Diese Webseite verwendet Cookies, um die Webseite optimal gestalten und fortlaufend verbessern zu können. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren.

Arnis

Der Anis ist Gewürz und Heilpflanze zugleich. Der Arnis stammt aus den Philippinen. Er ist eine Kampfkunst, der der Selbstverteidigung dient. Er dient dort als offizieller Nationalsport.

Man kann dabei zwischen Modern und Classic Arnis unterscheiden. Der klassische Arnis ist die ursprüngliche Kriegskunst, das moderne Arnis dagegen die Übertragung und Weiterentwicklung der alten Techniken auf Stöcke und alltägliche Gegenstände. Dementsprechend werden die verschiedenen Kampftechniken unterschiedlich gehandhabt. Der klassische Arnis ist eine Klingen-„kunst“, bei der der Gegner auch verletzt wird. Hier werden die Angriffe auch konsequent durchgezogen. Man sagt dieser Richtung des Sports nach, er würde „runder und geschmeidiger“ wirken als der moderne Arnis. Beim modernen Arnis gibt es dagegen reine Schlagtechniken, mit denen der Gegner nicht verletzt werden soll; die Waffen werden nach einem erfolgten Angriff schnell wieder in ihre Ausgangsposition zurückbefördert. „Wir in Deutschland kämpfen deswegen auch nur mit Stöcken. So ist die Verletzungsgefahr einfach geringer, “ berichtet Dieter Knüttel, Mitbegründer des Deutschen Arnis Verbandes und seit langen Jahren Arnis-Bundestrainer.

„Sport hat immer etwas mit Wettkampf und Vergleichen zu tun. Bei uns steht die Kampfkunst und Selbstverteidigung im Vordergrund,“ berichtet der Diplom-Sportlehrer aus Dortmund. Meisterschaften, Wettkämpfe und Turniere gibt es also – zumindest im Deutschen Arnis – Verband – nicht. „Arnis ist längerfristig angelegt. Man lernt Verteidigungstechniken, bei denen es egal ist, ob man bewaffnet oder unbewaffnet ist. Wer längere Zeit dabei ist, entwickelt sich sportlich wie charakterlich weiter. Arnis ist schließlich auch Charakterschulung. Man lernt Respekt und Verantwortung voreinander.“

Man kann Arnis „überall, wo man kein Porzellan zerdeppert“, betreiben, wie Knüttel es scherzhaft ausdrückt. Üblicherweise findet es aber in einer Halle statt. Der Untergrund ist dabei egal. Ein T-Shirt, lange Hosen und Schuhe ist die übliche Bekleidung des Arnis-Kämpfers. Es werden Rattanstöcke in Armlänge, also rund 70 cm, benutzt. Ihr Vorteil: Sie splittern nicht. Arnis kann jeder betreiben, unabhängig von Alter, Geschlecht, Gewicht und anderen Kriterien, wie Knüttel betont. „Das ideale Alter, mit dem man in den Sport einsteigen sollte, ist ab 25. Dann ist man charakterlich genügend gefestigt, um auch mit den Waffen kämpfen zu können,“ betont Knittel.

An dieser Stelle sei kurz auf die Waffen eingegangen. Stöcke, Messer und Alltagsgegenstände (kleinere Gegenstände wie Kugelschreiber, Gürtel und Handtücher) kommen neben Klingenwaffen zu Einsatz.

Es gibt eine gängige Version, mit der mit dem Stock gekämpft wird. Der Stock wird am unteren Drittel gehalten. Zwischen Stockende und Hand läßt der Kämpfer eine Hand lang Platz. Dieses Ende wird auf kurze Distanzen eingesetzt. Mit dem mittleren Teil des Stockes wird geblockt. Das obere Drittel des Stockes dient zum Angriff. Die Kämpfer versuchen, mit der Spitze des Stockes den Gegner zu treffen, da hier die Aufschlagswucht und die Reichweite am größten ist. Gute Stöcke sind schon für 15 € im Fachhandel erhältlich.

Welche körperlichen und charakterlichen Eigenschaften sollte ein Arnis-Kämpfer mitbringen? Reaktionsschnelligkeit und ein Auge für die Situation wären da zu nennen. „Viele Sachen lernt man während des Trainings. In meinen Augen ist daher Spaß im Training wichtig,“ so Knüttel.tl_files/ssb-duisburg/sportkulturen/Klassisches Arnis - Ausgangsposition.jpg

Arnis gibt es seit 1979 bei uns in Deutschland. Es wurde damals von Cui J. Brocka als Combat Arnis eingeführt

Knüttel begann 1967 – damals war er zarte 6 Jahre alt – mit dem Judo-Sport. 1970 wechselte er zum Kung-Fu und 1980 zum Anis. „Es liegt mir. Ich kann es. Es mir Spaß,“ begründet Knüttel seine Entscheidung. Nach Brockas Tod im Jahr 1984 schaffte es Knüttel, Kontakt zum Großmeister Ernesto A. Presas aufzubauen und ihn nach Deutschland einzuladen, um von Combat Arnis auf Modern Arnis umzustellen. 1985 wurde der DAV an der Sporthochschule Köln gegründet.

„Mich reizte damals die Zusammenarbeit mit Großmeistern,“ gesteht Knüttel seinen Ehrgeiz, was den Sport anbelangt, ein. „Er macht Spaß. Es gibt eine angenehme Atmosphäre im Umgang miteinander. Man wird nicht in bestimmte Bewegungsabläufe gedrängt, sondern lernt immer wieder was dazu. Am Anfang gibt es festgelegte Bewegungsabläufe, von denen man sich später aber wieder löst. Arnis fordert den Geist.“

Rund 1.600 Mitglieder in 70 Vereinen gehören dem Deutschen Arnis-Verband an. „Wir sind der größte nationale Arnis-Verband in Europa,“ kann Knüttel stolz berichten. www.modern-arnis.de lautet die Internetadresse des Verbandes.

1986 gründete Knüttel zusammen mit anderen Arnis-Begeisterten den Essener Kampfsport Club Manila (www.ksc-manila.de). Dort ist inzwischen seine sportliche Heimat.

Zurück