Verfügung hat, wird behaupten, daß seine Fläche ideal ist,“ berichtet Marczona.

Da im Aikido nichts gegen den Willen der beiden Übungspartner geschieht und keine Wettbewerbssituation entsteht, gibt es auch keine besonderen Grundvoraussetzungen, die ein Aikido-Sportler unbedingt mitbringen muß.  Ein gewisses Körpergefühl und Selbstvertrauen sollten allerdings schon vorhanden sein. „Müßte ich in einem Unternehmen Teams zusammenstellen, würde ich Aikido mit ihnen machen,“ betont Marczona. Der Grund dafür ist einfach. Durch Aikido kann man es nach seiner Erfahrung lernen, sich auf andere Personen zu verlassen und nicht unbedingt alles unter Kontrolle haben zu müssen. „Es gibt Leute, die Kontroll-Freaks sind. Für sie ist Aikido eine neue Erfahrung.“

Der höfliche Umgang mit dem Trainingspartner und das achtsame Miteinander sind jedenfalls Charakteristika des Sports.

„Ich bin auf Umwegen zum Aikido gekommen. Ich selbst habe in jungen Jahren 13 Jahre lang Karate gemacht, “ berichtet Marczona. Irgendwann suchte er dann nach Alternativen. Im Rahmen dieser sportlichen Neuorientierung traf er auf einen japanischen Aikido-Trainer in Moers. „Er war ein sehr bescheidener, zurückhaltender Mensch, der sich nicht übermäßig wichtig nahm,“ blickt Marczona zurück. Dieser Trainer konnte das Interesse des Deutschen wecken. Noch im selben Jahr lernte Marczone den deutschen Aikido-Bundestrainer und einen Lehrer in Japan kennen. Beide Begegnungen ließen die Entscheidung reifen, zum Aikido zu wechseln. „Ich habe im Aikido viele interessante Menschen getroffen,“ blickt der Polizist zurück. Daß er heute einer der wenigen Europäer ist, die den 5. Dan erwerben konnte, sei hier natürlich auch erwähnt.

Der Deutsche Aikido-Bund ist auch im Internet vertreten (www.aikido-bund.de). Dort läßt sich auch nachschauen, wo es Aikido-Vereine vor Ort gibt.

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