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AFIR tanzt türkisch

Man schreibt das Jahr 1982. Hüseyin Tercan ist Lehrer an der Duisburger Volkshochschule und bringt Teilnehmern einer Bildungsmaßnahme für berufliche und soziale Eingliederung für Ausländer die deutsche Sprache bei. So ganz nebenbei standen auch traditionelle türkische Volkstänze auf dem „Stundenplan“.

„Die Teilnehmer von damals sind auch über die Schulzeit hinaus zusammengeblieben. Die Tanzgruppe AFIR, die daraus entstanden ist, kann heute, im Jahre 2012, ihren 30. Geburtstag feiern, “ berichtet Ali Bozkurt, Tanzlehrer und Leiter der Gruppe. „Ich selbst bin aber erst seit 1987 dabei.“

AFIR ist nach eigenen Angaben „eine der bekanntesten Volkstanzgruppen in Deutschen, die Tänze aus den verschiedenen Regionen der Türkei auf hohem Niveau präsentiert.“ Politisch und religiös unabhängig, möchte die Tanzgruppe die verschiedenen Tanzkulturen der Türkei in Deutschland vorstellen.

„Wir sind zwar reine Amateure, bemühen uns aber, möglichst professionell zu arbeiten“, betont Bozkurt. AFIR ist schon auf zahlreichen Veranstaltungen in Deutschland und im europäischen Ausland aufgetreten, wie Bozkurt berichtet. Die Teilnahme an Tanzwettbewerben - etwa in Frankfurt beim europäischen Tanzwettbewerb, wo man zweimal den 2. Platz belegte – seien hier als Beispiele genannt.

Derzeit gehören rund 90 Personen der Tanzgruppe an. Die Tänze, die sie präsentieren, werden weiter unten genauer beschrieben. Tanzgelegenheiten ergeben sich überwiegend bei Beschneidungsfesten, Hochzeiten, Verlobungen, Henna-Abenden sowie sonstigen Festen und Veranstaltungen. In den letzten Jahrzehnten finden in einigen westeuropäischen Staaten wie beispielsweise in Deutschland speziell für den Halay Tanzveranstaltungen statt. Dort sind neben berühmten Sängern und DJs vorwiegend türkische und kurdische Jugendliche präsent, welche stundenlang — in der Regel in den Abend- und Nachtstunden – die gängigen Varianten des Halays in ausgelassener Stimmung tanzen.

Musik gehört auf jeden Fall zu den Tänzen. Sie ist je nach Herkunft und Anlaß der Tänze unterschiedlich. Wenn möglich gibt es Live-Musik. „Wir haben da allerdings ein Finanzierungsproblem“, gesteht Bozkurt. „Die Musiker, die in Deutschland sind, spielen professionell und wollen daher bezahlt werden.“

Die Kostüme, die bei den Tänzen getragen werden, müssen in der Regel aus der Türkei importiert werden. „Die Textilgeschäfte, die in Deutschland diese Kostüme angeboten haben, sind schon wieder geschlossen. Die Kostüme sind auch in der Türkei teuer geworden.“

Daß auch Schmuck und Schminke zu den Tänzen gehören, soll hier nicht verschwiegen werden. „Wir versuchen, die Tänze so originalgetreu wie möglich auf die Bühne zu bringen“, betont Bozkurt. Es sind möglichst 16 Tänzer auf der Bühne. So kann Bozkurt eine Choreographie einstudieren. Es kommen inzwischen auch viele junge Leute; es sind aber trotzdem fast ausnahmslos Leute mit einer Zuwanderungsgeschichte aus der Türkei. „Wir hatten auch schon Deutsche und Jugoslawen dabei. Die sind aber irgendwann weggeblieben, “ blickt Bozkurt zurück.

Halay

Der Halay ist ein traditioneller Volkstanz verschiedener Völker des Balkans, Kaukasus und Nahen Ostens, darunter Aramäer, Kurden, Türken und Zaza sowie anderen Völkern aus dieser Region. Halay ist ebenso ein Nationaltanz der Türken, der überwiegend in der östlichen Mittelmeerregion, in Ost-, Südost- und Zentralanatolien getanzt wird. Als langsamer Halay gilt der im 4/4 und 6/8-Takt, als mittlerer bis sehr schneller Halay gilt der im 2/4-Takt.

Tanzgelegenheiten ergeben sich überwiegend bei Beschneidungsfesten, Hochzeiten, Verlobungen, Henna-Abenden sowie sonstigen Festen und Veranstaltungen. In den letzten Jahrzehnten finden in einigen westeuropäischen Staaten wie beispielsweise in Deutschland speziell für den Halay-Tanz Veranstaltungen statt. Dort sind neben berühmten Sängern und DJs vorwiegend türkische und kurdische Jugendliche präsent, welche stundenlang — in der Regel in den Abend- und Nachtstunden – die gängigen Varianten des Halays in ausgelassener Stimmung tanzen.

Beim Halay wird typischerweise nebeneinander in Reihe getanzt, wobei sich die Tänzerinnen und Tänzer mit den kleinen Fingern einhaken, an der Hand halten oder sich an den Schultern fassen. Je nach Art werden die Arme gerade nach unten gestreckt, nach vorn geschwungen oder bei gebeugten Armen die Hände gewippt, dabei wird der kleine Finger weiterhin dauerhaft gefasst. Ein Wippen der Schultern kann ebenfalls vorkommen. Die Reihe der Tänzerinnen und Tänzer wird von einer Person angeführt, die ein weißes oder rotes Tuch, zuweilen tut es auch eine Serviette oder Ähnliches, trägt beziehungsweise ausladend schwingt. Diese Person bestimmt neben dem Tempo auch den Tanzstil, von dem es unzählige, regional typische, gibt. Der bekannteste Halay ist der kurdische Delilo Halay, der in der Türkei große Beliebtheit genießt.

Abhängig von Region und Provinz wird Gowend nebeneinander, im Kreis, parallel oder gegeneinander getanzt.

Lesginka

Die Lesginka ist ebenso ein türkischer Volkstanz, der größtenteils von der aserbaidschanischen Minderheit in den nordöstlichen Provinzen Ardahan, Igdir und Kars getanzt wird.

Die Musik der Lesginka steht im sehr schnellen und dynamisch wirkenden 6/8. Takt. Traditionelle Musikinstrumente sind die Handtrommel (Tombak, Ghaval usw.), später auch das Akkordeon u. a.

Bei der Lesginka handelt es sich um einen Paar- oder Gruppentanz. Die Teilnehmer sind oft in traditionelle Trachten gekleidet, die Männer tragen ein Schwert an der Seite und die Frauen lange geschmückte Kleidung. Der Mann tanzt in schnellen und kurzen Schritten, danach fällt er durch einen kreiselnden Sprung auf die Knie und springt wieder auf. Die Frau dagegen bewegt sich langsam und getragen. Diese Rollenteilung wird heute nicht mehr so strikt beibehalten. Traditionell wird der Tanz in einem Zuschauerkreis getanzt, wobei die Zuschauer entweder mit den Händen oder auch mit Peitschen- oder Säbelhieben auf den Boden den Takt klatschen und sich manchmal abwechselnd am Tanz beteiligen. Ein Element der Lesginka ist ein Tanz auf den Zehenspitzen, ein weiteres ein Dolchtanz, bei dem fünf oder mehr Dolche im Mund gehalten und durch einen Schwung in die Erde gerammt werden. Es gibt auch Tänze, bei denen mit Säbeln und Schilden ein Fechtkampf tänzerisch angedeutet wird. .

Zeybek

Der Zeybek ist ein Volkstanz aus der Türkei, der größtenteils in der Ägäisregion und in der westlichen Mittelmeerregion getanzt wird. Der Tanz im 9/8-Takt wird in verschiedenen Regionen getanzt. Die Bezeichnung ist von den Zeybeken abgeleitet, einem Kriegerstamm aus den Bergen der Ägäisregion.

Bis in die 1940er Jahre war dieser Rhythmus auch noch in der Türkei sehr populär. Der Zeybek hat vorgeschriebene Schritte und es handelt es sich um Paar- oder Gruppentänze. Heute gibt es in der Türkei nur noch folkloristische Stücke mit Zeybek-Rhythmus. Der Zeybek ist weiterhin populär auf Beschneidungsfesten, Veranstaltungen und Hochzeiten.

Es gibt zahlreiche Arten des Zeybek, welche Ähnlichkeiten aufweisen und wahrscheinlich einen gemeinsamen Ursprung haben. Die bekanntesten darunter sind Avşar Zeybeği, Aydın Zeybeği, Balıkesir Zeybeği, Cemilem, Harmandalı, Sarı Zeybek und Tavas Zeybeği.

 

Karsilamas

Karsilamas heißt ein Volkstanz aus der Türkei, der im Nordwesten Anatoliens getanzt wird und über Flüchtlinge von dort bis nach Griechenland gekommen ist. Der Tanzname „Karsilamas“ ist von dem türkischen Wort „karsilama“ abgeleitet, das „sich gegenseitig grüßen“ bedeutet.

Der Tanz ist insbesondere im Nordwesten der Türkei sehr beliebt, wo er beispielsweise bei Hochzeiten und Festivals getanzt wird. In Griechenland und Zypern gibt es einen ähnlichen Tanz, der Antikrystos heißt. Antikrystos könnte man mit „von Angesicht zu Angesicht“ übersetzen.

Der Karsilamas ist ein Paartanz, den es immer noch im früheren Osmanischen Reich gibt, also von Persien bis Serbien, von Makedonien bis nach Thrakien in Nordgriechenland.

Die Tanzfiguren können je nach Region unterschiedlich sein. Gleich ist aber, daß sich immer zwei Leute gegenüberstehen und sie sich rhythmisch nach der Musik bewegen. Üblicherweise tanzen die Tänzer so, wie sie es von ihren Eltern gelernt haben, ohne daß es vorgegebene Tanzfiguren gibt.

Die Musik spielt einen 9/8-Rhythmus. Die Tänzer machen jeweils vier kleine Schritte, wobei die Schrittfolge 2,2,2,3 ist. Art und Stimmung (lebhaft, flüssig, lebhaft usw.) hängt von der jeweiligen Region ab.

Horon

Der Horon stammt aus der Region Pontos, die an der türkischen Schwarzmeerküste liegt. Charakteristische für den Horon ist, daß er griechische und türkische Elemente miteinander vereint.

Unverwechselbares Element des Horon ist sein Tremolo. Der Oberkörper wird schnell bewegt und dreht sich dabei um die eigene Achse nach hinten. Die Tänzer stehen beim Tanzen nebeneinander in einer Reihe.

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