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Pencak Silat

Pencak Silat

Japan hat das Judo, Korea das Aikido. „Wir haben den Pencak Silat“, betont Dino stolz. „Es ist der einzige traditionelle Sport, den wir haben.“ Der freundliche junge Mann stammt aus Indonesien und studiert in Duisburg Maschinenbau.

Das traditionelle Pencak Silat ist eine Kampfkunst, die auch einen tänzerischen Charakter aufweist. Angriffe werden durch Ausweichen und Ableiten der Kraft des Gegners abgewehrt. Als typisch gelten die Eröffnungsphasen eines Kampfes sowie der schnelle Wechsel zwischen hohen und tiefen Stellungen. Pencak Silat beinhaltet eine Vielzahl von Angriffs- und Verteidigungsbewegungen: Schlagtechniken, Tritte, Blöcke, Würfe, Griffe und Hebel. Blitzschnelle Anspannung und Entspannung wechseln einander ab. Ein Merkmal des Pencak Silat sind die fließenden Bewegungen und das Ausweichen.

Man kann Pencak Silat unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachten. Pencak Silat dient zur Selbstverteidigung und dient dabei der körperlichen Fitness. Es hat dabei einen sportlichen Leistungsaspekt. Den Ästheten unter uns soll Pencak Silat "die Schönheit der Bewegung" zeigen. Im mentalen Bereich hat Pencak Silat die "Stärkung der Selbstkontrolle zum Ziel", wie in der Literatur zur erfahren ist.

Pencak Silat wird, wie viele südostasiatische Kampfkünste, häufig von Musik begleitet. Hierbei hat jede Region ihre eigenen Stilrichtungen und Instrumente. Neben dem unbewaffneten Kampf hat im Pencak Silat das Üben mit Waffen einen hohen Stellenwert, weshalb fast jeder Stil sein eigenes Repertoire spezieller Waffen besitzt. Stöcke kommen dabei genauso zum Einsatz wie Messer, Dolche, Speere und Schwerter. tl_files/ssb-duisburg/sportkulturen/Oelringen/Pencak-Silatneu.jpeg

Viele Vorbereitungen sind für den Sport nicht erforderlich, wie Dino berichtet. Zumindest dann nicht, wenn man Pencak Silat tänzerisch ausübt. Der Sportler, der Pencak Silat betreiben möchte, braucht im Grunde nichts weiter als bequeme, zumeist schwarze Sportbekleidung, die durch einen Gürtel zusammengehalten wird. Schuhe trägt man üblicherweise nicht.

Etwas anders sieht es bei den Sportveranstaltungen aus. Im Pencak Silat gibt es Wettkämpfe, bei denen im Vollkontakt gekämpft wird. Dabei wird Schutzkleidung getragen. Ein Kampf geht über 3 Runden von jeweils 2 Minuten. Tritte und Schläge sind nur oberhalb der Gürtellinie erlaubt, Kopfangriffe verboten. Es werden auch Wurf- und Grifftechniken angewendet. Punktwertungen gibt es für Treffer, erfolgreiches Verteidigen und Würfe.

Der Pencak Silat ähnelt sehr dem Muat Thai, wie Dino berichtet. „Es gibt allerdings weniger Fußtritte und Ellenbogeneinsätze, dafür einen vermehrten Einsatz der Hände.“ Man kann den Pencak Silat überall machen, auf der Straße genauso wie in der Halle, um ein Beispiel zu bringen. Bodenmatten sind demnach genauso unbekannt wie eine Ringbegrenzung. „Die oben erwähnten Waffen werden beim traditionellen Pencak Silat nicht zum Kampf, sondern als choreographisches Element benutzt.“

Indonesien hat seinen Worten zufolge einen liberalen Islam. Frauen können sich nach seinen Worten genauso im Pencak Silat betätigen wie Männer, und zwar unabhängig vom Alter. Irgendwelche Voraussetzungen dafür muß man nicht mitbringen.

Dino kommt West-Java. Er hat Pencak Silat gelernt, als er noch zur Junior High School gegangen ist. Da war er so etwa 12 Jahre alt. „Ein Zentrum des Pencat Silat liegt in Sumatra.“

Mit Selbstverteidigung hat Pencak Silat nach seinen Worten nichts zu tun. „Karate und Judo sind dafür besser geeignet“, so Dino. „Der Pencak Silat hat mehr Show-Charakter.“

Die Pencak Silat Union Deutschland ist in Köln ansässig. Auf ihrer Internetpräsenz sind auch Vereine vor Ort angegeben.

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