DUISBURG (29.09.2026). Der Stadtsportbund Duisburg zeigt sich enttäuscht über die Nominierung von München als deutschen Bewerber für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 und 2044. Zugleich sieht sich der Vorsitzende Uwe Busch bestätigt: Die Region KölnRheinRuhr mit Duisburg als einem der vorgesehenen Wettkampforte hat sich aus seiner Sicht sehr konkurrenzfähig präsentiert. Im Kurhaus von Baden-Baden entschieden sich am Samstag 42 olympische Spitzenverbände sowie das Präsidium und persönliche Mitglieder des DOSB dennoch mehrheitlich für die bayerische Landeshauptstadt.

Uwe Busch, der Vorsitzende des Stadtsportbunds Duisburg, sagte nach der Entscheidung: „Wir hätten sehr gern die Spiele in die Region und zu uns nach Duisburg mit seinen hervorragenden Sportstätten geholt. Als faire Sportsleute gratulieren wir München zum Erfolg und werden die deutsche Bewerbung mit voller Kraft unterstützen, bis das IOC seine finale Entscheidung trifft.“

Positive Bewertung der Regionen für die Zukunft nutzen

Mit Blick auf den nationalen Auswahlprozess sieht Uwe Busch zahlreiche positive Aspekte: „Es hat sich gelohnt, sich der Konkurrenz zu stellen. Bei der Prüfung der Bewerbung hat sich klar gezeigt: Die Region ist fit für Sportereignisse von der Größenordnung der Olympischen Spiele.“ In dem Kommissionsbericht, der vor der Abstimmung am Samstag veröffentlicht wurde, habe KölnRheinRuhr in vier von sieben Kategorien vor München gelegen. Uwe Busch: „Das positive Ergebnis werden wir nutzen, wenn Stadt und Land sich in Zukunft um herausragende internationale Veranstaltungen bewerben.“

600 Millionen vom Land für den Sport

Die Anstrengung rechnet sich auch in Zahlen. Das Land NRW hat trotz angespannter Haushaltslage insgesamt 600 Millionen Euro für die Optimierung der Sportinfrastruktur eingeplant. 200 Millionen davon sind für Vereine vorgesehen, die in ihre Anlagen investieren wollen. Duisburgs Sportvereine erhalten davon rund 5,3 Millionen Euro. „Dieses Geld wäre ohne das Bekenntnis des Landes zu Olympia und zum Sport sicher nicht geflossen“, so Uwe Busch. Auch in Zukunft rechnet der SSB-Vorsitzende, der zugleich Vizepräsident des Landessportbunds ist, mit Chancen. Sollte eine Bewerbung erfolgreich sein, muss sie vom ganzen Land getragen werden. Das wird sich bei der Unterstützung für den Sport mindestens bis 2029 zeigen. Dann will das IOC seine Entscheidungen über die Vergabe der Spiele treffen.

Votum für den Stellenwert des Sports in Duisburg

Positiv beurteilt Uwe Busch ebenfalls die große und breite Zustimmung für die Idee, Olympia in die Region zu holen. Hamburg und Berlin zogen vorzeitig zurück, weil die Unterstützung durch die Bevölkerung oder die Politik fehlte. „Allein bei uns in Duisburg haben sich 72,95 Prozent der Wählerinnen und Wähler beim Ratsbürgerentscheid Mitte April für die Initiative ausgesprochen. Wir sehen das auch als ein Votum, das den Stellenwert des Sports für die Menschen in unserer Stadt deutlich macht.“

Insgesamt 17 Kommunen hatten sich unter der Führung von Köln an der Bewerbung um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele beteiligt. Duisburg war für die Sportarten Kanu, Rudern auf der Regattabahn, Sportklettern in der Schauinsland-Reisen-Arena sowie Wasserball im Landschaftspark Nord vorgesehen.