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Luta Livre

Luta Livre heißt eine Kampfsportart, die aus Brasilien zu uns gekommen ist. Sie weist Ähnlichkeiten mit dem Judo und dem Ringen auf.

Ähnlich wie beim Ringen fängt der Kampf im Stehen an. Beide Kämpfer versuchen, den Gegner mit Hilfe einer Wurftechnik zu Boden zu bringen und sich dort eine dominante Position zu sichern. Gewonnen hat dabei derjenige Kämpfer, dessen Gegner aufgibt bzw. wenn er 9 Punkte erzielt hat.

„Ich erhalte Punkte, wenn ich werfe, wenn ich rittlings auf jemandem knie oder wenn ich jemandem wie ein Rucksack auf dem Rücken klebe,“ beschreibt Holger Deimann, Leider der Luta Livre Akademie Dortmund, etwas flapsig die Regeln. „Wenn es zu Beginn des Kampfes darum geht, den Gegner zu Boden zu werfen, haben sich die Fußfeger aus dem Judo und die klassischen Griffe zum Bein, wie wir sie aus dem Ringen kennen, bewährt.“

Wurftechniken, Hebegriffe, Haltegriffe und Würgetechniken sind beim Luta Livre erlaubt; „Techniken“ wie Kratzen, Beißen, Tritte Boxen oder Stoßen gehören dagegen in den nicht erlaubten Bereich.

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Luta Livre wird in der Regel ohne zeitliche Begrenzung ausgeübt. Es ist ein typischer Hallensport, der auf Mattenflächen ausgeführt wird, wie sie aus dem Judo oder Ringen bekannt sind. Nach den Worten von Deimann gibt es keine vorgeschriebene Kampffläche; eine Ringfläche von 6 x 6 m plus eine Sicherheitszone um die Kampffläche haben sich aber als sinnvoll erwiesen.

Die Kämpfer tragen eine Hose plus Oberteil; Schuhe sind beim Luta Livre nicht vorgesehen. „Wichtig ist, daß keine Taschen, Knöpfe oder Reißverschlüsse außen auf der Kleidung angebracht sind, an denen sich der Partner verletzen könnte. Farben, Marke und Herkunft der Kleidung ist egal. So vielfältig der Sport so vielfältig auch seine Kleidung,“ betont Deimann.

Luta Livre entstand Mitte des 20. Jahrhunderts in Brasilien. Professor Daniel D´Dane brachte das Luta Livre dann im Jahre 1995 nach Deutschland. Er unterrichtete beispielsweise ein Gruppen von Sportstudenten in Köln. Es ist aber der Verdienst seines Schülers Andreas Schmidt, sich in der neuen Sportart weiterzubilden, zu trainieren, sportlich erfolgreich zu sein (so wurde ihm im Jahre 2001 als ersten Nichtbrasilianer überhaupt der schwarze Gürtel verliehen), als Trainer zu arbeiten und auch im Verbandswesen aktiv zu sein. So gründete Schmidt sowohl die Europäische Luta Livre Organisation wie auch die Internationale Luta Livre Organisation.

Neben der oben beschriebenen Form gibt es noch den Luta Livre Vale Tudo. Er ist eine regellose Kampfform. Zusätzlich zu den ringerischen Elementen werden beim Vale Tudo auch Schläge, Tritte sowie Knie- und Ellenbogenstöße eingesetzt. „Bei uns in der Akademie wenden wir den Vale Tudo nicht an,“ betont Deimann. „Unsere Stilrichtung heißt Esportiva.“

Deimann kam so um 1990 zum Kampfsport. War es anfangs Jiu-Jitsu, Modern Arnis und Kickboxen, womit sich Deimann beschäftigte, lernte Deimann dann vor etwas mehr als 10 Jahren Andreas Schmidt kennen. Und war prompt hellauf vom Luta Livre begeistert. Doch es sollte nicht beim Training bleiben. Deimann bildete sich zum Luta Livre – Lehrer weiter und konnte so im Jahre 2005 die Luta Livre Akademie in Dortmund eröffnen.

Spaß am Rangeln, Kondition, Gelenkigkeit, Schnelligkeit und Reaktionsschnelligkeit sind Eigenschaften, die nach seinen Worten ein guter Luta Livre – Kämpfer mitbringt. „Luta Livre ist ein 100 % - Vollkontaktsport mit geringer Verletzungsgefahr. Die Techniken werden kontrolliert eingesetzt. Ab einem gewissen Niveau spiele ich Schach mit meinem Gegner. Ich kann dann die Reaktionen seines Körpers und seine Kampftechniken vorhersehen.“

www.lutalivre-dortmund.de heißt die Internet-Adresse, unter der man weitere Informationen über die Sportart und Trainingsmöglichkeiten erhalten kann. Dort sind auch Filme zu sehen, die sehr anschaulich Luta Livre beschreiben.

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