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Voltigieren

Beim Voltigieren handelt es sich um eine Sportart, bei der turnerische und akrobatische Übungen auf einem sich an einer Longe im Kreis bewegenden Pferd ausgeführt werden.

Das Voltigieren gibt es als Sport schon sehr lange. Erste Überlieferungen stammen aus dem alten Rom. Italien war lange Zeit ein Zentrum des Voltigierens. Im Rahmen des Militärwesens breitete sich Voltigieren dann über ganz Europa aus.

Das Pferd wird von einem Longenführer auf einer kreisförmigen Bahn, die Zirkel genannt wird, von mindestens 18 m Durchmesser longiert und läuft in den Gangarten Schritt, Trab oder Galopp. Es turnen ein bis drei Voltigierer gleichzeitig auf und an dem Pferd. Als Grundvoraussetzung des Voltigierens gilt das abgestimmte Zusammenspiel zwischen Longenführer, Pferd und Voltigierer. Und das nicht ohne Grund: Sie bilden in diesem Sport nämlich eine Einheit und beeinflussen sich gegenseitig unmittelbar.

Das Pferd trägt einen kurz hinter dem Widerrist aufliegenden Voltigiergurt, der mit zwei Handgriffen, zwei Fußschlaufen (und Mittelschlaufe) versehen ist. Zum Schutz seines Rückens trägt das Pferd außerdem eine Voltigierdecke und eine Schaumstoffunterlage unter dem Gurt. Erlaubte Zäumungen sind der Trensenzaum und der Kappzaum. Zur Ausrüstung gehören Hilfszügel wie Lauffer-, Dreiecks- oder Ausbindezügel, Gamaschen, Bandagen oder Streichkappen, eventuell Springglocken, eine Longierpeitsche und eine Longe.

Die Ausrüstung der Voltigierer besteht aus elastischen, eng anliegenden Trikots bzw. Voltigieranzügen sowie weichen Voltigier- oder Gymnastikschläppchen. So wird ausgeschlossen, daß die Kleidung den Sportler bei der Übungsausführung behindert oder Haltungsfehler verdeckt. Sicherheitsaspekte kommen hinzu: Unfälle durch ein Hängenbleiben an Gurt, Pad oder Trainingspartner werden durch eng anliegende Kleidung und zusammengebundene Haare vermieden.

Das wichtigste Trainingsgerät im Voltigiersport ist das Holzpferd, das ebenfalls einen Voltigiergurt trägt. Darauf können die Techniken und Bewegungsabläufe der Voltigierübungen intensiv trainiert werden, bevor sie auf dem sich bewegenden Voltigierpferd durchgeführt werden.

„Es können so ziemlich alle Pferderassen für das Voltigieren genutzt werden,“ wie Judith Ebbert vom Pferdesportverband Rheinland berichtet. „In der Regel werden aber Warmblüter genutzt.“ Das Pferd sollte ruhig, brav, gutmütig und geduldig sein. Um den Voltigierern den nötigen Raum zu bieten und die Belastungen gesund zu überstehen, sollte ein Voltigierpferd einen breiten, flachen, unempfindlichen Rücken, eine breite, wenig abfallende Kruppe, einen nicht zu stark ausgeprägten Widerrist, breiten Brustkorb und gesunde, kräftige Beine haben.

Voltigieren findet normalerweise in einer Reithalle. Dort gibt es bestimmte Böden, die den Pferden ein besseres Laufen ermöglichen.

Das Voltigieren wird sowohl als Breitensport wie auch als Leistungssport durchgeführt. Im Leistungssport werden bei Veranstaltungen sowohl ein Pflicht- wie ein Kürteil gezeigt. Im Pflichtteil müssen bestimmte Übungen, beispielsweise im Sitzen, Stehen und Sprünge gezeigt werden. Bei der Kür kann der Phantasie demgegenüber freien Lauf gelassen werden.

Voltigieren ist eine vergleichsweise kostengünstige Pferdesportart, wie Ebbert betont. So gibt es beispielsweise die Möglichkeit, sich ein Voltigier-Pferd zu mieten und so die hohen Anschaffungs- und Pflegekosten zu vermeiden.

Neben dem turnerischen Können sind auch Wissen und Können im Umgang mit dem Pferd wichtig. Kondition, Mut, Ästhetik und Gelenkigkeit benennt Ebbert als Voraussetzungen, die ein guter Voltigierer mitbringt. „Daß man nicht pferdescheu und schwindelfrei sein sollte, muß wohl nicht extra erwähnt werden,“ ergänzt Ebbert.

„Voltigieren ist ein lebendiger Sport, der Spaß macht. Man ist aufeinander angewiesen. Daher ist Teamgeist auch dem Pferd gegenüber gefragt. Man lernt so Sozialverhalten. Der Sport bietet eine hohe Gruppendynamik,“ beschreibt die junge Dame, was ihr persönlich an dem Pferdesport gefällt.

Wer nähere Informationen sucht, sei an den Internetauftritt des Rheinischen Pferdesportverbandes verwiesen. Die Startseite ist unter www.psvr.de zu erreichen. Dort werden auch Vereine vor Ort benannt.

 

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