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Wendo

Wendo ist ein effektives Training zur Selbstverteidigung und Selbstbehauptung, das auch das Selbstbewußtsein fördert. Es wendet sich ausschließlich an Frauen.

Entstanden ist Wendo in den 1970er Jahren in Kanada. Damals ging in einer Kleinstadt ein Serienvergewaltiger um, wie Carmen Uhlenbrock, Wendo-Trainerin aus Recklinghausen, berichtet. „Die Frauen haben sich damals dort zusammengetan und überlegt, wie sie sich selbst schützen können. Dabei ist Wendo herausgekommen.“ tl_files/ssb-duisburg/sportkulturen/Oelringen/Wendo Uhlenbrock.jpeg

Was den „sportlichen“ Teil anbelangt, sind beim Wendo Selbstverteidigungstechniken aus dem Judo, Taekwondo und Budo zusammengetragen und vereint worden. Ihnen gemeinsam ist, daß sie schnell erlernbar sind und alltagstauglich sein sollen. Gezielte Schläge und Tritte sollen einen Angreifer kampfunfähig machen. Hebeltechniken sollen helfen, sich bei körperlichen Angriffen zu befreien. „Es geht nicht darum, jemanden zu Boden zu werfen. Es geht darum, sich in Sicherheit zu bringen,“ betont Uhlenbrock.

Da es sich bei Wendo um reine Selbstverteidigung handelt, gibt es keinen Wettkampfbereich. Wende wird in normaler Alltagskleidung ausgeübt. Fragen nach Regeln, nach Hilfsmittel, Kampfzeit oder einer speziellen Umgebung erübrigen sich daher.

Der sportliche Bereich ist aber nur ein Teil des Wendo. Selbstwahrnehmung und Selbstbewußtsein gehören unabdingbar dazu. „Selbstbewußtsein können wir nicht vortäuschen. Selbstbewußtsein kann man nicht trainieren, selbstbewußt kann man nur sein – oder man kann selbstbewußter werden,“ betont Uhlenbrock.

Dafür gibt es ein „äußeres Gerüst“, wie Uhlenbrock es nennt. Dieses Gerüst fängt bei der Körpersprache an. Eine gerade Körperhaltung, beide Beine auf dem Boden, einen erhobenen Kopf und der Blick in die Augen des Gesprächspartners sind Beispiele dafür. Daneben hilft es auch, „Nein!“ sagen zu können und so eine Überforderung zu vermeiden. Hier kann es hilfreich sein, auf die Selbstwahrnehmung und Körperwahrnehmung zu achten und im Freundeskreis nach Rückmeldungen zu fragen.

Ein „inneres Gerüst“ kommt hinzu. Was sind meine Bedürfnisse? Kenne ich sie? Kann ich sie artikulieren? Gibt es eine Bereitschaft zur Selbstreflektion? „Wendo ist eine Möglichkeit, sich zu entwickeln und zu stärken,“ betont Uhlenbrock. „Es verfolgt dabei ein ganzheitliches Konzept. Da das Wendo aus der Frauenbewegung heraus entstanden ist, wird auch ein feministischer Ansatz dabei verfolgt – daher die Beschränkung des Wendo auf Frauen.“

Wie weit Wendo verbreitet ist, läßt sich nur schwer einschätzen. Dieser „Frauensport“ ist nicht unbedingt vereinsmäßig organisiert, sondern wird eher in Sportschulen weitergegeben. Wer nähere Informationen sucht, kann beispielsweise die Internet-Seiten von Carmen Uhlenbrock (www.power-in-you.de) aufrufen.

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