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Die kroatische Volkstanzgruppe ADRIA

ADRIA heißt eine Volkstanzgruppe aus Duisburg, die ihre Wurzeln in Kroatien hat. Die Gruppe gibt es seit dem Jahre 2003, als sie von Tanja Males-Krznar unter dem Dach der Kroatischen Katholischen Mission und mit Unterstützung vom „Bund der Kroaten“ gegründet wurde.

„Meine Eltern stammen zwar aus Kroatien, ich selbst bin aber in Düsseldorf geboren worden“, blickt die junge Frau zurück. „Ich bin von klein auf tanzen gegangen und habe dann später auch eine musikalische Ausbildung genossen. Als ich dann nach Duisburg gekommen bin, kam auch gleich die Frage auf, ob ich nicht eine kroatische Tanzgruppe aufmachen kann. Die Kroaten in Duisburg kannten mich noch aus Düsseldorfer Tagen. Die Tänze bieten uns noch einen Funken Heimat.“ Die älteste Tänzerin ist 63 Jahre alt, die jüngste Tänzerin, die in der Kindergruppe mitmacht, gerade einmal 4 Lenze.

Nach den Worten von Males-Krznar gibt es in Kroatien vier Tanzrichtungen, die sich an der Herkunftsregion orientieren. Der Gebirgstanz, der Alpentanz, der Küstentanz und die Tänze aus Pannonien – so lassen sie sich zusammenfassen. „Wir bieten verschiedene Tänze, vom `Drmes´ aus Slawonien bis zum Tanzreigen Kolo aus Lika, “ berichtet Males-Krznar.

Nach ihren Worten gehören Paartänze, Kreistänze, Reihentänze, Trioletts, Zweipaartänze, Kontertänze, Quadrillen, Kegeltänze sowie Sechs- und Achtpaartänze zu den gebräuchlichsten Tanzformen. „Viele dieser Tanzformen und auch ganze Tänze sind in anderen Gebieten Deutschlands und zum Teil auch über die deutschen Grenzen hinaus ebenfalls verbreitet“, berichtet die junge Dame.

Ein Blick auf die Internetpräsenz der Tanzgruppe zeigt es schnell: Die Tänzer tragen bei den Aufführungen farbenprächtige Kostüme. Stickereien sind dabei fast immer vorhanden. „Bei den Tänzen aus der Alpenregion tragen die Frauen beispielsweise Kleider, Schürzen, Korsagen, und Blusen. Bei den Tänzen aus Pannonien sind Goldstickereien charakteristisch für die Trachten sowohl bei den Männern wie auch den Frauen. Diese Goldstickereien zeigen beispielsweise Weizen, Trauben, Pfauenaugen, Blüten und Kreuze, eben Sachen, die man aus dem Alltag kennt, “ berichtet Males-Krznar. „Wichtig wäre zu erwähnen, dass man auf den kroatischen Volkstrachten das Christentum erkennen kann.“ Daß der Katholizismus damit gemeint ist, sei hier nur am Rande erwähnt. Ein lobendes Wort sei hier auch eingefügt: „Es wäre aber schön, wenn wir diese Trachten hier kaufen könnten. Es gibt aber leider kein Geschäft dafür. Zum Glück haben wir aber eine treue Seele, die vieles für uns machen kann. Nur was nicht geht, wird aus Kroatien direkt besorgt.“

Zu obigen Aussagen zur Bekleidung lassen sich auch auf den Schmuck, der bei den Tänzen getragen wird, übertragen.

An dieser Stelle sei auch ein Wort zu dem Schuhwerk gesagt. Die Tänze aus der Alpenregion und der Küstenregion werden bevorzugt auf Parkettboden getanzt. Stiefel bei den Männern und Lederschuhe mit Absatz bei den Frauen – das ist die bevorzugte Fußbekleidung bei den Tänzern. Bei den Tänzen aus dem Gebirge und Pannonien sieht es anders aus. In Kroatien werden sie bevorzugt draußen getanzt. Hier tragen die Tänzer beiderlei Geschlechts flache Lederschuhe, mit denen man Sprünge wagen kann.

Wie bei vielen andere Folklore- und Tanzgruppen auch ist die Musik ein zentraler Bestandteil des kroatischen Volkstanzes. ADRIA ist in der glücklichen Lage, ein eigenes Orchester zu haben. Es heißt „Zlatni Zvudi“ – „Goldene Klänge“ würde man in Deutschland sagen. Hier kommen insbesondere die Tamburica-Instrumente, aber auch der Dudelsack zum Einsatz. „Früher gab es auch Sackpfeifen im Orchester,“ berichtet Males-Krznar. Nach ihren Worten soll dieses Instrument auch bei uns im Rheinland sehr beliebt gewesen sein.

 

ADRIA betreiben die Tänze hobbymäßig. „Wir sind aber dabei so gut, daß wir auch irgendwo auftreten können.“ Eine ideelle oder gar finanzielle Unterstützung durch die Stadt Duisburg gibt es leider nicht.

 

Der Lindo

Der Linđo stammt aus Dubrovnik und Umgebung. Begleitet wird er mit einem altertümlichen Instrument, der Lijerica. Früher wurde der Linđo auch unter Begleitung einer Art Blasebalges getanzt.

Der sitzende Musiker lehnt die Lijerica an das linke Knie, mit dem Bogen streicht er über die drei Saiten und mit dem ganzen Fuß des rechten Beines gibt er den Takt für die Tänzer vor.

Getanzt wird in Paaren, die sich um die Musiker verteilen. Durch den Tonangeber (Führer des Kolo) werden in witziger, oft auch zweideutiger Art und Weise Anweisungen gegeben, welche Figuren und welche Tänzer miteinander tanzen sollen. Dies geschieht in strengem Ton und im Rhythmus der Musik, ebenso feuert der Tonangeber Tänzer an, die durch Improvisationen miteinander wetteifern.

Charakteristisch für den Tanz ist das Wiederholen wichtiger Abschnitte. Die Beschreibung stammt von Ivan Kukuljević Sakcinski aus dem Jahre 1856 und wird heute noch genauso getanzt.

„Lindjo, auch Lindo genannt, ist kein Tanz, sondern der Name des Instrumentspielers: Lira. Der Tanz heißt Kreistanz mit Aufsprung – Kolo Poskocicia – Küstenregion Dubrovnik,“ stellt Males-Krznar den obigen Text richtig.

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