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Hapkido

Der Hapkido ist eine Kampftechnik, die aus Korea stammt. Der Hapkido ist als Selbstverteidigungskunst gedacht. Der Sport wurde dabei in den `60er und `70er Jahren von koreanischen Gastarbeitern nach Deutschland gebracht, wie Holger Becker vom Nordrhein-Westfälischen Hapkido – Verband berichtet. „Die Koreaner sind inzwischen wieder nach Hause gegangen. Der Sport ist geblieben, “ beschreibt er die heutige Situation.

Der Sport ist insofern heimisch geworden, als daß es inzwischen auch im Ruhrgebiet und anderswo Vereine gibt, wo Deutsche den Sport betreiben. Melanie Pohle von den Golden Dragons in Bochum ist eine solche erfolgreiche Hapkido-Sportlerin. Die Deutsche Hapkido-Meisterin arbeitet heute aber auch als Kindertrainerin in dem Ruhrgebietsverein.

Der Hapkido wird in verschiedenen Formen dem Zuschauer dargeboten.

Eine Möglichkeit ist die Vorführung, in der es darum geht, dem Zuschauer die verschiedenen Techniken zu zeigen, die es im Hapkido gibt.

Bei anderen Vorführungen geht es beispielsweise darum, die Waffentechnik vorzuführen oder Bruchtechniken, mit denen Bretter bzw. Steine zerschlagen werden, zu sehen.

Beim Formkampf zeigt man einen Kampf gegen 4 unsichtbare Gegner. Sie sind in den vier Ecken der Matte postiert. „Wer am besten kämpft, bekommt die höchste Punktzahl,“ berichtet Pohle.

Im Showbereich kann man sich selbst ein Programm ausdenken, wie Pohle berichtet.

Die Zahl der Sportler, die gegeneinander antreten, ist somit unterschiedlich. Es reicht vom Kampf Mann gegen Mann im Sportbereich über Mann gegen vier unsichtbare Gegner bis zu einer nicht festgelegten Zahl im Showbereich.

Hapkido wird üblicherweise in einer Halle ausgeübt. Matten, wie es sie auch beispielsweise im Judo bekannt sind, sollen ernstere Verletzungen verhindern. Die Kampffläche beträgt 8 x 8 Meter mit jeweils 1 Meter Sicherheitsabstand zum Rand. „Man könnte Hapkido natürlich auch woanders betreiben. Es gehört aber einfach zur Philosophie des Hapkido, sich auch mit dem Raum zu beschäftigen,“ so Pohle.

Kommen wir nun zum sportlichen Bereich. Hier ist Hapkido ein Leichtkontaktsport. Der Kampf dauert hier in der Regel 3 Minuten auf Landesebene und 2 Minuten auf Bundesebene. Gewonnen hat, wer in dem Kampf die meisten Punkte gesammelt hat.

Trotz der Vielzahl an Hapkido-Stilrichtungen finden sich übergreifende Gemeinsamkeiten. So ist Hapkido als Kampfkunst konzipiert, die den Fokus auf Verteidigungstechniken legt. Diese Techniken lehren, meist als Abwehreaktion auf ein Vielzahl stilisierter Angriffe, zunächst die Hapkido-Prinzipien und schulen die Anwendung und das Zusammenspiel von Hebeltechniken, Würfen, Feger, Schlägen, Stößen und Fußtritten. Fortgeschrittene Hapkidoin wenden darüber hinaus Waffentechniken an und erlernen die freie, intuitive Anwendung dieser Techniken.

Grundtechniken dienen vor allem der Konditionierung von technischen und konditionellen Fertigkeiten, die unerläßlich sind und gewährleisten, daß auch anspruchsvolle Übungen ohne Eigen- und Partnergefährdung trainiert werden können. Grundtechniken können durch isolierte (Partner-)Übungen, aber auch mittels komplexer Bewegungsformen geschult werden.

Es werden Techniken aus den folgenden Bereichen gelehrt.

Atemtechniken werden im Rahmen des Aufwärmtrainings geübt. Sie sollen beispielsweise die körperliche Leistung steigern, die Konzentration fördern und Kräfte fokussieren.

Die Fallschule ist Grundvoraussetzung für das gefahrlose Üben von Wurftechniken und begleitet den Hapkido-Sportler von Anfang an. Neben Rollen werden vor allem Falltechniken und Stürze geübt. Geübte Hapkidoin trainieren darüber hinaus auch Fallschultechniken über Hindernisse.

Fausttechniken werden isoliert an Schlagpolstern, am Partner und im Freikampf trainiert. Sie können als Gerade, Schwinger, Haken oder Stoß eingesetzt werden.

Die Handtechniken des Hapkido ermöglichen differenzierte Angriffe von körperlichen Schwachpunkten. Stilübergreifend werden unter anderem Handkanten(Unterarm)schläge, Handballenstöße, Handrückschläge und Ellenbogentechniken sowie Fingerstiche gelehrt. Zu den Handtechniken können auch Abwehrbewegungen zählen. Im Hapkido findet man zumeist "weiche" Abwehrtechniken, die den Angriff ableiten / weiterführen statt "hart" zu blocken.

Fußtritte können im Stand, am Boden oder im Sprung ausgeführt werden. In den meisten Stilen werden auch Tritte zum Kopf und gedrehte Varianten geübt. Fußtritte genießen im Hapkido, wie auch in anderen koreanischen Kampfkünsten, einen hohen Stellenwert.

Hebeltechniken bergen ein hohes Verletzungsrisiko und werden daher zunächst in einfachen Partnerübungen trainiert. Hebeltechniken sind ein wesentliches Merkmal im Hapkido. Typisch sind beispielsweise Hand- und Armhebel, Beinhebel aber auch Genickhebel.

Würfe sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil im Hapkido. Eine Vielzahl von Würfen wird über das Hebeln von Gelenken initiiert. Auch Hüft- und Schulterwürfe sowie Beinfeger sind regelmäßiger Trainingsschwerpunkt.

In einigen Stilen kommen Waffentechniken hinzu, die häufig mittels Bewegungsformen vermittelt werden und von fortgeschrittenen Schülern genutzt werden:

  • Kurzstock ( üblicherweise ca. 30 - 40 cm)
  • mittellanger Stock ( üblicher Weise 0,80 bis 1,20 m)
  • Langstock (üblicherweise 1,60 - ca. 2,00 m)
  • Spazierstock
  • Schwert
  • Fächer
  • Fesseltechniken mit Gürtel oder Seil.
  • Messer

Daneben ist bei Deutschen Meisterschaften auch der Bodenkampf erlaubt. Auch Techniken wie das Beinchenstellen sind unter dem Oberbegriff „Fegen“ erlaubt.

Die Sportbekleidung wird Dobok genannt. Die Baumwollbekleidung besteht aus Hose, Hemd und Gürtel. Wer noch keinen Dan = Schwarzgurt erreicht hat, kann aber schon einen Gürtel in den Farben weiß, gelb, orange, grün, blau, braun und rot ergattert haben. „Die Gürten unterscheiden die Trainingsgruppen und zeigen die Teilschritte nach oben.“

Schienbeinschoner zum eigenen Schutz, ein Tiefschutz für die Weichteile, ein Kopfschutz für Kinder und Anfänger, Fußschoner („Normalerweise wird Hapkido barfuß ausgeübt.“) und Handschuhe können als Ausrüstungsgegenstände hinzukommen. Die Handschuhe sind innen offene Handschuhe, mit denen man greifen kann.

Kampfschreie sind im Formenbereich fester Bestandteil der Aufführung. Ansonsten kann man sie nutzen, wenn sie der eigenen Entspannung dienen. Im Hapkido wird nach Aussage Pohles auf gutes Benehmen geachtet. Man respektiert die Entscheidungen von Trainer und Schiedsrichter. Lautstarke Diskussionen oder Beschimpfungen des Gegners können durchaus eine Strafe nach sich ziehen. „Da muß man schon auf Disziplin und Fairneß achten.“

„Die Faszination des Hapkido liegt in der fernöstlichen Philosophie, die man mit der westlichen Kultur verbinden kann,“ berichtet Pohle. „Bei uns im Verein sind auch Grillabende und Ausflüge möglich.“ Nach ihren Worten liegt es am Verein, ob die Sportler den Hapkido in seiner traditionellen Ausrichtung oder als sportlichen Wettkampf ausüben. Die Bewegungskunst, den eigenen Körper zu beherrschen, war für sie ein wichtiges Motiv, die Sportart zu erlernen.

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