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Sporttauchen

Das Sporttauchen ist die Breitensportvariante des Tauchens. Man kann zwischen Gerätetauchen und Apnoetauchen ohne jegliche technische Hilfsmittel unterscheiden.

Beim Apnoetauchen verzichtet der Taucher auf eine Atemluftversorgung und, bis auf Maske, Flossen und Anzug in der Regel auch auf Ausrüstung. Im sportlichen Wettkampf werden die Disziplinen entsprechend dem zu erreichenden Ziel unterschieden: Zeittauchen, Streckentauchen und Tieftauchen. Neben diesen Wettkämpfen sind auch andere Apnoe-Sportarten bekannt. So wird beispielsweise die Ballsportart Unterwasserrugby ebenfalls apnoe gespielt.

Gerätetauchen bezeichnet das Tauchen mit externer oder autonomer Luftversorgung, im Gegensatz zum Apnoetauchen. Übliche Varianten sind das Tauchen mit einem Drucklufttauchgerät, Kreislauftauchgerät oder Helmtauchgerät. Neben der Art der Versorgung mit dem Atemgas, wir auch zwischen technischem Tauchen und normalem Sporttauchen unterschieden. Diese beiden Disziplinen haben teilweise unterschiedliche Regeln, Ausbildungen und Ausrüstungen. tl_files/ssb-duisburg/sportkulturen/Tauchen2.jpeg

Beim Technischen Tauchen bedient man sich spezieller Atemgase, die eine Erhöhung der Tauchtiefe ohne negative Auswirkungen auf den Organismus ermöglichen und/oder eine Verkürzung der Dekompressionszeiten bewirken. Der Rekord des Tieftauchen liegt bei 330 m. TecDiving ist insofern von anderen Bereichen des Sporttauchens zu unterscheiden, als TecDiver schwierigere Tauchbedingungen wählen, z. B. größere Tiefen oder Höhlentauchen. TecDiver verlassen sich noch stärker auf die Ausrüstung als andere Sporttaucher. Es werden auch spezielle Ausrüstungsteile benötigt, wie z. B. Tauchcomputer speziell für Mischgas, Reel etc. Typisch ist die Redundanz der lebenswichtigen Ausrüstungsteile bei gleichzeitiger Beschränkung auf das für den Tauchgang Notwendigste.

Das Eistauchen findet in einem zugefrorenen See unter der Eisdecke statt. Ähnlich wie beim Höhlentauchen ist Eistauchen dadurch gefährlich, dass der Tauchgang nicht einfach durch Auftauchen an die Oberfläche abgebrochen werden kann. Auch wegen Unterkühlung kann es zu Tauch-Unfällen kommen.

Das Strömungstauchen ist eine Gerätetauch-Technik, die es erlaubt, in Gewässern mit einer Strömung zu tauchen. Der Taucher lässt sich dabei mit der Strömung tragen und erlebt so das Gefühl, unter Wasser zu fliegen. Strömungstauchen in Flüssen, Bächen und Kanälen kann spektakulär sein, ist aber nicht ungefährlich. Im Meer, Seen und Teichen, ist das Strömungstauchen oft weniger gefährlich.

Da Wasser, wegen der geringen Temperaturen, oft kaum Schwebeteilchen enthält sind in Bergseen Sichtweiten von bis zu 60 Meter möglich. Über 300 bis 700 Meter über Meer sollten spezielle Dekompressionstabellen verwendet werden, da der Luftdruck und damit der Druck unter Wasser abnimmt. Mit zunehmender Höhe müssen längere Dekompressionszeiten eingehalten werden, während sich die Nullzeiten verkürzen. Auch kann es schneller zu einem Tiefenrausch oder Erschöpfung kommen. Je nach Jahreszeit kann es in Berg- oder Binnenseen sehr kalt sein, was einen entsprechenden Kälteschutz mit Halbtrocken- bzw. Trockentauchanzügen unumgänglich machen kann.

Nun soll auf die Disziplin „Enriched Air“ eingegangen werden. Um die Dekompressionszeiten zu verkürzen und die Nullzeit zu verlängern, bzw. der Gefahr einer Dekompressionskrankheit durch zu schnelles Auftauchen entgegenzuwirken, wird die Atemluft in der Flasche mit zusätzlichem Sauerstoff angereichert („Enriched Air Nitrox“ – EAN). Wegen der damit verbundenen spezifischen Problemstellungen, wie z. B. die Gefahr des Paul-Bert-Effekts (Sauerstoffvergiftung) bei zunehmender Tiefe, ist eine spezielle Ausbildung erforderlich, im Rahmen derer auf die Problematik des Nitroxtauchens eingegangen wird. Ebenso ist für das Nitrox-Tauchen je nach Land und Sauerstoffkonzentration eine spezielle sauerstoffkompatible Ausrüstung vorgeschrieben, da Sauerstoff, als auch mit Sauerstoff angereicherte Luft unter hohem Druck sehr aggressiv mit brennbaren Stoffen, wie z. B. Ölen, Fetten und Kohlenwasserstoffen z. B. als Ablagerung in der 2.Stufe reagieren kann. Aktuelle Kompressoren erzeugen Nitrox mit gewünschtem Sauerstoffgehalt direkt aus der Umgebungsluft mittels einer Membran.

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Trimix ist ein spezielles Atemgasgemisch aus Sauerstoff, Stickstoff und Helium, das beim technischen Tauchen zum Erreichen großer Tiefen genutzt wird. Durch die Zugabe von Helium im Atemgas wird der O2- und N2-Gehalt auf akzeptable Werte angepasst. Die negativen Effekte von Sauerstoff und Stickstoff (Stickstoffnarkose bzw. Sauerstoffvergiftung des ZNS und Dekompressionskrankheit) werden dadurch minimiert. Da Helium aber, im Gegensatz zu Stickstoff, eine wesentlich längere Entsättigungszeit hat, sind beim Auftauchen deutlich mehr Stopps notwendig, um das aufgesättigte Helium wieder abzuatmen.

Durch die Zugabe von Helium wird eine Sauerstoff-/Stickstoffnarkose weitestgehend unterdrückt, um hiermit Tauchtiefen unterhalb der üblichen Sporttauchergrenze von 40 m aufsuchen zu können.

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