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Bujinkan

Bujinkan heißt eine Kampfkunst, die aus Japan zu uns gekommen ist. „Bujinkan ist keine Sportart im traditionellen Sinne,“ berichtet Dr. Georg Pohland vom Bujinkan Dojo Düsseldorf. „Bei uns geht es nicht darum, möglichst viele Punkte in möglichst kurzer Zeit zu machen. Bei uns hat man schon gewonnen, wenn man unbeschadet aus einer Kampfsituation herauskommt oder gar nicht erst eine Kampfsituation entstehen läßt.“

Bujinkan wird üblicherweise in einer Halle ausgeübt, kann aber auch im Freien stattfinden. Die Kämpfer bewegen sich dabei in der Regel auf einem Holzboden, der mit Judo-Matten ausgelegt ist. „Ein Turnhallenboden ist insbesondere im Anfängerbereich sinnvoll. So kann es bei den Fallübungen nicht zu Verletzungen kommen,“ berichtet Pohland. Die Bujinkan-Kämpfer können den ganzen Hallenboden nutzen; eine besondere Abgrenzung eines Kampffeldes gibt es genauso wenig wie eine zeitliche Beschränkung des Kampfes.

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Im Dojo, also der Trainingshalle, wird ein schwarzer Trainingsanzug mit speziellen Socken und schwarzem Hemd unter der Jacke getragen. „Darin unterscheiden wir uns von anderen japanischen Kampfsportarten. Wir kämpfen nicht barfuß.“

Der Kampf ist modular aufgebaut. Im Grundlagenbereich, Taijutsu genannt, wird zunächst Körperbeherrschung vermittelt. Beherrscht der Anfänger Techniken wie die Fallschule und das Ausweichen vor Angriffen, vermittelt der Trainer die unbewaffneten Kampftechniken. Dazu gehören Techniken wie Schläge, Tritte, Hebel und Würfe. „Man muß es sich wie bei einem Kind vorstellen, das Laufen lernt,“ so Pohland.

In dem folgenden Modul erlernt man dann die Waffentechniken. Verschieden lange Holzstäbe, Schwerter, Bogen, Seile, Sicheln mit Ketten, Ketten mit Gewichten an den Enden oder Dolche mit Seitenklingen und beschwertem Seil sind Waffen, die im Bujinkan eingesetzt werden können; sie seien hier beispielhaft genannt.

Geübt werden die Handhabung der Waffen, die Abwehr von Angriffen und der Kampf Waffe gegen Waffe. „Je nach persönlichem Fortschritt werden dann die Waffen gesteigert,“ berichtet Pohland.

In der Theorie gehören auch Bereiche wie die Medizin (z. B. Erste Hilfe und Gymnastik), Tarnstrategien und die Philosophie dazu. „Diese Themen stehen nicht so sehr im Mittelpunkt des Trainingsalltages,“ berichtet Pohland. Nach seinen Worten ist Bujinkan „eine moderne Art der Selbstvereidigung. Das Kampf-System ist flexibel und offen für neue Techniken. Das Limit heißt: Der Trainingspartner darf nicht verletzt werden. Jeder, der Spaß daran hat, kann mitmachen.“

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Sporttauglichkeit, Geduld, Gelassenheit, Durchhaltevermögen, Schnelligkeit, Reaktionsvermögen und eine gewisse Gelenkigkeit sind Eigenschaften, die ein guter Bujinkan-Kämpfer mit sich bringt. Daß Pünktlichkeit, Sauberkeit und Freundlichkeit den anderen Kämpfer gegenüber dazugehören, muß nicht extra erwähnt werden.

„Am Bujinkan gefällt mir, daß es eine flexible und vielseitige Kampfkunst ist. Man hilft und unterstützt sich gegenseitig. Bei den Trainingskämpfen kann es durchaus sein, daß man sich Tipps und Ratschläge gibt. Der Trainer sieht ja unter Umständen nicht alles,“ betont Pohland.

Das Düsseldorfer Bujinkan-Dojo kann 2013 sein 25jähriges Bestehen feiern. „Es ist damit eines der ältesten und mit über 150 Schülern auch eines der größten Bujinkan-Dojos in Deutschland,“ betont Pohland.

Gegründet wurde die Schule von Nikolaos Stefanidis. Der Düsseldorfer mit dem griechischen Namen hatte Bujinkan in Japan kennengelernt. Und sich prompt in die Kampfkunst verguckt. Mit viel Übungspraxis und einer Trainerlizenz ausgestattet kehrte Stefanidis dann in seine deutsche Heimat zurück. Hier begann er dann, das Dojo in Düsseldorf aufzubauen und Schüler um sich zu sammeln.

Im Internet ist das Dojo unter www.bujinkan-dus.de erreichbar. Dort gibt es sehr viele Informationen über den Kampfsport, aber auch über die Veranstaltungen des Dojo.

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