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Griechische Folklore - Zorbas

„Zorbas“ heißt die griechische Tanzgruppe, die von der griechischen Gemeinde Duisburg organisiert wird. „Um ein Mißverständnis zu vermeiden: Wir sind ein Zusammenschluß von Griechen, die in Duisburg wohnen und leben. Auch wenn wir gelegentlich in der griechisch-orthodoxen Kirchengemeinde auftreten, sind wir unabhängig von ihr, “ berichtet Athanasios Ntefoudis, Leiter und Trainer der Tanzgruppe.

12 Kinder im Alter von 6 bis 15 Jahren gehören Zorbas an. Kalamatianos und natürlich den Sirtakis sind einige der Tänze, die sie bei verschiedenen Gelegenheiten darbieten. Jungen und Mädchen kommen gleichermaßen. „Wir haben nicht nur rein griechische oder binationale, also deutsch-griechische Mitglieder. Es kommt sogar ein türkisches Mädchen, das mitmacht, “ berichtet Ntefoudis.

An dieser Stelle seien ein paar Worte zu den Tänzen, die die Gruppe zeigt, erlaubt.

Der Ikariotikos stammt von der Ägäis-Insel Ikaria. Er wird heute von Männern und Frauen gemeinsam getanzt. Sie fassen sich dabei an den Schultern. Er hat 9 Schritte. Die Musik ist wird im 4/8-Takt gespielt. Der Tanz ist schnell und temporeich.

Der Kallamatianos wird in ganz Griechenland getanzt. Der Tanz hat 12 Schritte. Sein Name kommt ursprünglich aus Siro. Männer und Frauen tanzen ihn gemeinsam im offenen Kreis mit angewinkelten Armen. Der Kallamatianos ist der Älteste und der Beliebteste Tanz Griechenlands.

Der Pentozalis stammt aus Kreta. Er wird heute von Männern und Frauen gemeinsam im Kreis getanzt. Sie fassen sich an den Schultern. Er hat 8 Schritte. Die Musik wird im 2/4 Takt gespielt, alternativ im 4/8-Takt. Seinen Namen hat er von den Wörtern Zalo und Pente, das heißt Schwindlig und fünf. Es gibt dem langsamen Pentozalis (Siganos, Kontiles) und dem schnellen Pentozalis (Grigoros).

Der Roditikos stammt aus Rhodos. Männer und Frauen tanzen ihn gemeinsam im offenen Kreis mit angewinkelten Händen. Er hat 12 Schritte. Er wird sehr in den Knien und gehüft getanzt.

Der Zeibekikos wird in ganz Griechenland getanzt; er gilt dort als einer der beliebtesten Tänze. Er hat 8 Schritte. Sein Name kommt ursprünglich aus Zeibekides, die in Thrakien gewohnt haben. Männer und Frauen tanzen ihn heute ganz frei.

Geübt wird regelmäßig samstags ab 17 Uhr im Internationalen Zentrum der Volkshochschule. Dort hat die Gruppe einen kleinen Raum, in dem man ungestört für sich allein sein kann. „Wie viel Platz wir brauchen, hängt natürlich davon ab, wie viele Kinder gerade da sind“, betont Ntefoudis. „In der Regel reicht aber auch schon eine Fläche von 5 mal 5 Meter.“

Getanzt wird zu griechischer Musik. Livemusik ist nach den Worten des Tanzlehrers zwar am besten; bei Bedarf kommen aber auch CDs zum Einsatz. „Die CDs habe ich in Griechenland besorgt.“ Die griechischen Folklore-Trachten stammen in der Regel auch aus der alten Heimat und wurden dort genäht. „Teilweise sind sie aber auch hier nachgemacht“, berichtet Ntefoudis.

Auftrittsmöglichkeiten gibt es viele für Zorbas. Die beiden griechischen Nationalfeiertage am 25. März und 28. Oktober gehören genauso dazu wie bei den Feiern der griechischen Gemeinde in Duisburg oder verschiedenen Festivals.

„Ich unterrichte schon seit 31 Jahren Kinder in den griechischen Tänzen. Früher habe ich es in Ratingen, Oberhausen und Düsseldorf gemacht. Als mein Vorgänger dann vor 7 Jahren aus Duisburg weggezogen ist, habe ich die Gruppe hier übernommen, “ blickt Ntefoudis zurück.

Freude an der Bewegung, Gelenkigkeit, Kondition, Taktgefühl und ein Gefühl für Rhythmus sind wichtige Eigenschaften, die ein Tänzer mitbringen sollte. „Der Tanz beschäftigt geistig, psychisch und körperlich. Ich bringe den Kindern schließlich auch etwas zur Geschichte des Tanzes bei, “ betont Ntefoudis. „Während das Erlernen einer Sprache der erste Schritt für die Annäherung einer Kultur ist, vereinigt der Tanz mehrere Aspekte gleichzeitig, wie Musik, Körpergefühl, Sprache, Intelligenz und fordert den Geist und Körper gleichermaßen. In unseren Tanzstunden werden den Teilnehmern die bedeutendsten Tänze einerseits Schritt für Schritt näher gebracht, anderseits Grundinformationen über deren Ursprung, ihre Gesichte und ihre Anwendungsmöglichkeiten unter einen didaktischen Aspekt vermittelt. Damit wird Griechenland anders erfahren, erkannt und erlebt.“

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