SSB Duisburg macht sich für einen Neubau der Halle an der Krefelder Straße stark
DUISBURG (13.07.2026). Der Stadtsportbund Duisburg bezieht Position in der Diskussion um einen Ersatz für die in die Jahre gekommene Sporthalle an der Krefelder Straße in Rheinhausen. „Dass hier dringender Handlungsbedarf besteht, hat sich bis Berlin herumgesprochen. Die Förderung eines Neubaus mit acht Millionen Euro aus der Sport-Milliarde ist die bei Weitem größte Einzelsumme für ein Projekt überhaupt“, erklärt Uwe Busch, der Vorsitzende des Stadtsportbunds Duisburg.
Der Dachverband der Duisburger Vereine mit mehr als 100.000 Mitgliedern will deshalb in einem Gespräch mit allen beteiligten Partnern den Weg für eine optimale Lösung bereiten. Uwe Busch: „Wir brauchen keinen Kompromiss. Wir brauchen eine Halle, mit der Duisburg auch noch in 20 Jahren sehr gut leben kann.“
Aus Sicht des Stadtsportbunds erfüllt der Plan eines Neubaus nahe der Greenschule diese Anforderung keineswegs. Uwe Busch: „Was wir hier sehen: Politik und Verwaltung wollen die Mittel aus Berlin mit dem Neubau der Greenschule kombinieren. Der Neubau an diesem Standort als Ersatz für die Krefelder Straße verbessert aber weder die Situation im Schulsport noch die für den Handball-Standort Rheinhausen oder für die anderen Vereine, die die Krefelder Straße nutzen.“
Hinzu komme, dass die 1975 gebaute Sporthalle an der Krefelder Straße inzwischen allein übriggeblieben ist, um größere Sportereignisse wie die Deutschen Meisterschaften im Judo oder den Hallenfußball-Stadtpokal auszurichten. Auch diese Anforderung erfülle eine Sechsfachhalle an der Greenschule nicht. Uwe Busch: „Mit Blick auf eine geeignete Sportstättenplanung erscheinen uns entweder eine umfassende Ertüchtigung der bestehenden Halle oder ein Neubau zum Beispiel auf dem Gelände des OSC als einzig sinnvoll.“
Schulen in Rheinhausen fehlen knapp 300 Sportstunden
Uwe Busch rechnet vor: „Selbst, wenn man alle bereits vorhandenen Planungen realisiert, müssen die Schulen in Rheinhausen pro Woche etwa 225 Stunden Sportunterricht aufgrund fehlender Kapazitäten ausfallen lassen.“ Ersetze man die Krefelder Straße durch den Neubau an der Greenschule, fallen weitere 70 Sportstunden aus. „Wir verbessern nicht die Situation, sondern verschlechtern sie. Das ist sicher nicht im Sinne der Bundesförderung über die Sportmilliarde“, so der SSB-Vorsitzende. Der Stadtsportbund setze sich deshalb für einen echten Ersatz der Halle an der Krefelder Straße ein.
Ein neues Haus für die Handball-Heimat Rheinhausen
Ein Neubau oder eine entsprechende Aufrüstung zu einer modernen Eventhalle für Rheinhausen ist aus Sicht des Stadtsportbunds ebenfalls notwendig, um den Handball im Stadtteil weiter zu fördern. „Rheinhausen hat eine große Handball-Tradition. Der OSC ist weit über die Stadtgrenzen bekannt. Inzwischen hat der Verein Ambitionen, sich wieder höherklassig zu positionieren. Dafür ist es notwendig, eine modernen Anforderungen entsprechende Sportstätte zur Verfügung zu stellen.“ Dazu ergänzt Peter Serfort, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des SSB: „Beim geplanten Neubau der Eishalle ist die Stadt dieser Logik gefolgt. Das erwarten wir nun ebenfalls für die Handball-Heimat Rheinhausen.“ In den Vereinen OSC Rheinhausen, VfL Rheinhausen und der HSG spielen und trainieren pro Woche 200 Kinder und Jugendliche. Sie müssen sich zum Teil Trainingszeiten teilen, weil die Kapazitäten unzureichend sind.“
Peter Serfort ergänzt: „Wer anerkennt, dass der Sport ein gesellschaftlicher Faktor von enormer Bedeutung ist, muss auch die Voraussetzungen schaffen, dass der Sport diese Aufgabe erfüllen kann.“ Er folgt damit dem ehemaligen Vorsitzenden und jetzigen Beiratsmitglied Joachim Goßow, der angesichts der Olympia-Bewerbung von Duisburg gesagt hat: Ohne Basis für den Sport vor Ort kein Sport für die weite Welt“, so Uwe Busch. Die Halle an der Krefelder Straße mit ihrem undichten Dach und einer veralteten Infrastruktur erfülle längst nicht mehr, was gegenwärtig gebraucht wird. Eine Zukunft an diesem Standort ist daher schwer darstellbar.
Viele Vereine – eine Halle
Auch wenn das Relief eines Handballers die Fassade an der Krefelder Straße ziert: Die Sportstätte ist für zahlreiche weitere Vereine der „Heimspielort“. Das gilt für die Boxer des ABC Rheinhausen sowie die Ringer und Gewichtheber des AKS Rheinhausen. Vier Schießvereine nutzen den Standort, weil es in Duisburg inzwischen keine weitere funktionierende Schießanlage mehr gibt. Peter Serfort weiter: „Bei den Planungen ist darauf zu achten, dass diese Vereine nicht auf einmal heimatlos werden, weil ihre Anliegen nicht berücksichtigt werden.“
Sportstätten für eine Sportstadt
Schließlich sieht sich Duisburg als Sportstadt. Damit das nicht nur behauptet, sondern auch gelebt werde, seien geeignete Sportstätten notwendig. Das gelte für den Vereinssport, aber auch für die Rolle als Gastgeber großer Sportereignisse, beschreibt Uwe Busch Wunsch und Wirklichkeit. Mit der Schauinsland-Reisen-Arena, der modernisierten Regattabahn und der in Planung befindlichen neuen Eishalle könne Duisburg einige „Leuchttürme“ vorweisen. Was aber einer Großstadt mit 500.000 Einwohnern fehle: eine Sporthalle mit einer Zuschauerkapazität von etwa 2.500 Plätzen. Uwe Busch: „Die Rhein-Ruhr-Halle wurde ersatzlos abgerissen. Die Sporthalle an der Krefelder Straße wird zunehmend baufällig. Wenn wir gute Gastgeber für Deutsche Meisterschaften, die Ruhr Games oder die Stadtmeisterschaften im Fußball oder gar Olympia sein wollen, dann brauchen wir auch ein sauber aufgeräumtes und adäquat eingerichtetes Wohnzimmer – und ausreichend Parkplätze vor der Haustür.“
Der Stadtsportbund Duisburg mache sich aus diesen Gründen stark, schnell zu einer tragfähigen Lösung zu kommen. „Wir brauchen einen Ersatz für die Sporthalle an der Krefelder Straße. Die acht Millionen aus Berlin geben uns Rückenwind, loslaufen müssen wir aber selbst, und zwar jetzt“, fordert der SSB-Vorsitzende.