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Sumo

Sumo wird das Ringen in Japan genannt. Es ist inzwischen auch bei uns in Deutschland angekommen und wird hier vereinzelt ausgeübt. „Sumo ist der älteste Kampfsport Japans,“ wie Nicole Hehemann vom Osnabrücker Turnerbund berichtet.

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Sumo wird in einem Ring ausgetragen. Dieser Ring besteht aus einem erhöhten Podest, auf dem ein 4,55 m durchmessender Kreis eingezeichnet ist. Außerhalb der Abgrenzung ist Sand ausgestreut, so daß man schnell sehen kann, ob ein Ringer aus dem Ring getreten ist. In der Kreismitte befinden sich zwei Startlinien, hinter denen die Ringer für den Angriff bei Beginn des Kampfes Aufstellung nehmen. Im Gegensatz zu einem Boxring gibt es hier keine Seile, die den Ring begrenzen. Der Ringrichter, der von fünf Außenrichtern unterstützt wird, leitet den Kampf.

Verloren hat der Kämpfer, der zuerst entweder den Boden außerhalb des kreisförmigen Ringes betritt oder innerhalb des Ringes mit einem anderen Körperteil als den Fußsohlen den Boden berührt. Die Sumo-Ringer versuchen, ihren Gegner durch Schieben, Schleudern, Werfen, Schlagen und oft auch durch Überlisten zu besiegen.

Nicht erlaubt sind Würgen, Haareziehen, Umbiegen der Finger, Griffe in der Schrittgegend, Treten, Eindrücken der Augen sowie Faustschläge und Schläge auf beide Ohren gleichzeitig. Die häufigsten Grundformen sind das Packen des Gegners am Gürtel mit anschließendem Schieben ins Aus oder das Hinausdrücken aus dem Ring ohne festen Griff am Gegner.

Ein Kampf dauert meist nur einige Sekunden. Dafür dauern die Vorbereitungen des Kampfes in der Regel umso länger. Dazu gehören die beispielsweise Ringbetretungszeremonien zu Beginn jedes Kampftages, bei denen die Ringer in prächtigen Gewändern im Ring auftreten, aber auch Einzelheiten wie das auffällige Werfen von Salz in den Ring durch die Kämpfer, das der symbolischen Reinigung des Ringes dient, oder dem Spülen des Mundes mit „Kraftwasser“ vor dem Kampf, das dem Ritual vor dem Betreten eines Shintō-Heiligtums gleicht.

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Beim Sumō gilt ein hohes Körpergewicht in Kombination mit relativ weit nach unten verlagertem Schwerpunkt als bestmögliche physische Voraussetzung. Aus diesem Grund wird das typische Erscheinungsbild eines Sumōtori in der Regel von seinen enormen Körpermaßen, vorrangig im Bauch-, Hüft- und Beinbereich, beherrscht, da dies die beste Annäherung an die ideale Körperform darstellt. Um ein hohes Körpergewicht zu erreichen, wird ein spezielles Ernährungsprogramm durchgeführt.

Der Gürtel bei den Herren bzw. ein Ringertrikot bei den Damen ist die typische Bekleidung der Sumo-Ringer. Weitere Hilfsmittel sind nicht erforderlich.

„Sumo kann jeder betreiben,“ betont Hehemann. Konzentration, Kraft, Kondition, mentale Stärke und ein explosives Wesen sind Eigenschaften, die ein guter Sumo-Ringer mitbringt. „Bei uns in Deutschland wird Sumo als Amateur-Sport betrieben,“ erzählt Hehemann. „Da sind die Sportler in verschiedene Gewichtsklassen eingeteilt. Eine besondere Ernährung ist da nicht erforderlich.“

Nord- und Ostdeutschland ist in Deutschland ein regionaler Schwerpunkt des Sumo-Sports. Rund 20 Sumo-Ringer sind OTB organisiert, rund 100 Leute im niedersächsischen Landesverband. Hehemann, ihres Zeichens amtierende Deutsche und Europameisterin, nimmt dabei nicht nur an Meisterschaften, sondern auch an etwa 10 Turnieren im Jahr teil. Eine gewisse Reisefreudigkeit gehört daher mit zum Sport.

Hehemann kam über den Judo-Sport zum Sumo. Es war im Jahre 1997, als eine Freundin fragte, ob sie nicht mit zu einer Sumo-Veranstaltung kommen wollte. Hehemann wollte. Und war sofort begeistert. Seitdem übt die technische Zeichnerin den Sport auch aus. Die Team-Goldmedaille bei den Weltmeisterschaften 2004 war bislang ein Höhepunkt in ihrer sportlichen Karriere.

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