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klassisch-barockes Reiten

Die Klassische Reitkunst ist eine Form des Dressur-Reitens.

„Das klassisch-barocke Reiten bezieht sich auf die Stilepoche des Barock von 1575 bis 1770. Mit der Bezeichnung `klassisch´ meint man die Orientierung an historischen Vorbildern wie beispielsweise dem französischen Reitmeister Francois Robichon de la Guériniére, der die klassisch-barocke Reiterei maßgeblich prägte,“ berichtet Lisa Schneider. Sie ist Reitlehrerin in Jülich.

Pferde sind nach ihren Worten unterschiedlich. Bei der klassisch-barocken Ausbildung der Tiere gibt es einen ganzheitlichen Ansatz. Wie ist der Charakter des Pferdes? Was kann es? Wie ist sein Körperbau? Je nachdem, wie die Antwort ausfällt, ist auch der Unterricht aufgebaut. „Es gibt ein System aufeinander aufgebauter Lektionen, die individuell auf das Pferd abgestimmt sind. Im Gegensatz zur normalen Dressur gibt es beim klassisch-barocken Reiten keinen Generalisten, der auf Knopfdruck alles kann,“ betont Schneider. Gesichtspunkte wie Takt, Schwung und Körperhaltung spielen dementsprechend eine große Ausbildung.

In der Klassischen Reitkunst geht es um Lektionen aus der barocken Reitkunst. Dies können beispielsweise Piaffen und Passagen sein. Später hinzugekommene Elemente wie der starke Trab und der Serienwechsel gehören ebenfalls dazu. „Hier geht es um die Frage: Wie bewegt sich das Pferd?“, berichtet Schneider.

Die Frage, wohin sich das Pferd bewegt, steht bei den Figuren im Vordergrund. „Das barocke Kleeblatt ist sicherlich die bekannteste Figur,“ gibt die hübsche junge Dame ein Beispiel.

Mit Rennreiten oder Pferdespringen hat das klassisch-barocke Reiten also nichts zu tun. „Bei diesem Reitstil geht es um Kunst um der Kunst willen. Der schöne Anblick des Pferdes ist wichtig.“

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Das klassisch-barocke Reiten kann sowohl im Freien wie auch in (Reit-)Hallen stattfinden. Wichtig ist ein weicher Boden, beispielsweise Sand oder Gras. Ein harter Boden wie etwa Beton ist völlig ungeeignet. Ein Pferd würde zwar auch darauf laufen können; die Bewegungen würden aber nicht mehr elegant wirken. Ideal ist eine Fläche, die mindestens 20 x 40 Meter groß ist.

„Vom Prinzip her sind alle Rassen geeignet,“ erzählt Schneider. Ideal sind nach ihren Worten barocke Pferderassen wie Friesen, Andalusier und Lusitanos. Ein guter Reiter besitzt räumliches Denken, Kondition, Tierliebe, Feinfühligkeit und vor allem motorische Fähigkeiten. „Man muß dem Pferd mit Händen, Füßen, Gewicht und Sprache Anweisungen geben können.“

Auch ein generelles Interesse an Tieren und ein Bezug zu Pferden sollte vorhanden sein. Beim klassisch-barocken Reiten geht es um eine harmonische Arbeit, nicht um Drill, wie Schneider betont. Leistungsdruck und Zwang sollten also nicht im Spiel sein.

Beim klassisch-barocken Reiten gibt es spezielle Sättel mit Beschlägen und Verzierungen. Auch Zaumzeug und Satteldecken sind dem Anlaß entsprechend gestaltet. Mähne und Schwanz des Pferdes können beim Auftritt verziert sein.

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Der Reiter trägt beim Training normale Reitkleidung. Bei den Auftritten kommen dann passende Kostüme hinzu.

Es gibt zwar auch eigene Turniere, bei denen klassisch-barockes Reiten gezeigt wird; bei großen und bekannten Pferdesportveranstaltungen wie dem CHIO in Aachen, der Equitania in Essen oder „Hund & Pferd“ in Dortmund gibt es auch Shows im Rahmenprogramm zu sehen.

Gerade einmal 5 Jahre alt war Lisa Schneider, als sie ihr erstes Pony geschenkt bekommen hat. Was auch nicht weiter verwunderlich ist – schließlich ist Schneider in Jülich, einem sehr ländlichen Ort im Kreis Düren, geboren worden. Eine klassisch-barocke Reitausbildung und der Erwerb eines Trainerscheines sind die Folge. „Ich bilde verschiedenste Reiter und Pferde auf unserem Hof und in verschiedenen Ställen in der Umgebung aus. Mein persönliches Ziel ist es Reitern und Pferden mit meiner Arbeit zu einem harmonischen Miteinander zu verhelfen,“ stellt Schneider ihre Motivation vor. „Ich bin davon überzeugt, dass die Arbeit mit Pferden und vor allem die klassisch-barocke Reitweise dem Menschen in unserer heutigen Zeit zurück zur Natur, Gesundheit, Lebendigkeit und vor allem zur Lebensfreude führen kann.“

Wer mehr über Schneider und ihre Arbeit erfahren möchte, kann im Internet www.klassische-reitkunst-schneider.de ansteuern.

Lisa Schneider ist 2. Vorsitzende des Landesverbandes klassisch-barocke Reiterei Niedersachsen – Nordrhein-Westfalen. http://www.lkbr-n.info lautet die Internet-Adresse des Landesverbandes. Der Bundesverband ist unter www.bfkbr.de erreichbar.

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