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Speckbrett

Wer in Wimbledon gewinnt, kann sich im betreffenden Jahr als König des Tennis fühlen. Im Speckbrett wird nur eine Stadtmeisterschaft in Münster ausgespielt.

Speckbrett ist eine tennisähnliche Sportart. Zumindest vereinsmäßig ist Speckbrett nur in der Stadt Münster gespielt. Gespielt wird Speckbrett auf Asche- und Asphaltplätzen. Der Platz ist etwas kleiner als ein Tennisplatz: Die Länge beträgt 20 m, die Breite  9 m, wobei an jeder Seite ein halber Meter für das Doppel reserviert ist. Beide Spielhälften sind durch ein Netz voneinander getrennt. Das Netz ist 91,5 cm hoch. Der Schläger besteht aus einem Holzbrett. Er enthält viele gebohrte Löcher in gitterförmiger Anordnung und im Gegensatz zu normalen Tennisschläger keine Saiten. Der Schläger darf nicht länger als 50 cm sein. Als Ball wird ein Tennisball verwendet. Die Zählweise ist an das Tischtennis angelehnt.

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Eine Partie besteht aus zwei Gewinnsätzen. Wer zuerst 21 Punkte erringt, hat den jeweiligen Satz gewonnen. Aufschlag hat derjenige, der den letzten Punkt verloren hat. Im Gegensatz zum Tennis gibt es hier keine standardisierten Abläufe beim Aufschlag. Man kann den Ball also auch mit einer Bewegung von unten nach oben ins gegnerische Feld befördern. „Serve und Volley, Vorhand, Rückhand, Stop – alles ist im weiteren Spielverlauf möglich,“ berichtet Harald Schwaiger, der beim TuS Hiltrup 1930 die Speckbrett-Abteilung betreut.

Eine bestimmte Kleiderordnung gibt es beim Speckbrett nicht. Von den Tennisschuhen abgesehen kann mit normaler Sportbekleidung gespielt werden. Eigenschaften wie Kondition, Reaktionsschnelligkeit und eine kräftige Hand- und Armmuskulatur sollte ein guter Speckbrett-Spiler schon mitbringen. „Der Schläger ist doch etwas schwerer als ein normaler Tennisschläger,“ berichtet Schwaiger. „Ansonsten sind eigentlich die Eigenschaften gefordert, die auch ein Tennis-Spieler mitbringt.“

„Da es keine Meisterschaften und Turniere gibt, ist Speckbrett ein stressfreier Sport, der im Freien betrieben wird. Man bewegt sich viel an frischre Luft,“ beschreibt Schwaiger, was ihm an dem Sport gefällt. „Im Grunde genommen kann jeder Speckbrett spielen, unabhängig vom Alter oder anderen Kriterien. Die Geselligkeit ist hier wichtiger als der sportliche Ehrgeiz.“

In Münster gibt es drei Vereine, in denen Speckbrett gespielt wird. Eine Begründung dafür, warum die Begeisterung für diese exotische Sportart nicht auch in andere Städte und Regionen übergeschwappt ist, hat der gebürtige Österreicher nicht. Wohl aber eine witzige Erklärung dafür, warum es Speckbrett gibt: „Das Speckbrett ist ja ein Utensil, was eigentlich in der Küche gebraucht wird. Na ja, und Tennis war zumindest früher eine Sportart der feinen Leute. Da ist Speckbrett eben das Pendant des Tennis bei den kleinen Leuten, die sich das teure Tennis nicht leisten konnten.“

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