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Savate

Savate stammt aus Frankreich. Was auf den ersten Blick nach einer wüsten Schlägerei aussieht, ist aber eine ernstzunehmende Sportart. Zumindest dann, wenn man Robert Fuhr glaubt. Er ist der Leiter einer Sportschule im rheinischen Mönchengladbach.

Beim Savate-Boxe Française wird mit den Fäusten und mit Fußtritten gekämpft. Dabei unterscheidet es sich von anderen schlaglastigen Kampfstilen wie dem Kickboxen oder dem Karate durch die Ausführung der Techniken. „Der Unterschied zu anderen Kampfsportarten liegen darin, daß man sich beim Savate die Leute mit Händen und Füßen vom Leib halten will,“ betont Fuhr.

Als Bekleidung sind im Wettkampfbereich Boxhandschuhe, Schuhe und der typische Intégrale-Ganzkörperanzug vorgeschrieben. „Beim Training kann man natürlich auch T-Shirts und normale Sporthosen tragen,“ betont Fuhr. Die Savate-Schuhe weisen die Besonderheit auf, daß sie kein Sohlenprofil und keine scharfen Kanten besitzen. So wollen Verletzungen vermieden werden. Im Wettkampfbereich sind selbst die Schnürsenkel abgeklebt.

Ein Kopfschutz ist theoretisch erlaubt, Schienbeinschoner möglich. Tiefschutz / Brustschutz und Mundschutz gehören aber auf jeden Fall zur Ausrüstung.

Wettkämpfe finden wie beim Boxen in einem Ring statt, im Assaut kann der Ring durch andere Markierungen ersetzt werden. Der Trainingsbereich findet in der Regel allerdings in ganz normalen Sporthallen statt, die dann keinen Ring aufweisen. Sie sind dann mit speziellen Matten oder Schwingböden ausgestattet sind.

Wettkämpfe werden in drei unterschiedlichen Kategorien ausgetragen:

Beim Assaut besteht Leichtkontakt zwischen den Kämpfer. Die Bewertung des Kampfes erfolgt nach der Qualität der gezeigten Techniken, der Trefferzahl und des taktischen Verhaltens im Kampf. Zu harter Kontakt und K.o. sind verboten.

Der Précombat ist die „Vorstufe“ zum Vollkontakt-Kampf, in der ein K.o. des Gegners erlaubt ist, aber noch mit erweiterter Schutzausrüstung (Kopfschutz, Schienbeinschutz) gekämpft wird.

Der Combat ist der Vollkontakt-Kampf. Das Ziel besteht darin besteht, möglichst viele Wirkungstreffer oder den K.o. des Gegners zu erreichen. Gekämpft wird mit minimaler Schutzausrüstung (Schuhe, Handschuhe und Bandagen, Zahnschutz, Brust-/Tiefschutz).

Wie schon gesagt: Savate ist ein Kampfsport. Das Ziel besteht darin, in einem Kampf über drei Runden zu jeweils zwei Minuten den Gegner so oft wie möglich an definierten Trefferflächen zu berühren, ohne selbst getroffen zu werden bzw. so wenig Treffer wie möglich zu erhalten.


Getroffen werden darf nur mit definierten Teilen des Boxhandschuhs und dem Savateschuh.

Folgende Wertungen werden durch die Punktrichter vergeben:

- 4 Punkte für Fußtreffer am Kopf

- 2 Punkte für Fußtreffer oberhalb der Gürtellinie

- 1 Punkt für alle weiteren Treffer, ob Fuß o. Faust


Der Sieger des Kampfes wird durch die gezählten Punkte und die persönliche technische Note ermittelt.

Den Kampfbeginn begrüßen die Kämpfer die Punkt- und den Ringrichter, das Publikum und den Gegner mit dem Savate-Gruß (Salué). Dabei wird, bei geschlossenen Beinen und parallel stehenden Füßen, die geballte Faust der rechten Hand auf das Herz gelegt und danach im Viertelkreis horizontal vom Körper weggeführt. Der Kampf findet auf einer 5x5 m großen Mattenfläche (oder entspr. Boxring) statt, die nicht verlassen werden darf.

Die Grundstellung beim Savate-Boxe Francaise entspricht der im englischen Boxen. Aus dieser Stellung können gleichberechtigt alle zur Verfügung stehenden „Waffen“ (vordere und hintere Hand, vorderes und hinteres Bein) eingesetzt werden. Legitime Trefferflächen im Wettkampf sind: Mit den Händen analog zum englischen Boxen Kopf vorne und seitlich, Rumpf vorne und seitlich. Mit den Beinen darf der gesamte Körper (Kopf, Rumpf inklusive Rücken, Beine) des Gegners getroffen werden mit Ausnahme des Genicks, des Kehlkopfes (vorderer Halsbereich) und des Genitalbereichs. Bei Frauen darf nicht auf die Brust getreten oder geschlagen werden. Getroffen werden darf nur mit der Vorderseite des Boxhandschuhs und dem Fuß (Savateschuh).

Beim Savate gibt es verschiedene Fußtechniken, Faustschläge, Abwehrhaltungen und Ausweichbewegungen. „Wichtig ist: Nur der gestreckte Punkt gilt als Treffer. Das Knie kann beispielsweise nicht eingesetzt werden,“ betont Fuhr.

Flexibilität, Kondition, Gelenkigkeit, Reaktionsvermögen, ein Auge für die Situation, Ausdauer, Schnelligkeit und Kraft sind nach den Worten Fuhrs Eigenschaften, die ein idealer Savate-Kämpfer mitbringt.

Savate ist bei uns in Deutschland eine absolute Randsportart. 5 bis 10 Vereine mit 400 / 500 Mitgliedern sind im gesamten Bundesgebiet aktiv. „Da ist es natürlich einfach, deutscher Meister zu werden,“ berichtet Fuhr halb im Scherz halb im Ernst. „Mir persönlich gefällt die Eleganz des Sport. Eben weil ihn nicht jeder ausübt, ist er auch ein Stück weit elitär. In Frankreich wird er an den Schulen und Universitäten unterrichtet. Mir gefällt auch die Komplexität. Alles, was den Sport ausmacht, kann man in das Training stecken.“

Unter www.kenpo-mg.de bzw. www.savate-moers.de (der Seite des Moerser Vereins) kann man erste allgemeine Informationen über den Sport erhalten kann. Bei YouTube gibt es auch einen Demo-Film, der den Sport optisch vorstellt.

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