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Brasilianisches Jiu Jitsu

Der Brasilianische Jiu-Jitsu ist eine Abwandlung des Judo. Nach Worten von Michael Strack, dem Vizepräsidenten des Brazilian Jiu Jitsu Bundes Deutschland, ist die Bezeichnung „Jiu Jitsu“ bei dieser Sportart allerdings falsch. „Beim Brasilianischen Jiu Jitsu gibt es keine Schlagtechniken wie beim Jiu Jitsu. Faktisch handelt es sich dabei mehr um Judo. Hier stehen die Arm- und Beinarbeit deutlicher im Vordergrund.“ Im Unterschied zur japanischen Ursprungssportart liegt der Schwerpunkt hier mehr auf dem Bodenkampf.

Die Sportler messen sich in verschiedenen Gewichts- und Anfänger/Fortgeschrittenen Klassen. Sie werden in unterschiedliche Gürtelfarben der Kämpfer einteilt. Beim Brasilianischen Jiu Jiutsu sind die Gürtel aber anders als beim Judo aufgeteilt. Die Farben, vom Anfänger zum Meister, sind weiß – blau – lila – braun – schwarz. „Die Farben der Gürtel zeigen die unterschiedlichen Grade an, denen die Sportler angehören“, wie Michael Strack, Vizepräsident des Brazilian Jiu Jitsu Bundes Deutschland berichtet.tl_files/ssb-duisburg/sportkulturen/1 Brasilian Jiu jitsu Foto Ausfuehrung 2.jpg

Der Kampf startet in der Regel im Stand und wird meistens nach einem sog. „Takedown“ am Boden fortgesetzt und beendet. Der Kämpfer hat zwei Möglichkeiten den Kampf zu gewinnen. Beim Brasilianischen Jiu Jitsu erhalten die Kämpfer für bestimmte Positionen oder Aktionen, die für sie vorteilhaft sind oder den Kampfverlauf zu ihren Gunsten ändern, Punkte. Beispiele sind das Einnehmen der „Mount“ – man sitzt auf dem Brustkorb des Gegners – oder ein erfolgreicher „Sweep“ – man schafft einen Wechsel von einer ungünstigeren Position in eine bessere z.B. von der Rückenlage in die Oberlage – genannt werden. Schläge, Tritte, Kratzen, Beißen etc. sind verboten. Unabhängig vom Punktestand besteht jederzeit die Möglichkeit, den Gegner mit einer „Submission“ (Unterwerfung) zur Aufgabe zu zwingen. Die Aufgabe wird durch Klopfen mit der Hand auf die Matte, seinen Körper oder den des Gegners symbolisiert. Die Aufgabe kann durch zahlreiche Würge- und Hebeltechniken herbeigeführt werden. Die Sportler kämpfen 5 Minuten gegeneinander. Erreicht in dieser Zeit keiner der Kämpfer eine „Submission“ des Gegners, gewinnt der Kämpfer mit den meisten Punkten. „Die Philosophie des Wettkampfes ist, dass die Wettkämpfer aufgrund ihrer technischen Fähigkeiten den Konkurrenten besiegen. Im Mittelpunkt steht die überlegene Technik, die während des Kampfes gezeigt wird, um den Gegner in einer Position zu fixieren bzw. ihn zu Strafpunkten zu zwingen,“ besagt die Philosophie des Sports.

Zu Unterschiede zu anderen Kampftechniken sind – zumindest für den sportlichen Laien – nicht immer sofort ersichtlich. Die Kampffläche hat dieselbe Größe wie beim Judo; der Boden ist mit Schaumstoffmatten ausgelegt. Jede Mattenfläche muss mindestens 64 Quadratmeter (8x8m) bzw. darf maximal 100 Quadratmeter (10x10m) betragen.

Die Mattenfläche besteht aus zwei Bereichen: der innere Bereich, die auch Kampfzone genannt wird, besteht aus mindestens 18 Matten in grüner Farbe. Der äußere Bereich, der Sicherheitsbereich, besteht aus 14 roten Matten. Es wird barfuß gekämpft, die Sportler tragen – wie beim Judo – Jacke, Hose und einen Gürtel, die aus Baumwolle bestehen. Kondition, Vielseitigkeit, Gelenkigkeit und Reaktionsschnelligkeit sind Eigenschaften, die der Sportler mitbringen sollte. „Es ist ein Sport, bei dem man Denken muß“, betont Stark. „Man muß sich auf seinen Gegner einstellen und überlegen, wie man ihn besiegen kann.“ Das Fairplay und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Sportler sind für ihn Motivation, sich mit dem Sport zu beschäftigen.

Der Brazilian Jiu Jitsu Bund Deutschland ist nach Worten Stracks der offizielle Verband, der auch Meisterschaften ausrichten darf. Es gibt ihn seit dem Jahre 2000. Rund 1.000 Sportler haben sich ihm inzwischen angeschlossen. Daneben soll es aber auch noch „private“ Verbände geben, wie Strack es ausdrückt, die in einem Konkurrenzverhältnis zum BJJBD stehen. „Wir sind nicht auf Gewinn ausgerichtet. Wir investieren unsere Einnahmen beispielsweise auch wieder in Lehrgänge.“

Was die Zielgruppe anbelangt, gibt es nach Aussage Stracks keine Einschränkung. Brasilianischer Jiu Jitsu kann von Männern und Frauen, jungen und alten Sportlern gleichermaßen betrieben werden. „Es kommen immer wieder ältere Sportler, die vom Judo zu uns wechseln wollen, weil sie keine Würfe mehr machen wollen“, gibt Strack ein Beispiel. Daß im Verband 80 Frauen (mit steigender Tendenz) registriert sind, sei hier nur am Rande bemerkt.

Im Internet ist der nationale deutsche Brazilian Jiu Jitsu Bund unter www.bjjb.de zu erreichen. Dort werden auch Themen wie Wettkampfregeln, Philosophie des Sports, Geschichte der Sportart und vieles mehr angesprochen.

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