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Perelka - Polnische Folkloretänze

Sie treten bei Kulturveranstaltungen, aber auch in Altenheimen oder anderen Veranstaltungen auf: Die polnische Tanz- und Folkloregruppe „Perelka“ gibt es schon seit 1988. „Wir bieten klassische polnische Tänze wie die Mazurka oder die Polonaise, aber auch moderne Tänze wie den Rock`n´Roll,“ berichtet Turska-Kempa, die Managerin der Truppe.

Die Mazurka ist ein aus Polen stammender stilisierter Tanz im mäßig langsamen bis sehr raschen Dreiertakt. Der Name Mazurka leitet sich von der polnischen Landschaft Masuren ab.

Generell steht die Mazurka im 3/4 Takt. Besonderes Erkennungsmerkmal in musikalischer Hinsicht ist einerseits die Unterteilung der ersten Zählzeit (z.B. punktierte Achtel oder Achtel-Triole) und andererseits (daraus resultierend) die Verschiebung der Betonung auf die zweite Zählzeit.

Weitere Merkmale sind die typische Walzerbegleitung mit einer tiefen Viertelnote (Bass) und zwei darauf folgenden höheren Viertelnoten (Akkord). Zudem typisch ist die häufige Wiederholung von einzelnen Motiven und Themen bis hin zur Wiederholung von ganzen Teilen, die durch einen kontrastierenden Mittelteil getrennt sind. Diese Unterschiede betreffen Begleitung (häufig in Form eines Borduns), Dynamik (meist in piano) und Tonart (durch Aufhebung von Vorzeichen).

Im „Handbuch des Deutschen Volkstanzes“ dokumentiert Aenne Goldschmidt die folgende Mazurka-Form mit der Anmerkung: „Dieser ‚einschrittige Warschauer‘ hat die Form der sogenannten ‚Polka-Mazurka‘, wie sie früher auch im Gesellschaftstanz der Stadt üblich war.“ Aenne Goldschmidt gibt folgende Tanzbeschreibung:

Gewöhnliche Rundtanzfassung

  1. 1 Mazurka-Schritt mit dem Außenfuß
  2. 1 Walzer-Schritt mit dem Außenfuß, mit halber Rechtsdrehung

Die wiederholte Figur setzt gegengleich ein. Die Umdrehung kann die Drehrichtung beibehalten.

Rhythmusschema:

Tänzer: lrr lrl rll rlr

Tänzerin: rll rlr lrr lrl.

Die Polonaise (von franz.: danse polonaise = „polnischer Tanz“), laut Duden auch Polonäse geschrieben, ist ein feierlich geschrittener Gruppentanz im 3/4-Takt. Die Tänzer schreiten dabei über größere Tanzflächen, verbeugen sich voreinander, umkreisen sich und schreiten dann weiter vorwärtes. Die Zahl der Tänzer ist dabei nicht begrenzt. Die Schreitbewegungen werden teilweise auch als „stolz“ beschrieben. Welche geometrischen Figuren dabei genau ausgeführt werden, bleibt dem anführenden Paar und ihren tänzerischen Möglichkeiten überlassen. Der Tanz hat seinen Ursprung im 16. Jahrhundert. Ursprünglich wurde die Polonaise im 4/4-Takt getanzt. 4/4 Takt bedeutet dabei, daß der Grundpuls im Viertel schwingt und jede erste Viertelnote im Takt eine Betonung bekommt. Der ursprüngliche 4/4 Takt wurde später vom 3/4 Takt abgelöst. Zu den heute bekanntesten Polonaisen gehört die Fächerpolonaise. Dabei schreiten Tanzpaare vorwärts, um dann wie ein Fächer auseinanderzugehen. Polonaisen werden immer in Gruppen getanzt.

Die Fläche, auf der getanzt wird, hängt davon ab, welche Figuren man zeigt. Eine verbindliche Mindestgröße kann daher nur schlecht angegeben werden. Bei Veranstaltungen in einem Saal sollte die Tanzfläche nicht zu glatt, der Raum dem Anlaß entsprechend geschmückt sein. Eine quadratische Grundfläche ist für die Tänzer hilfreich. Da die Polonaise auch im Freien getanzt werden kann, sollte dort auf Faktoren wie das Wetter geachtet werden. Ein ebener, staubfreier Boden ohne Schwellen und Stolperfallen, eventuell auch ein ebener, kurzer Rasen sind wünschenswert.

Nicht zu verwechseln mit dem polnischen Folkloretanz sind die „Polonaisen“ (= Schlagen von Personen, die ihre Hände auf die Schultern ihrer jeweiligen Vorderleute gelegt haben und gut gelaunt zu Musik durch eine Halle ziehen), wie wir sie bei Feiern kennen.

Was die benutzten Figuren anbelangt, gibt es durchaus brauchbare und für den Laien verständliche Literatur, die mögliche Tanzfiguren beschreibt.

Der Oberek wird auch Obertas ist ein lebendiger Tanz. Der Name "Oberek" wird von "obracać się", was im Polnischen "zu drehen" bedeutet, abgeleitet. Dieser Tanz besteht aus vielen Schritten und Sprüngen. Es wird in einem viel schnelleren Tempo als der polnische Walzer getanzt. Der Oberek ist einer der nationalen Tänze Polens.

Die Oberek, in seiner ursprünglichen Form, ist der schnellste der fünf nationalen Tänze von Polen. Die fünf nationalen Tänze sind: Polonez (Polonaise), Mazur (Mazurka), Kujawiak, Krakowiak und Oberek. Die Oberek besteht aus schnellen Schritten und vielen Drehungen. Er wird im ¾ -Takt getanzt. Er ist ein Gruppentanz.

Der Krakowiak wird auf Deutsch auch Krakauer genannt. Es handelt sich dabei um einen Paartanz, der aus der Region um Krakau stammt. Er steht in einem raschen -Takt. Charakteristisch ist ein synkopierter Rhythmus und ein Wechsel von Ferse und Stiefelspitze, Fersenzusammenschlag und Umdrehung.

Der Kujawiak ist ein ruhiger Tanz im ¾-Takt. Es handelt sich dabei um einen Gruppentanz. Die Tänzer schreiten dabei mit leicht gebeugten Knien und lockeren Drehungen voran.

Spezielle Räume, in denen man diese Tänze aufführen kann, braucht man nach Worten von Turska-Kampa nicht. Bei Aufführungen braucht man natürlich eine Bühne, klar, theoretisch kann man aber auch auf der Straße tanzen.

Ohne musikalische Begleitung läuft normalerweise nichts im Tanz. Musik gehört also auf jeden Fall dazu. „Eine live spielende Band können wir uns nicht leisten,“ bedauert Turska-Kempa die aktuelle Situation. Als bedient man sich einer Musikanlage, die Töne kommen von der CD.

Die Trachten sind aber auf jeden Fall wichtig. Blusen, Röcke, Westen, ein Blumenkranz in den Haaren sowie Schnürschuhe bei den Damen und Hosen, Oberhemden, Westen (ohne Arme, dafür bis etwa zu den Knien gehend), eine Mütze sowie Lederschuhe für die Herren gehören dazu. Bei den Tänzen aus der Krakauer Region kommen noch Utensilien wie Körbe mit Blumen hinzu. Da es in Deutschland keine Spezialgeschäfte dafür gibt, müssen die Kleidungsstücke in Polen besorgt werden. „Da Polen inzwischen zur EU gehört, ist die Anschaffung eigentlich kein Problem und auch nicht teuer,“ so Turska-Kempa.

Kinder und Jugendliche im Alter von 4 bis 30 Jahren gehören zu Perelka. Die Teilnehmer aus den Anfangszeiten sind natürlich inzwischen auch in die Jahre gekommen. „Unsere ältesten Teilnehmer sind so um die 25,“ erzählt Turska-Kempa, die im Übrigen an der Duisburger Volkshochschule arbeitet. „Da können wir Nachwuchs sehr gerne gebrauchen.“

Entstanden in der polnischen katholischen Mission im Duisburger Norden, ist Perelka heute im Hamborner Ratskeller untergekommen. Geprobt wird jeweils freitags von 16 bis 18.30 Uhr.

23 Kinder und Jugendliche gehören der Tanzformation an. Sie kommen nicht nur aus Duisburg, sondern auch aus den umliegenden Städten. Rund 16 Auftritte absolvieren sie pro Jahr, 1 Workshop kommt jedes Jahr hinzu. Bonn, Berlin, das Oktoberfest in München – herumgekommen ist Perelka dabei schon viel bei uns in Deutschland.

Daß Perelka nicht nur in nostalgischen Erinnerungen schwelgt, wird schnell klar, wenn man Turska-Kempa zuhört. „Es gibt eine Tradition bei uns in Polen. 100 Tage vor dem Abitur feiern die Abiturienten das Ende der Schulzeit und beginnen dabei regelmäßig mit der Polonäse.“

Doch was ist das Schöne an den Tänzen? „Oh, eigentlich tanze ich gar nicht. Ich bin bei Perelka eigentlich nur die Managerin,“ gesteht Turska-Kempa an dieser Stelle. „Meine Tochter hat eine Zeit lang bei Perelka mitgemacht. Als dann ehrenamtliche Hilfe beim Leiten des Vereins gebraucht wurde, habe ich mich dazu bereiterklärt.“

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