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Wrestling

Wrestling ist eine Mischung aus Sport und Show. Seine Ursprünge liegen in den USA. Wrestling ist inzwischen aber auch schon bei uns in Deutschland angekommen, wie Michael Loher vom Homberger TV bestätigen kann.

Das englische Wort "Wrestling" bedeutet auf Deutsch "Ringen". Auf den ersten Blick geht es darum, daß der bessere Kämpfer gewinnt. Das Ziel ist aber nicht der Wettkampf. Die Zuschauer sollen stattdessen bestmöglich unterhalten („Entertainment“) werden.

Das Wrestling-Match findet in einem Ring statt, der eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Box-Ring hat. Beim Wrestling hat der Ring aber nur drei Seile, vier Ecken und zwei Treppen, die zum Ring führen. Die Seitenlänge beträgt jeweils 4,50 Meter, die Fläche ist also quadratisch. Die Ringoberfläche befindet sich 70 Zentimeter über dem Boden. Sie besteht aus gepolsterten Matten und Holz. Das oberste Ringseil befindet sich 140 Zentimeter über dem Boden.

Beim professionellen Wrestling gibt es an einem Ende der Halle eine große Tribüne, auf der die Athleten die Halle betreten. Auf einer höhergelegenen Plattform wird bei einigen Wrestlern ein kleines Feuerwerk gezündet. Zum Ring führt eine Rampe, oft aus Stahl. Die Zuschauer sind durch eine Absperrung von den Kämpfern getrennt; diese Absperrung befindet sich 2 Meter vom Ring entfernt. „Wenn man es genau nimmt, braucht man natürlich auch die Sitzplätze für die Zuschauer“, berichtet Loher. „Oft werden auch Erkennungslieder gespielt, wenn die Wrestler in die Halle kommen. Man braucht also eine Beschallungsanlage, gelegentlich auch eine Beleuchtungsanlage.“

Ringerstiefel gehören auf jeden Fall zur Ausstattung der Wrestler beim Kampf. „Diese Ringerstiefel haben in der Regel eine dünne Sohle. Dann habe ich nämlich ein Gefühl dafür, wie ich beim Kampf mit meinem Gegner umgehe, “ betont Loher. „Außerdem sollten die Wrestler beim Kampf schon Knieschoner und Ellenbogenschoner tragen.“

Ob noch weitere Ringkleidung gebraucht wird, hängt vom Charakter des Wrestlers bzw. seiner Aufgabe im Ring ab. In Deutschland sind Masken, Schminken u. ä. nicht üblich. Je nach Charakter können aber Öle, Bärte usw. zur Ausstattung gehören.

Kondition, Körperkoordination und ein Auge für die Show sind Loher zufolge Eigenschaften, die ein guter Wrestler mitbringt. „Jähzorn ist beim Wrestling völlig fehl am Platz. Wichtig ist vielmehr Fairness, “ betont Loher. „Als Wrestler darf man keine Peinlichkeitsgrenze haben. Das Publikum soll unterhalten werden, da sind Showeinlagen wichtig.“

Wer nicht sozial eingestellt ist, ist nach Meinung von Loher in dem Sport falsch. Man muß sich auf seinen Partner verlassen können. „Werden die Aktionen unsicher ausgeführt, besteht ein hohes Verletzungsrisiko. Je besser man sich auch privat kennt und auch vertraut, desto besser ist die Show.“

Loher betreibt seit 17 Jahren Wrestling. Nach eigenen Worten mag er es, mit dem Publikum zu spielen. „Ich übernehme gerne den Part des Bösewichts. Da führt man den Kampf, braucht allerdings auch viel Erfahrung. Ich kann als Wrestler nur so gut sein wie mein Gegner und wie er mich verkauft.“

Auf den ersten Blick zeigen die Wrestler während des Kampfes verschiedene Wurftechniken, Schläge, Tritte sowie Halte- und Hebelgriffe, die aus ganz vielen Kampfsportarten stammen. Bei genauerem Hinsehen wird aber schnell klar, daß die Handlung komplett choreographiert ist. „Es wird nicht der bessere Sportler ermittelt,“ betont Loher. „Das Publikum soll mit einer guten Show unterhalten werden. Der Publikumsliebling kämpft gegen einen Bösen. Es gibt keine klaren Regeln, was wirklich für die Handlung wichtig ist. Je nach Publikum wird geplant, wer gewinnt. Da kann es durchaus auch mal vorkommen, daß der Böse der Sieger ist.“

Der Kampf beginnt, wenn die Ringglocke ertönt. Es gibt dann verschiedene Möglichkeiten, wie ein Kampf enden kann.

Beim Pinfall drückt der Wrestler die Schultern des anderen drei Sekunden lang auf die Matte. Bei der Submission befindet sich ein Wrestler im Aufgabegriff des anderen Wrestlers und kann sich nicht mehr daraus befreien. Klopft er auf die Matte, zeigt er damit seine Aufgabe an. Beim Knock Out verliert einer der Wrestler das Bewußtsein. Der Ringrichter hebt dreimal den Arm des Wrestlers in die Luft. Fällt der Arm des Wrestlers jedes Mal auf den Boden zurück, hat der Schiedsrichter den Knock out festgestellt. Die Wrestler dürfen sich nur zehn Sekunden außerhalb des Ringes aufhalten. Wird diese Zeit überschritten, wird der Kampf beendet (Count out). Es reicht aber, das Ringinnere zu berühren, um den Count Out abzubrechen. Ein Wrestler wird disqualifiziert, wenn er einen verbotenen Gegenstand einsetzt oder ein anderer Wrestler in den Kampf eingreift.

Meisterschaften, wie sie in anderen Sportarten üblich sind, gibt es beim Wrestling nicht. Da die Kämpfe durchchoreographiert sind, steht der Sieger eines Kampfes schon vorher fest. Was teilweise dazu führen kann, daß selbst bei den „Meisterschaften“ der großen Wrestling-Verbände schon von Anfang an feststeht, wer am Ende der Gewinner sein wird, wie Loher selbst zugibt.

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