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Judo

Judo ist eine Kampfsportart, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu uns nach Deutschland gekommen ist.

Judo ist eine Zweikampf-Sportart. Das Ziel des Kampfes ist es, den Gegner mit Kraft und Schnelligkeit kontrolliert auf den Rücken zu werden. Dabei können verschiedene Techniken angewandt werden. Gelingt das, ist der Kampf gewonnen. Dabei ist es in der Regel nicht wichtig, wie geworfen wurde und welche Technik angewandt wurde, solange der Werfende dabei deutlich kontrolliert und keinen Regelverstoß begeht. Je besser der Gegner auf den Rücken fällt, umso bessere Wertungen erhält man.

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Ein Kampf dauert bei den Männern fünf Minuten, bei den Frauen vier Minuten und im Jugendbereich je nach Alter zwischen zwei und vier Minuten. Der Angreifer kann den Kampf durch Wurf-, Halte-, Hebel- und Würgetechniken beenden. Bei einem Haltegriff hält man den Gegner für 20 Sekunden auf dem Rücken liegend am Boden fest. Hat am Ende eines Kampfes keiner der beiden Kontrahenten eine Wertung bzw. steht es unentschieden, kommt es zu einer Verlängerung.

Beim Judo werden verschiedene Würfe, Falltechniken und Bodentechniken angewandt. Die Wurftechniken dienen dazu, um den Kampfpartner vom Stand in die Bodenlage zu bringen. Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, um dieses Ziel zu erreichen.

Die Falltechniken dienen dazu, sich beim Kampf nicht zu verletzen. Das Fallen wird in alle Richtungen geübt, also nach vorne, hinten, links und rechts.

Es kommen verschiedene Bodentechniken hinzu. Bei den Haltetechniken wird der Partner in der Rückenlage auf dem Boden fixiert. Bei den Hebeltechniken wird Druck auf ein Gelenk ausgeübt. Die Bewegung entgegen der anatomisch vorgegebenen Bewegungsrichtung führt zu einem Schmerz, der den Partner zur Aufgabe zwingt. Diese Aufgabe wird durch Abklopfen oder einem Ausruf bekanntgegeben.

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Bei einer Würgetechnik werden Halsschlagadern angegriffen; direkte Angriffe auf den Kehlkopf sind dagegen verboten. Bei einer erfolgreichen Würgetechnik signalisiert der Angegriffene seine Aufgabe durch Abschlagen. Im Kinderbereich sind Hebel- und Würgegriffe verboten.

Bei den Würgegriffen wird die Blutzirkulation verhindert. Dies führt zu einer Minderversorgung des Gehirns mit Sauerstoff. Dadurch tritt nach 8 – 14 Sekunden Bewusstlosigkeit ein. In der Regel kann der Gewürgte noch rechtzeitig seine Aufgabe signalisieren. Ein Angriff auf die Halsvorderseite führt zu einer Irritation des vegetativen Nervensystems, die sich in Angst- und Panikzuständen äußert.

Es gibt auch verschiedene Schlagtechniken, etwa mit dem Handballen,  der Handkante, der Fußsohle, Fußballen, Fußkanten und Knie.

Neben dem Wettkampf gibt es auch verschiedene Kata. Bei diesen Übungsformen gibt es festgelegte und namentlich benannte Abfolgen von Techniken, die den Übenden Prinzipien vermitteln sollen. Bei den traditionellen Übungsformen werden auch Schlagtechniken und Waffen (Stock, Pistole und Messer) eingesetzt.

Judoka, wie die Judo-Kämpfer genannt werden, tragen beim Kampf eine knöchellange weiße Baumwollhose und darüber eine halblange weiße Jacke aus Baumwolle. Diese Jacke wird durch einen farbigen Gürtel zusammengehalten.

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Die Kampffläche ist 8 x 8 m groß. Zu der Kampffläche im Innern kommt außen eine Sicherheitsfläche hinzu; sie soll Verletzungen verhindern, wenn beiden Judoka während des Kampfes die Kampffläche verlassen. Die Kampffläche ist mit 4 cm dicken Schaumstofflächen ausgelegt.

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„Judo ist eine Kontaktsportart,“ wie Erik Gruhn, Ressortleiter Öffentlichkeitsarbeit beim Nordrhein-Westfälischen Judo-Verband, betont. „Wir treten also nicht, wir halten und werfen.“

Karate, Aikido, Jiu-Jitsu – Kampfsportarten gibt es in Ostasien viele. „Sie unterscheiden sich oft nur hinsichtlich der Herkunft und der angewandten Techniken,“ wie Gruhn, der so nebenbei auch Fachschaftsleiter Judo beim Stadtsportbund Duisburg ist, betont. Judo kann nach seiner Einschätzung jeder machen. Ausdauer, Reaktionsschnelligkeit, Kraft und Schnelligkeit sind Eigenschaften, die ein guter Judoka  mitbringt. „Judo ist insbesondere bei Kindern sehr beliebt. Ringen, Raufen und Kämpfen – wer das mag, der wird Judo mögen.“

Judo ist aber nicht nur ein Sport. Bestimmte Umgangsformen sind hier auch unverzichtbar. Das gegenseitige An- und Abgrüßen auf der Matte, das Verbeugen beim Betreten der Sporthalle – das sind sichtbare Äußerlichkeiten. Während des Kampfes sollen Eigenschaften wie Fairness und Rücksichtnahme hinzukommen. „Siegen durch Nachgeben“ und „maximale Wirkung bei einem Minimum an Aufwand“ sind Prinzipien, die beim Judo gelten sollen.

 

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